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Eulenspiegel
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

3. Feb 2012, 09:23

Ansichtssache hat geschrieben:... ich "hasse" mein Ego manchmal regelrecht. Und doch sind halt "hassen" oder "sich sehnen" genau die Gefühle, die das Ego aufrecht erhalten...
Nun ja, für den Haß trift das sicherlich zu, aber:
»Es gibt keine Vollkommenheit ohne Traurigkeit und Sehnsucht, denn ohne diese gibt es keine Besonnenheit, keine Freundlichkeit.
Weisheit ohne Freundlichkeit und Wissen ohne Besonnenheit sind nutzlos.«
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Ansichtssache
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

3. Feb 2012, 20:39

Ok, da muss ich dir Recht geben... ich versuche um ehrlich zu sein "Traurigkeit" momentan zu Verdrängen, vielleicht ist da der/ein Fehler...

Edit: hmm... ich sollte mir abgewöhnen zu denken, dass mir das Leben "etwas schuldet". ^^ Keine Ahnung woher diese komische Annahme kommt...

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Eulenspiegel
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

4. Feb 2012, 09:38

@Ansichtssache: Wenn Du versuchst Deine Traurigkeit zu verdrängen, ist das auch deshalb fatal, weil es dann in Deinem Leben auch keine Freude, keine Schönheit geben kann. Alle Energie fließt durch ein und den selben Kanal: Dich.
Du kannst die Energie blockieren, oder sie fließen lassen. Was nicht funzt, ist der Versuch, sie selektiv fließen zu lassen!

"Ich spüre meine Freude, aber meinen Schmerz fühle ich nicht." ist eine Illusion; es funzt nicht!!!

Du spürst, oder du spürst nicht, alles andere ist ein dicker Haufen Elefantenkacke.

Noch ein paar{hilfreiche(?!?)}Zitate:

»Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, daß wir sterben müssen, und weil dies bereits unser unabänderliches Schicksal ist, sind wir frei. Wer alles verloren hat, braucht nichts mehr zu fürchten.«

»Ohne das Bewusstsein vom Tode ist alles gewöhnlich, banal. Nur deshalb, weil der Tod uns umschleicht, ist die Welt ein unergründliches Mysterium.«

»Ein Krieger denkt an seinen Tod, wenn die Dinge unübersichtlich werden. Der Gedanke an den Tod kann als Einziges unseren Geist stählen.«

»Nur der Gedanke an den Tod gibt einem Krieger die Losgelöstheit, die ihn befähigt, sich allem hinzugeben. Er weiß, sein Tod umschleicht ihn und lässt ihm nicht die Zeit, sich an etwas zu klammern. Darum erprobt er alles und jedes, ohne es zu begehren.«

»In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, gibt es keine Zeit für Reue oder Zweifel. Es gibt nur Zeit für Entscheidungen. Welche Entscheidungen, das spielt keine Rolle. Nichts könnte wichtiger oder weniger wichtig sein als alles andere. In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, gibt es keine kleinen oder großen Entscheidungen. Es gibt nur Entscheidungen, die ein Krieger im Angesicht seines unausweichlichen Todes trifft.«
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Dr.Schuh
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

4. Feb 2012, 15:14

Ansichtssache hat geschrieben:Zum Beispiel beim Lernen für die Uni, den Zustand bewusst akzeptieren und sich nicht danach sehnen etwas anderes zu machen... oder kalt duschen, Aufräumen, sind halt sehr kurze Momente, auf die ich versuche aufzubauen.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe.. ^^

( Und dein Täglich Brot geb dir heute. :strubbel: )

Kalt Duschen ist eine Kerntechnik, die ich auch anwende, um den Schweinehund abzuschrecken.

Man kann dabei auch sehr schön die Prozesse beobachten... das kostet jedes mal Überwindung, ist aber hinterher jedesmal geil und nicht halb so schlimm gewesen.

*dusch dusch*
"So. Jetzt kalt."
*dusch dusch*
"Hmmm...ist aber so schön warm."
*dusch dusch*
"Moment noch, noch kurz warm.."
*dusch, dusch*
"Hmm bist du eigentlich bescheuert jetzt kalt zu duschen, bohr dir doch gleich n Loch ins Knie und.. ARG!"
*kaltdreh*
"AAAAAHHH!!"
*prust prust, zudreh *
....
....
... *tropf*
....
...
"GEEEEIIILLLLL" :lol:

Ich könnte stundenlang unter der warmen Dusche stehen, während ich darüber nachdenke, was das soll, und warum ich das machen möchte, und ob das lohnt, und was mir da so schwer fällt... mal versuchsweise kaltdrehen, unter dem Strahl rausspringen, warmdrehen, ein bisschen kälter drehen, Fuß drunterhalten, wärmer drehen... aber irgendwann kommt halt auch der Bus... Und entweder ich bin in die Stille gegangen und hab mein Ei gelegt,und den Hahn mit einem kurzen Griff auf kalt gedreht, oder eben nicht. Finde das immerwieder krass, wie man sich einen kleinen Handgriff so schwer machen kann.
~ Resting in Peace ~

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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

5. Feb 2012, 10:00

Ja.^^ Was soll ich jetzt dazu schreiben? Genau so ist es! :D

@Eulenspiegel: Ich glaube ich hab nur ein Buch von Castaneda, da stehen die Sätze auch drin. Aber ja, doch, das ist sehr hilfreich.

hmm... Entscheidungen. Gerade wird mir wieder bewusst, wie verschwommen manchmal alles in mir ist. Verschwommene Gefühle, verschwommene Gedanken. Vielleicht weil ich nicht zu(ge)lasse(n habe), dass sie klar werden?

Hm, ich fühle mich zur Zeit, als würde ich aus einem Traum aufwachen oder so...

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Erraphex
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

5. Feb 2012, 14:32

Ansichtssache hat geschrieben: Vielleicht weil ich nicht zu(ge)lasse(n habe), dass sie klar werden?
Nicht zulassen können? Aber ohne Wirrung keine Ent-wirrung und es ist die Reibung der Wirrungen, die all den stinkenden, schleimigen, mit Viren verseuchten - verkursteten - Schmotter löst und das uns eigene Mysterium freilegt.
Ansichtssache hat geschrieben: Hm, ich fühle mich zur Zeit, als würde ich aus einem Traum aufwachen oder so...
Beobachten. Wahrnehmen. Ohne Urteil.

:umarm:
happiness is the absence of resistance

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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

15. Feb 2012, 13:02

Ja, ich schau meiner Psyche zu und ich schau der Welt zu... Vielleiccht ist ja auch beides das Selbe.

Wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat, nicht alles gleich beurteilen zu müssen (und das sind bei mir nur sehr kurze Momente) dann ist man auf einmal so frei und hat so viel Energie. :D

Und komischerweise... weiß man dann halt doch im entscheidenden Falle wie zu handeln ist...

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Eulenspiegel
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

15. Feb 2012, 14:38

Ansichtssache hat geschrieben:...... Gerade wird mir wieder bewusst, wie verschwommen manchmal alles in mir ist. Verschwommene Gefühle, verschwommene Gedanken. Vielleicht weil ich nicht zu(ge)lasse(n habe), dass sie klar werden? // Hm, ich fühle mich zur Zeit, als würde ich aus einem Traum aufwachen oder so...
Ansichtssache hat geschrieben:Wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat, nicht alles gleich beurteilen zu müssen (und das sind bei mir nur sehr kurze Momente) dann ist man auf einmal so frei und hat so viel Energie. // Und komischerweise... weiß man dann halt doch im entscheidenden Falle wie zu handeln ist...
Zwischen diesen beiden Posts liegen Welten. ;)
Das bringt mich zum schmunzeln & gehört für mich zum Schönsten überhaupt! :bow:
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Ansichtssache
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Re: Antriebslosigkeit und Unlustgefühle

25. Dez 2013, 22:44

Hey!

Möchte einfach mal schreiben, dass ich grade viele interessante und neue Erfahrungen mache. Die positiven Auswirkungen von Meditation bezüglich der Bekämpfung von Angst und Depression kommen mir grade sehr zu Gute. Auch wenn ich weiß, dass ich noch einen sehr langen Weg vor mir habe und immer wieder eingespielte Muster die Kontrolle übernehmen.

Danke für dieses Forum, Erraphex und danke für die vielen hilfreichen Threads zum Thema Selbstfindung, innerlich frei werden, Techniken zum Entspannen und Fokussieren usw.

Was sich hier findet geht weit über das Thema Drogen hinaus und ist für jemanden, der sich grade aufmacht sein Leben neu anzupacken und das möglichst jeden Tag, sehr inspirierend. :ack:

Ich glaube, man sollte sich keine übertriebenen Erwartungen machen. Glaube nicht, dass das, was über Jahre in der eigenen Psyche falsch lief auf einen Schlag aufhört zu existieren. Zwar kann man immer wieder ins Hier und Jetzt kommen, aber meine Kraft und Kapazitäten sind dennoch abhängig von meiner Vergangenheit. Wirklich auflösen kann ich dieses Paradoxon noch nicht. ;) Aber es gibt eine positive Tendenz in meinem Leben, eine Richtung und die kann wirklich jeder einschlagen, wenn er/sie will!

Einfach nur ein fettes DANKE!

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