Re: Auren

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Eulenspiegel hat geschrieben:
Vinter hat geschrieben:.... es gibt niemanden ohne Werte und folglich niemanden ohne Gewissen ....
Sorry, wenn ich da wiederspreche, aber die Logik erschließt sich mir nicht. Wieso ist Werte haben gleich Gewissen haben? :verwirrt:
Für mich klingt es nachvollziehbar, wenn ich Werte vertrete, regt sich doch vermutlich auch das gewissen wenn man gegen diese eigenen Werte verstößt oder?
„Verbrennen musst du dich wollen in deiner eignen Flamme: wie wolltest du neu werden, wenn du nicht erst Asche geworden bist!“

Re: Auren

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Exakt, Leary: Gewissen treibt IHMO sowohl zur Durchsetzung als auch zur Einhaltung von Werten.

Keine Werte, kein Gewissen - solo ist es nutzlos -, dies kommt aber nicht vor.
Werte wiederum benoetigen das Gewissen als Triebfeder, und die animalische Natur des Menschen zu ueberwinden.
Synthese: Wert und Gewissen bedingen sich fuer zu betrachtende Faelle gegenseitig, fuer sich sind sie jeweils unbrauchbar.

Einzig "Kein Gewissen, keine Werte" stimmt nicht, dies ist aber praktisch nicht relevant, da es zur Umsetzung der Werte dann aufgeklaerter Menschen beduerfte.

So, unnu weg -> Pruefung @ Wahrscheinlichkeitstheorie fuer Ingenieursstudiengaenge -.-
Bis in 5 Tagen.
I Sverige definierar SMHI vintern som den tid när dygnsmedeltemperaturen stadigvarande är under 0°C.

Re: Auren

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Werte und Gewissen bedingen sich auch meinem Verständnis nach...
Vinter hat geschrieben:> Es braucht einen einheitlichen Wert für ein Gewissen, damit es bei jedem Menschen Gültigkeit hat?

Nein, ich versuchte mich dem Begriff von mehreren Seiten zu naehern. Und da boten sich mir 3 Positionen:

* Arteigenes, allgemeines Gewissen durch biologische o. ae. Vorgaben
* Individuelles, kulturell und autoritaer gepraegtes Gewissen (=> Schuld)
* Individuelles, aber aus Lebenserfahrung allgemein gebildetes Gewissen (=> Weisheit?)

Ersteres habe ich ausgeschlossen, da DAFUER ein in der ganzen Art unverrueckbar gegebener Wert vohanden sein muesste, was sicher nicht zutrifft; zweiteres bietet keine Moeglichkeit, Werte im Laufe der Zeit den Gegebenheiten anzupassen. Ergo schloss ich, das Dritte muesse zutreffen - und da besteht kein Grund, warum jemand, dem Leben bspw. nicht als Wert gilt, gewissenlos genannt werden sollte.
Warum nicht eine Kombination von Punkt 2 und 3? Schuld trifft imho als Begriff für Punkt 2 auch nicht ganz zu... so kann ein z.B. Schuldgefühl auch bei Punkt 3 entstehen.

Davon abgesehen sind Punkt 2 und 3 imho schon die beiden Bestandteile die das Gewissen ausmachen. Und die Moral aus Punkt 2 kann durchaus modifiziert werden. Warum auch nicht? Vielleicht wird sie nicht selbstständig erweitert. Sicherlich kann sie aber abgebaut werden. ist die Moral (aus Punkt 3) ausreichend hoch genug entwickelt wird die Moral aus Punkt 2 nicht mehr benötigt. Die ist nur wichtig für Menschen die keine hoch entwickelte Moral haben.

imho gibt es drei Entwicklungsstadien der Moral:

1. Der Mensch vermeidet bestimmte Taten weil diese per Regelwerk verboten sind und die Missachtung dieser Regeln unter Strafe (Gesetze, 10 Gebote) steht.

2. Der Mensch übernimmt diese Regeln als eigene Regeln ohne den Aspekt der Bestrafung als Grund für diese Übernahme.

3. Der Mensch entwickelt ein eigenes moralisches Regelwerk und handelt nach diesem.
happiness is the absence of resistance

Re: Auren

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-> Moraltheorie von Kohlberg. Wenn du die nicht kanntest, Respekt :)

Präkonventionielles Stadium
In diesem Stadium ist das Kind für klare Etikettierungen wie "gut und böse", "richtig oder falsch" empfänglich. Es legt diese entweder im Sinne der materiellen oder hedonistischen Konsequenzen der Tat (Bestrafung, Belohnung, Austausch von Vergünstigungen) aus oder im Sinne der physischen Macht derjenigen, die die Regeln und Etikettierungen aufstellen.

Konventionelles Stadium
In diesem Stadium wird die Unterstützung der Erwartungen der Familie, Gruppe oder Gesellschaft des einzenen als wertvoll an sich verstanden, unabhängig von den unmitterbaren oder offensichtlichen Konsequenzen. Die Haltung des einzelnen ist nicht nur konform mit den persönlichen Erwartungen und der sozialen Ordnung, sondern sie ist auch von Loyalität dieser Ordnung gegenüber gekennzeichnet, was sich in einer aktiven Unterstützung, Verteidigung und Rechtfertigung der Ordnung und in der Identifizierung mit den sie tragenden Personen oder Gruppen äußert. Auf diesem Stadium erlebt das Kind sich als MItglied einer Gemeinschaft.

Postkonventionelles, autonomes oder von Prinzipien geleitetes Stadium
In diesem Stadium besteht ein deutliches Bemühen, moralische Werte und Prinzipien zu finden, die ihre Gültigkeit und Bedeutung unabhängig von der Autorität von Gruppen oder Menschen haben, die diese Prinzipien vertreten, aber auch unabhängig von der Identifizierung des einzelnen mit diesen Gruppen.

http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/Inte ... odell.html

Zu deinen Punkten bzgl. Gewissen: Sicher kann man das nicht so klar abgrenzen, Punkt 2 und 3 treffen sicher beide zu, aber 3. relativiert das gesellschaftliche Diktat von Werten so weit, dass man selbiges nicht als absolute Gewissensgrundlage annehmen kann (Ueber-Ich zB). Das wollte ich gesagt haben.
I Sverige definierar SMHI vintern som den tid när dygnsmedeltemperaturen stadigvarande är under 0°C.

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