Ayahuasca im Dschungel, keine gute Idee!

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Letztens schrieb ich ja einen Tripbericht, in welchem ich mitteilte, dass ich mich jetzt nach Peru möchte, um Ayahuasca bei einem Schamanen zu trinken. Weiter wollte ich das mit einer ehrenamtlichen Arbeit in einem Permakulturprojekt kombinieren.
Das Reiseziel war Iquitos.

Erst danach habe ich mich ernsthaft damit auseinandergesetzt, wie man da unten hinkommt und was das eigentlich alles mit sich bringt.
Meine Vorstellung ging in die Richtung, dass man dort einfach auftaucht und sagt, dass man Ayahuasca trinken möchte und schon geht es los.

Jetzt zeigte sich allerdings, dass der Ayahusaca Tourismus derart groß ist, dass ich lauter "Retreat" Angebote von irgendwelchem Schamanen in und um Iquitos gefunden habe.
Zuerst überprüfte ich einen Aufenthalt bei Don Augustin Riva Vasquez. Er arbeitet nur auf Termin und nur mit Reisegruppen, Kostenpunkt min. 3500€ für 2 Wochen Ayahuasca. Ich sprach mit dem Reiseanbieter darüber, ob man einige der Reisepunkte streichen kann, die mich nicht interessierten, wie z.b. eine Stadtrundfahrt in Lima. Ich würde z.b. lieber eine Runde im Meer schwimmen, ehe es weiter nach Iquitos geht, als mir ein versmoktes Loch wie Lima anzuschauen. Denn ich halte es ja schon kaum im luftvergifteten Stuttgart aus, wenn ich dort z.b. mal den Schlossplatz besuche. Der Reiseanbieter zeigte aber keinerlei Interesse, den Preis auch nur um einen Cent zu reduzieren, egal wie sehr man sich selbst aus dem Reiseprogramm heraus nehmen wollte. Sie meinten sogar, dass ich für ihre Reisegruppe ungeeignet sei, wenn ich keinen Bock auf ihre Reisestationen habe.

Danach überprüfte ich den Temple of the way of light. Hier war ich auch an einem Volontariat interessiert.
Fucking 4000€ verlangen diese raffgierigen scheiß Schamanen für ein 12 Tage Retreat. Da ist noch nicht einmal der Flug dabei.
Dieser sogenannte Tempel bietet auch ein zweiwöchiges Volontariat über das Chaikuni Institut in seinem Permakulturinstitut an.
Volontariat bedeutet eigentlich ehrenamtliche Arbeit, man verzichtet auf Bezahlung und bleibt alleine gegen freie Kost und Logie. Das dachte ich zumindest.
Im Temple of the way of light dagegen verlangt man 500€ für 2 Wochen ehrenamtliche Arbeit vor Ort. Aus meiner Sicht ist das Betrug.
Denn für mich bedeutet ehrenamtliche Arbeit, dass es ohne Geld funktioniert, und zwar auf beiden Seiten. Dieses Model, das das gute Gewissen von Menschen aus dem Westen, auf diese Art ausbeutet, ist aber nicht nur hier zu finden, sondern hat bereits überall Mode erreicht.
2 Wochen in Peru für 500€... Das ist selbst unter den Volontariatsbetrügern Wucher.
Da kommt man sogar günstiger weg, wenn man Kost und Logie selbst aussucht und bezahlt.
Und sowas nennt sich Tempel. Normalerweise arbeitet ein Tempel gegen Spenden und nicht gegen Wucherpreise. Aber Ähnliches kannte zumindest schon von den raffgierigen Buddhisten bei Kaiserslautern.

Ich finde das sogar derart verdorben, dass ich den gesamten Ayahusaca Schamanismus in ganz Südamerika hiermit ernsthaft infrage stelle.

Weiter habe ich unzählige Angebote von zahlreichen Schamanen gefunden, die ebenfalls 12-tägige Ayahusaca Retreats anbieten und allesamt um die 1000€ (ohne Flug) kosten. Das ist zwar durchaus ein fairer Preis, aber mich hat dennoch das Ausmaß des Ayahuasca Tourismus sehr erschrocken. Jetzt habe ich in meinem Kopf nur noch die Vorstellung, dass man bei einem Schamanen im peruanischen Dschungel nur noch dann eine Ayahusaca Erfahrung machen kann, wenn man eine riesige Stange Geld mitbringt und dazu alles nur noch auf Termin abläuft, wie in einem deutschen Rathaus.
Jeder Gedanke, der die Freiheit im Dschungel sah, ist zu Staub zerbröselt, im Angesicht dieser komischen Sache.
Ich habe überhaupt keine Lust mehr, dorthin zu reisen.
Aus meiner Sicht riecht hier einfach alles nach einer Touristenfalle, in einem Ort, der schon längst genauso wenig mehr etwas mit Freiheit zu tun hat, wie der Aufenthalt in Deutschland.
Sprich ich halte den Dschungel, den Schamanismus und den Ayahuasca Tourismus für nichts weiter mehr, als Zeitverschwendung und Betrug.
Weiter haben sich in der Biomasse, die sich mein Gehirn nennt, Gedanken eingenistet, die alle Ureinwohner Südamerikas für Heuchler hält, die den Menschen im Westen dieselben Fehler vorwirft, die sie jetzt beginnen, selber zu tun.
Deren Aussagen über die Grausamkeiten des Westens klingen für mich nun, nur noch nach Opfergejammer von Menschen die zu schwach waren ihr eigenes Land zu verteidigen und umgekehrt genauso grausam gewesen wären.
Die Gedanken gehen so weit, dass ich sogar das Ayahuasca selbst hinterfrage in Gedanken, die solche Muster aufweisen: "Wenn die Schamanen in Peru derart gierig geworden sind, kann Ayahuasca oder ihr Umgang damit, nicht so toll sein, wie sie behaupten."
Sprich, das, was diese Schamanen als ein Paradies verstehen, sieht für mich schon aus der Ferne aus wie eine Hölle. Ich brauche nicht diesen Ort zu bereisen, um bestätigt zu werden, es ist offensichtlich.

Dann kommt noch die Problematik mit dem Flug hinzu, es ist äußerst Zeitaufwendig nach Peru zu reisen. Mit Hin- und Rückflug hält man sich min. 4 Tage in Flugzeug und Flughafen auf, eher mehr. Was für mich ebenfalls eine unerträgliche Zeitspanne ist. Ich bin sehr empfindlich, was das Reisen angeht und den Aufenthalt an Orten, die ich eigentlich nie betreten möchte. Ich bin eher der Typ, der Zuhause bleibt, weswegen ich mich mit dem Reisen allgemein schon schwer genug tue. (Ich mache eher Ausflüge) Ich finde schon 3 Stunden im Auto zu viel, als dass ich das aushalten möchte. Das hat dann auch das Fass zum Überlaufen gebracht, weshalb ich die Reise nach Peru abgebrochen habe.
Es gab noch einen Punkt, das war die Sprache, Spanisch. Ich hatte vor, sie zu lernen, stellte dann aber fest, dass ich sie einfach furchtbar finde, mit den Erinnerungen an meine Kindheit. Meine Eltern hatten mich unzählige Male mit nach Spanien genommen und später gezwungen, ich wollte aber nie die Sprache lernen und das setzte sich jetzt als Erwachsener fort. Spanisch klingt einfach nicht schön für mich und ich frage mich, warum die Indianer nicht genug Ehre besitzen, um ihre eigene Sprache in ihrem eigenen Land durchzusetzen. Jemand, der so wenig Selbstbewusstsein besitzt, kann mir sowieso nicht helfen. Wahrscheinlich würde ich am Ende diesen Schamanen mehr helfen als sie mir. Warum also sollte ich dafür auch nur einen Cent bezahlen, wenn ich es selber sowieso besser hinkriege zu trippen, als diese Schamanen es jemals tun werden. (ich weiß, das Ego)

Ich erfuhr weiter, dass Don Augustin erst letztes Jahr in Europa, u.a. in der Schweiz war. Wenn ich also einfach nur diesen Kerl sehen will, kann ich warten, bis er wieder kommt und brauche nicht durch die Odysee zu gehen, die einen erwartet, wenn man in dieses abergläubische Land reist. So wie ich die Ayahusaca Schamanen, die Europa bereisen, kenne, verlangen sie hier aber auch absolute Wucherpreise. Früher erklärte ich mir das mit den Reisekosten, jetzt weiß ich aber, dass sie einfach nur genauso maßlos gierig sind wie Odin nach Macht.

Bevor ich diese Recherche betrieb, mit der Absicht nach Peru zu reisen, sah ich noch die Videos von Max auf seinem neuerem Kanal "Psychedelische Reise" in welchem er die "Retreat" Angebote für Psychedelika allgemein kritisierte. Ich verstand nicht wirklich, was er eigentlich meinte, jetzt aber schon.
Ich hatte mich vorher einfach nie mit psychedelischen Retreats beschäftigt. Ich habe das Zeug einfach gekauft und genommen, nachdem ich mich vorab darüber informiert habe. Ich schätze mal, diese Betrüger in Europa erzählen genau dieselben Lügen über LSD, wie die Schamanen über Ayahusaca, also dass man sie doch bräuchte, um es zu nehmen.
Scheiß auf die Schamanen und ihre lächerliche Behauptung, man bräuchte sie, um Ayahuasca zu trinken, genauso wie auf die Retreat Betrüger in Europa. Das ist nun für mich derselbe Unsinn, wie der, den die Kirche über Gott behauptet. Und es erinnert mich auch an den Staat und seine Drogenverbote, die ich genauso wenig beachte wie das dumme Geschwätz vom Papst.
Ich brauche keinen Schamanen, um Ayahuasca zu brauen und zu trinken, das habe ich schon alleine hingekriegt und ich kriege es bei Interesse jederzeit wieder hin und ich brauche auch keine Reatreat Psychopathen, die wahrscheinlich allesamt weniger von LSD verstehen wie ich. Und ich sage euch, geht da nicht hin, wenn ihr LSD wirklich nehmen wollt, kauft es einfach und nehmt es. Lasst euch nicht abzocken.
Jetzt finde ich den Schamanismus nur noch zum Davonlaufen, genauso wie diese Reatreat Angebote. Ich vertraue diesen Schamanen nicht mehr, ihr Wort ist für mich genauso wertlos geworden wie das Wort jeder Religion.

Es ist doch erstaunlich, wie es diese menschengemachte Welt immer wieder schafft, mich damit niederzuschmettern, wie scheiße sie eigentlich ist.
Nachdem man von Havarien, Kohlegruben, dem Abbau Seltener Erden, Ölsanden, der billig Textilindustrie, Tierquälereien aller Art, dem furchtbaren Umgang mit dem Wasser, der konventionellen Landwirtschaft, den Abholzungen aller Wälder und den vielen Kriegen und Diktaturen etc. gehört hat, kommt diese Hölle einer Welt und schafft es immer noch einen mehr obendrauf zu setzen an Bullshit. Ja, ihr hört richtig, ich empfinde den Ayahuasca Tourismus als ähnlich schlimm, wie z.b. die Textilindustrie von Bangladesch.
Ich komme mehr und mehr zum Schluss, dass ich alles, und zwar wirklich alles selber machen muss, damit es richtig gemacht wird, weil alle unserer Vorfahren versagt haben.

Danke fürs Lesen dieses zugegeben sehr hitzigen Beitrags.
Psychedelic QiGong Meditation

Re: Ayahuasca im Dschungel, keine gute Idee!

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Nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, kam ich zum Schluss.
"Dieser Winter in Deutschland ist nicht gut für mich."
Es ist wirklich schwierig, hier in Umständen zu leben, die einen nicht herunterziehen, im Vergleich zum Sommer.
Ich komme nach solchen mentalen Winterpsychotrips, die wie Weihnacht, wie alle Jahre wiederzukommen scheinen, immer wieder so vor, wie dumm der Winter eigentlich macht, wenn man sich nicht in einem atmungsaktivem, warmen und mit der Natur verbundenem Haus aufhalten kann, um dort einen Winterschlaf zu halten.
Zum Glück scheint jetzt die Sonne, mit jedem Tag wieder länger.

Was die Schamanen angeht, schätze ich, verhält es sich wie mit Psychologen, ich kann ihnen in dieser Welt prinzipiell nicht vertrauen, muss mir aber eingestehen, dass es Ausnehmen geben kann.
Pauschal beleidigende Kommentare nehme ich deshalb hiermit zurück. (Sie bleiben aber trotzdem oben stehen, damit ihr wisst, was überhaupt gemeint ist, zudem auch einiges an Wahrheit im wutentbrannt geschriebenen Text oben steht)

Allerdings finde ich die Indianer trotzdem etwas heuchlerisch, wenn sie davon reden, im Einklang mit der Natur leben zu müssen und Flugzeuge, egal ob es das Klimaesoterische Regierungsblabla vom Co2 Gespenst oder die New Age spirituellen Naturwissenschaften mit ihren Chemtrails sind, sie erklären dir Beide: "Das was da, mein lieber, was da aus dem Flugzeug an Smokstreifen zu beobachten ist, ist pures Gift das die Welt vergiftet und die Sterne ausblendet."
Warum fliegen diese Dinger überhaupt für Schamanen, die damit die Welt heilen wollen?
Ich habe mal nachgeschaut, ob Segelschiffe den Atlantik überqueren, und tatsächlich. Man kann mit einem Segelschiff ab etwa 3500€ den Atlantik überqueren. Wenn die Schamanen, die den westlichen Lebensstil kritisieren, also schon so viel Kohle scheffelt, dass sie gruppenweise Menschen mit ihren berauschenden Getränken gegen so viel Geld verführen, mit der Aussage, damit die Welt zu heilen, dann können sie auch das Segelschiff bezahlen, um ihre Besuche in der Schweiz zur Befriedigung zu bringen. Ebenso die Ayahuasca Touristen mit, wahrscheinlich nicht selten von Geld überfüllten Beuteln. Damit meine ich solche Menschen wie Adam vom YT-Kanal "Psyched Substance." Sie haben keine nennenswerte Krankheit im Gepäck, mit der man sagen kann, "Ja Kollege, du hast Krebs, viel Spaß im Dschungel." Wenn man einfach nur trippen will, braucht man dafür nicht irgendwelche Schamanen im Dschungel zu besuchen. Wenn nur genug Schamanen und ihre Druffis, mit dem Segelschiff über den Atlantik fahren würden, dann könnte man sogar eine Segelschiffsfährflotte eröffnen, die die freie Energie des Windes so umleiten, dass man im Einklang mit der Natur, den Atlantik überqueren kann.
Dann kostet der Ayahuasca Tourismus nicht mehr 3500€ zu Don Augustin, sondern wahrscheinlich 7000€, aber so sieht halt der echte Preis aus, wenn man auf seinem Trip oder in seinem Schamanismus nicht die Natur nicht vergewaltigen will.
Ansonsten werde ich aber heute jedem Tripper und jedem Schamanen, der mit dem Flugzeug reist, um Ayahuasca zu trinken oder zu vermarkten, als Sternenausblender bezeichnen.

Diese Smokstreifen aus den Flugzeugen, entstehen übrigens dadurch, dass die Flieger zu hoch fliegen, sogar bei ganz alten, kleinen Propellermaschinen passiert das, die noch mit Dieselmotoren flogen. Der erste "Kondensstreifen", wie die Flugzeugromantiker ihren Smog nennen, wurde im Jahr 1919 über München von einer Doppeldecker-Propellermaschine beobachtet, während eines damaligen Rekord-Höhenfluges in einer Höhe von 9500m.
Natürlich werden jetzt die New Age spirituellen Wissenschaftler behaupten, das man schon damals Giftkanister mit auf 9500m Höhe genommen hat, um es von Anfang an so aussehen zu lassen, als wäre das nur das Triebwerk. (Sorry... ich glaube zwar Christina von Dreien zum größten Teil, aber diese Chemtrailtheorie klang für mich schon immer so albern, es ist eines der Dinge, die ich nicht ernst nehmen kann. Für mich ist der Treibstoff in dieser Höhe das Gift. Diese Smogwolken haben darüber hinaus, anders als das CO2, tatsächlich einen echten Treibhauseffekt, sofern sie bereits den ganzen Himmel über dem eigenen Kopf vermatschen)
Aber egal ob Chemtrail-Wissenschaftler oder Co2-Klima-Wissenschaftler, meistens ist es so, dass beide davon reden, wie doof sie das finden und als nächste steigen sie in das Flugzeug und stellen sich somit selbst ein Armutszeugnis in Sachen Glaubwürdigkeit auf. Da gefällt mir Greta Thunberg besser, auch wenn ich nichts von dieser CO2-Geschichte halte, ist sie wenigstens konsequent.
Bei Christina von Dreien bin ich mir hier nicht sicher darüber, wie sie z.b. zu ihrem kommenden Seminar nach Mallorca reist. (Sie spricht von Chemtrails)

Das bringt mich wieder zum Ayahuasca.
Stefan Raab, sprach mal, als er von Christian Rätsch die Wirkung von Ayahuasca beschrieben bekam, von einem Vergleich des Alkoholkonsums auf Mallorca.
Mit diesem ganzen Ayahuasca Tourismus, kommt mir das viel zutreffender vor als damals.
In den meisten Fällen ist es eine Form von Sauf-Tourismus wie auf Mallorca und da habe ich einfach keinen Bock mitzumachen.
Psychedelic QiGong Meditation

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