Juju
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Meditationspraxis und Ayahuasca

30. Aug 2018, 15:01

Hi

Ich lese hier jetzt schon länger stil mit und dachte ich melde mich mal an.
Schade dass hier im Forum nicht mehr allzuviel Traffic zu sein scheint :nick:

Ich praktiziere Übungen des Theravada Buddhismus, allerdings noch nicht allzu lang.
Da sich hier einige sehr gut mit Spiritualität auskennen, wollte ich mal fragen wie es sich verhält wenn man ebenjene Meditationen praktiziert und dann Ayahuasca auprobiert, da Ayahuasca ja eher schamanischen Ursprungs ist. Kann man das bedenkenlos ausprobieren oder bestehen Kontraindikationen frag ich mich da :spinnst:

Will mich halt irgendwie nicht verwirren, würde gerne weiter Forschen. Habe hier im Forum mal gelesen dass bei buddhistischer Praxis z.B LSD "besser passt".

Vllt kann hier ja jemand bisschen aus seinen Erfahrungen plaudern, würde mich sehr interessieren.

Liebes Grüßle

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raellear
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Re: Meditationspraxis und Ayahuasca

30. Aug 2018, 19:19

Ich kann nur ueber meine Erfahrung sprechen, und da muss ich sagen dass Ayahuasca und Meditation zwei Pferde sind, die sich fuer mich nicht gut gleichzeitig reiten lassen. Warum? Weil ersteres krasse, eindrucksvolle Erfahrungen um den Kopf haut, wohingegen klassische Meditation (z.B. Atembeobachtungen oder Koerperempfindungen) eine eher subtile Angelegenheit ist, bei der man sich mit sehr viel Geduld darauf ueben muss, 'nichts spektakulaeres' zu erwarten. Die beiden gehen also in zwei total verschiedene Richtungen. Meditation hat (in meinen Augen) das Ziel, nichts 'tolles' zu erwarten und funktioniert auch nur dann wirklich gut, wenn man diese Ruhe und den Frieden darin kultiviert, keine Erwartungen, keine Wünsche zu haben. Psychedellische Substanzen allerdings auf der anderen Seite induzieren irgendwelche spektakulaeren ERfahrungen, und dann war es das mit der Ruhe. In tiefen, langen Perioden der Meditation hat man es ja zum Ziel Zustaende des praśrabdhi, der Sammlung in tiefer Ruhe, zu erreichen. Wenn man nun Ayahuasca (oder LSD oder Pilze oder wie auch immer) zu sich nimmt, dann erlebt man eine Menge anderer Dinge, aber nicht diese subtile, tiefe Ruhe.
Das nur so grundsaetzlich. Die Probleme auf der praktischen Ebene sind aus meiner Erinnerung zahlreich. Ayahuasca erzeugt eine Verhagelung der Wahrnehmung der feinen und mitunter schmerzhaften koerperlichen Erfahrungen. Der feine Fluss koerperlicher Empfindungen wird ueberlagert mit der Wirkung der Substanz und es dauert Tage bis Wochen, ehe man wieder zurueck bei der urspruenglichen Wahrnehmung ist. Das mag man als "angenehmen Afterglow" der Ayahuasca-Erfahrung empfinden, in meinen Augen ist es eher ein Hindernis. Und man laeuft Gefahr den eigenen spirituellen Fortschritt anhand solcher (pflanzeninduzierter) Empfindungen festzumachen, anstatt wirklich die eigenen Empfindungen zu spueren.
Dazu kommt, dass mich allzu regelmaessiger Konsum von DMT launisch, fahrig, unkonzentrierter und leichter gereizt gemacht hat. Ich bin geerdeter und fokussierter geworden ab der Zeit wo ich das alles seltener gemacht habe.
Aber ich will es auch nicht nur verteufeln, ich hatte viele wertvolle Erfahrungen mit DMT und auch zu Beginn meiner Meditation viele augenoeffnende Erfahrungen, bei denen DMT geholfen hat. Aber irgendwann merkt man einfach, auf Dauer ist es besser ohne. ^^ Wobei es hin und wieder trotzdem Spass macht, nochmal die Pfeiffe auszupacken. :joint:
"if we are able to give priority to the meditation then all else will eventually fall into place on its own accord"

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