Du denkst so viel und siehst so wenig - wunderbare Reise mit 4g Pilze

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Am Wochenende hatte ich eine wunderbare Reise mit der Pilzsorte Tidal Wave APE.
Nachdem ich die 4g gegessen hatte wartete ich in Dunkelheit und Stille auf die Wirkung. Nach einer halben Stunde stetzen der typische weisse Summton und der Tryptamin-Bodyload ein.
Ich spürte wie sich meine Schwingungsfrequenz zu erhöhen beginnt. Sanft aber stetig stieg ich vor dem geistigen inneren Auge empor in höhere Sphären in denen das Konzept von allem,
vom Sein und vom dem der ich glaube das ich bin, sich zunehmend auflöste. Visuell sah das beinahe so aus, als würde man mit einem Flugzeug abheben und durch Nebel und Wolken hindurch
immer höher fliegen, bis man in der Sphäre angekommen ist, in der sich das Geschehen nun abspielt. Ich begann wie von selber unspezifische Gedanken zu denken und wunderschöne Visuals
begannen zusehens einzusetzen. Während es zunächst noch unscharfe Übergänge und aufeinanderfolgende Schichten waren, wurden sie rasch zu farbenprächtigen absolut fraktalen Gebilden
die rasch herumwirbelten und sich in alle Richtungen verzweigten. Ich spürte um mich herum sehr deutlich in Anwesenheit der Entität, die Anwesenheit des Pilzgeistes. Dieser stimmte sich
nun auf mich ein und wir begrüßten uns sozusagen.

Der Pilzgeist sagte zu mir: "Du denkst so viel und siehst so wenig!"
Auf diese Weise gab mir der Pilz zu verstehen, dass ich im Alltag oft ohne das es mir bewusst ist, nur mit denken und Gedankenspiralen beschäftigt bin, ohne das diese aber zu einem
Resultat führen. In Zeitraffer konnte ich plöztlich alle möglichen Sequenzen sowohl aus der Gegenwart als auch der Vergangenheit durchleben in denen mir der Pilz zeigte,
dass ich nur denke, aber eigentlich zu keiner Lösung komme. Insbesondere thematisierte der Pilz eine Runde in der Natur, die ich jetzt im Winter oft gegangen war. Das ist eine Runde
durch ein Waldgebiet, in dem ich nach neuen Orten gesucht habe, wo ich kommendes Jahr Pilze auswildern werde. Ich konnte plötzlich sehr genau aus einer neutralen und distanzierten
Sicht nachvollziehen, was sich währenddessen immer in meinem Kopf abspielt. Ich gehe durch die Natur und denke automatisch. Man hat im Alltag nie keine Gedanken im Kopf. Ohne das es
mir bewusst ist im Alltag, fiel mir jetzt auf dieser Reise ein, dass ich bislang jedesmal wenn ich in der Natur diese Runde gegangen bin, ausschließlich über Probleme nachgedacht habe.
Über nichts anderes. Ich hatte tatsächlich nie einen positiven Gedanken, sondern ausschließlich Gedanken über die Zukunft. Das habe ich nicht bewusst entschieden, sondern das macht mein
Gehirn von selber, ohne das ich dies direkt initiiert hätte. Jetzt auf der Reise zeigte mir der Pilz wie absolut unsinnig das ist. Das hat zur Folge, dass ich die Natur eigentlich gar nicht
mitbekomme und somit auch nicht lebe. Gut, ich denke schon auch darüber nach, wo ein guter Platz wäre Pilzbeete anzulegen usw. aber wie von selber, kreisen nonstop alle Gedanken nur um
die Zukunft. Jedoch komme ich mit diesen Gedanken nie zu einer Lösung. Das dreht sich im Kreis ohne Resultat und setzt sich permanent fort. Der Pilz machte sich darüber lustig und
verdeutlichte mir, wie absolut unsinnig das ist. Auch ich musste lachen, weil mir nun aus einer neutralen und objektiven Sichtweise klar wurde, wie absurd das eigentlich ist, wenn man
in der Natur ist, aber die Natur gar nicht wahrnimmt, weil man nur über die Zukunft nachdenkt. Mir wurde gleichzeitig klar, dass dies bei vielen anderen Menschen auch so sein wird.
Ich konnte mich in alle möglichen Spaziergänger hineinversetzen und mir vorstellen, worüber die vielleicht nachdenken, während sie auf dem Weg entlang gehen. Mir wurde bewusst das jeder
in seiner eigenen Blase lebt und seine Gedanken glaubt. Doch welcher Spaziergänger hat die "richtigen" Gedanken, während er hier entlang geht? Was sind die richtigen Gedanken, die man haben
sollte? Die Antwort des Pilzes war, dass man keine Gedanken haben sollte, sondern den Moment im Hier und Jetzt in der Natur erleben soll. Das ist ein Aspekt den man von Pilzen lernen kann,
dass man deutlich naturverbundener wird.

Der Pilz gab mir zu verstehen, dass ich mit diesen Gedanken-Spiralen unbedingt wieder aufhören muss. Das sagte er mir auf früheren Reisen schon einmal und das Denken im Alltag war dann
tatsächlich für lange Zeit weg. In den letzten Wochen ist das aus irgendeinem Grund wieder zurückgekommen. Der Pilz sagte mir, dass ich dies nun wieder stoppen muss, da ich mir damit
selber nichts gutes tue. Gerade deshalb weil ich schon einmal ein schweres Burnout hatte, sollte ich sozusagen meine Ressourcen schonen und nicht mit denken zu viel "Prozessorleistung" belegen.
Der Pilz half mir zu verstehen, woher dieses denken kommt. Ich konnte sehr sehr tief in mein Unterbewusstsein reisen, beinahe als würde man auf den Grund des Ozeans tauchen. Dort konnte
ich aus einer neutralen Sichtweise heraus verstehen, woher dieses denken kommt. Die Ursache für diese Gedankenspiralen ist der Zwang alles zu 100% geplant und kontrolliert zu haben
um Unvorhergesehenes und Ärger zu vermeiden. Am liebsten ist es mir, wenn ich alles 100% geplant habe und einfach meine Ruhe habe, weil ich keinerlei Stresstoleranz mehr habe. Das äussert
sich dann so, das das Gehirn alles für die Zukunft durchdenkt und dabei aber zu keiner Ruhe kommt. Ich will das Leben sozusagen wie ein Drehbuch planen und auf diese Weise Ärger vermeiden.
Ich konnte im Ozean meines Inneren nun noch tiefer gehen und verstehen, woher dieser Zwang der Kontrolle kommt. Die Ursache dafür liegt in der Kindheit. In der Kindheit hat man gelernt
das Ungewissheit schmerzhaft ist. Das hat sich so verinnerlicht das man es ohne das einem das aktiv bewusst ist, ins Erwachsenenleben mitgenommen hat und unbewusst heute noch lebt.

Der Pilzgeist war unglaublich gütig und verständnisvoll und gab mir zu verstehen, dass es ok ist, dass ich diese Muster mitgenommen habe ins Erwachsenenleben. Er sagte mir, dass ich deswegen
nicht schlecht bin und er mir nun zeigen wird, wie die Sichtweise auch aussehen kann, wenn man keine Gedanken hat die die Zukunft 100% planen. Sanft aber beständig, begann er nun ein
gewisses ungeordnetes Chaos im Kopf zu erzeugen. Gedanken wurden immer wahlloser und unspezifischer. Jegliche Planung und Kontrolle entzog sich zunehmend aus den Gedanken. Visuell
wurde das verdeutlicht mit absolut rasch morphenden hochkomplexen Tryptamin-Visuals die wunderschön anzusehen waren, aber sich jeglicher Planung und Sprache entzogen. Das Ego begann
sich zunehmend aufzulösen. Das Konzept von dem der ich bin zerlegte sich immer mehr. Allerdings in einer absolut fürsorglichen Weise. Wie ein Windhauch trug der Pilze immer mehr Konzepte
und Aspekte von dem weg, der ich bin. Das fühlte sich unglaublich wohltuhend an. Wenn man nichts mehr planen muss, beginnt man im Hier und Jetzt zu leben und ist komplett präsent.
Das machte in diesem Moment absolut Sinn. Ich genoss es einfach absolut präsent, ohne dominierendes Ego zu verweilen und diese Visuals zu geniessen.
Im Grunde war das das genaue Gegenteil von dem was ich im Alltag bin und denke. Die Kernaussage war, dass Planung nicht möglich ist und man sich dem Fluss hingeben soll. Der Pilz suggerierte mir, das ich genau
diese Sichtweise auch in den Alltag mitnehmen soll. Wenn ich das nächste mal nach Orten für Pilzbeete in diesem neuen Waldgebiet suche, dann soll ich kurz anhalten und mich an die
Botschaft dieser Reise erinnern.
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Durch die zunehmende Auflösung des Egos nahm der Trip nun immer mehr transpersonale Züge an. Ähnlich wie beim Anfluten von DMT ging ich nun zunehmend über in eine übergeordnete allumfassende
Wirklichkeit. Das war mit einer sehr großen Erlösung verbunden. Mir wurde wieder bewusst das nichts all zu wichtig zu nehmen ist, weil alles irgendwann egal sein wird.
Am Ende war es nur eine Inkarnation. Was ich im Alltag bin, ist eine "geronnene" Form von Konzepten, die ein scheinbar abgetrenntes Bewusstsein erschaffen und sich fälschlicherweise
als autonom erfahren. Tatsächlich ist alles EINS. Das sagt sich sehr leicht und kann nicht wirklich in Worte transportiert werden sondern muss selber erlebt werden.
In Summe fühlte sich diese Phase an wie eine mittlere Dosis DMT, bei der man immer mehr in die allumfassende und übergeordnete Wirklichkeit vordringt, doch ab hier fängt es an
unmöglich zu werden es in Worte zu fassen.

Nach dieser holotropen und DMT-ähnlichen Phase sank ich wieder etwas runter in die Alltagswelt und beschäftigte mich wieder mit meinem Inneren. Ich stellte mir die Frage, wie ich eigentlich
wirklich bin. Diese Frage klingt völlig banal und stellt sich im Alltag nicht, doch unter dem Einfluss von Pilzen war dies nun eine zentrale Frage. Auch auf einer früheren Reise
stellte ich mir diese Frage schon einmal. Unter dem Einfluss von Pilzen wurde mir klar, dass man im gesamten Alltag nur Rollen spielt. Je nachdem wie man sein muss, so verstellt man sich.
Man ist nie so, wie man wirklich ist, sondern man verstellt sich je nachdem was man tun muss und welche Rolle man spielen muss. Das führte mich dann zu der Überlegung, wie ich eigentlich
wirklich bin, wenn ich keine Rolle spiele. Darüber dachte ich bestimmt eine Stunde nach, aber darauf konnte ich keine klare Anwort finden. Dadurch das man sich im Alltag nur verstellen
muss, weis man irgendwann nicht mehr, wie man eigentlich wirklich ist, oder wie man ursprünglich war, auch nach gründlichem Nachdenken nicht. Ich konnte wieder tief in mein Unterbewusstsein
reisen, wie auf einen Ozeangrund und erkunden, woher diese Verhaltensweise des Rollen spielens kommt. Mir wurde klar, dass dies aus der Kindheit stammt. In der Kindheit hat man gelernt,
dass man so wie man ist, falsch ist. Daraus resultierend habe ich dann weiters gelernt, dass, wenn ich mich 100% verstelle ich zumindest geduldet werde. Nicht unbedingt gemocht, aber
immerhin geduldet. Diese Verhaltensweise hat sich so automatisiert und verinnerlicht, dass sie sozusagen in den Werkseinstellungen verankert ist, wie bei einem Computer.
Mir wurde dann weiters bewusst, dass ich aber nicht der einzige bin der nur Rollen spielt um geduldet zu werden, sondern das dies sogar die Norm ist.
Ich musste an diese verrückte Social-Media Welt denken und konnte richtig nachfühlen, wie absolut fake das alles ist. Hinter den gespielten Fassaden steckt unter Umständen ein riesen
Berg Probleme, den ein unreflektierter Follower wahrscheinlich gar nicht sieht. Plötzlich setzte ein hammerharter Lachkrampf ein. Ich musste mich kaputtlachen darüber, wie absolut
hirnrissig dieser ganze Social-Media Kram ist. Das war das Irrste was ich mir vorstellen konnte. Gleichzeitig ist das aber auch traurig, weil in der heutigen Welt fast niemand echt
und authentisch ist, bzw. echt sein "darf". Vermutlich auch deshalb ist Social-Media absolut nicht meine Welt und ich bin dort auch nicht präsent, weil mich dieses Fake-Getue ankotzt.
Das hat mir auch der Pilz noch einmal bestätigt, dass Menschen mit Social-Media auf einem falschen Weg unterwegs sind.

Nun waren 4 Stunden vergangen und die Wirkung wurde schwächer. Ich nahm ein Opiat um den Bodyload zu betäuben und das Nachglühen der Wirkung mit den Restvisuals zu geniessen.
Dazu hörte ich Psytrance und schamanische Musik bis ich schlafen ging.

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