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de mollech
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

19. Jan 2013, 15:20

Das Gute an diesem Zustand ist wohl, dass es (vermutlich) keine Möglichkeit gibt, unverwandelt aus ihm herauszukommen, dass ich also zu dieser Macht werde finden müssen.
warum "müssen"?

weil diese angst, die sorge, an einem bestimmten punkt deiner biographie an deine tür geklopft hat:

"hallo mein schatz, gestatten, mein name ist todesangst" *

lass dich doch von dieser angst BEHERRSCHEN, kleines mädchen.

macht dich diese ohnmacht etwa glücklich?

natürlich nicht. (oder... wer weiss, vielleicht doch, die psyche mancher menschen ist recht seltsam gestrickt....)

wenn du nun aber sagst:

"ich MUSS die stärke in mir finden....MUSS die angst überwinden...MUSS mich erden....MUSS das studium abschliessen...MUSS gesund werden...MUSS dieses und jenes tun...darf nicht so verkopft sein....darf nicht dies....darf nicht jenes....USW."

dann sagst du:

"die angst beherrscht mich, ich bin unfrei, ich habe keine macht"

nur ein sklave MUSS tun, was er tut, und nach geboten leben, er wird beherrscht.

der mächtige aber WILL tun, was er tut, er herrscht.

und der weise WILL zuallererst mal sich selbst beherrschen lernen.



was willst du?
nicht:
was musst du.....


das darfst du dich fragen!

tu das, wenn du willst.






*da siehst du ma, wie mama aya deine spirituelle entwicklung geboosted hat:
bei den meisten klopft diese angst erst in den letzten jahren ihres lebens im reifen alter oder zuerst auf dem totenbett an...
dios ha muerto

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

19. Jan 2013, 19:39

de mollech hat geschrieben:warum "müssen"?

weil diese angst, die sorge, an einem bestimmten punkt deiner biographie an deine tür geklopft hat:

"hallo mein schatz, gestatten, mein name ist todesangst" *

lass dich doch von dieser angst BEHERRSCHEN, kleines mädchen.

macht dich diese ohnmacht etwa glücklich?
Gute Frage. Glücklich macht sie natürlich nicht, aber wie du schon meintest, seltsam gestrickte Psychen.
Es stimmt schon, dass ich mich lieber "müssen" und "brauchen" hülle, als Willen und Macht zu bejahen, aber warum genau muss ich noch herausfinden.
Danke für die Anregung.


Und auch zum Rest: Stimmt alles, gut beobachtet. Ich werde daran arbeiten.

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Mao
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

19. Jan 2013, 20:12

Hmm ... klingt nicht so cool.. :(

hoffe du kannst diese schwierige Zeit bald hinter dir lassen. Hab vertrauen, dass es wieder besser wird. Lass dich auf Menschen ein. Sei offen und erlaube es dir die Welt in Zweifel zu ziehen, gestatte es dir traurig zu sein, versuch zu fühlen...., vllt kannst du hier und da mal drüber lachen was dein kopf dir so alles vorschwatzt...und wenns akut richtig scheiße ist, versuche auszuharren und dich darauf zu konzentrieren, dass auch das wieder vorbei geht unds wieder bergauf geht. :)

Zur Medikation: Ich glaub es ist nicht verkehrt mal zu probieren was zB ein benzo am gegenwärtigen zustand macht. allein schon um zu sehen, dass es auch wieder alles sorgenfrei sein kann und die sorge ein produkt des kopfes ist und nicht ein problem kosmischen, existentiellen ausmaßes. (heißt ja nicht dass du gleich zur dauermedikation übergehen musst) Ich kenne leider diese Derealisationsgefühle und existenzphilosphischen inneren Dauermonologe, die eigentlich nur ein tiefer liegendes negatives Grundegfühl gegenüber dem Leben nähren. Suckt mächtig und man ist dem Denken so ausgeliefert.

Ein anderer - Weg wäre es, nochmal in den psychedelischen Abbys zu springen und der Angst auf den Grund zu gehen aber das ist natürlich riskant und nur dann möglich wenn du Vertrauen hast und solange dir das fehlt eh nicht in Erwägung zu ziehen. Und mit alledem was dich rumtreibt und dich trennt und von der Welt entfremdet wirst du dich so und so außeinandersetzten müssen, egal auf welchem Weg. Ich glaube dass diese Trennung und Entfremdung JEDER in sich trägt, nur die meisten dieser nicht mehr bewusst sind (das Gefühl verdrängt haben) und durch starke psychedelische Erfahrungen können diese Urerfahrungen der Trennung wieder verstärkt in das Wach-Normal-bewusstsein treten und dann konstant erlebt werden. Vielleicht gelingt es dir diese schwierige Phase als Chance zu begriefen, als Prüfstein, als etwas woran du wachsen kannst...

Auf jeden Fall alles Gute. Bist ein toller Mensch. Du packst das schon :umarm:
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Foulfellow
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

20. Jan 2013, 16:15

Das sind Prozesse die losgetreten wurden. Die Dauer variiert und ist individuell.

Du sagst dass lediglich dein altes Weltbild weggerissen wurde und kein "neues" da ist.

Du sagst dass du keinen Kontakt zu dem ultimativen Bewusstsein hast sondern lediglich zum "Verstand".



Der Verstand ist aber nur "dein" Werkzeug.. das bist nicht du... du bist das ultimative Bewusstsein. Der Kontakt besteht jederzeit.

Einfach halt unbewusst. Mache Dir ruhig deine gedanken, lass das was kommt so geschehen wie es geschieht.

Sehe es als einen Vorteil. Klar - am Anfang kaum möglich und sehr schwierig, aber gib dem Zeit. November? 3 Monate?

Gib dem ganzen mehr Zeit. Diese Phase die du durchlebst ist durchaus "wichtig".



Vielleicht (ich werde jetzt sicher von vielen Menschen kritisiert für diesen "Tipp") würde es sich lohnen noch eine weitere

Session zu starten mit dem Ziel : "Konfrontation". Definiere nicht, durchlebe. Klar klingt alles einfach und es kann durchaus

schwieriger werden als es ist. Aber im Grunde ist das eine geniale Sache. Es kann dir langfristig sehr viel Ruhe geben. Einklang.


Jetzt ist die Phase der "Aufrüttelung". Dein altes Weltbild zersetzt sich. Langsam bildet sich dann etwas 'Neues'.

Dieses 'Neue' braucht Zeit. Wenn es da ist wirst Du ewig dankbar sein.

Es bietet dir Einklang, Friede und das wird Einfluss auf ALLES haben.

Aber bevor neues entsteht braucht es Zeit. Erden ist eine gute "Ablenkung" von dem "Konstrukt" dass sich "Verstand" oder "Ich" nennt.

Sport, Gespräche, Unternehmungen generell. Alles Zeug was dich auf den Boden bringt. Das ist der Weg ohne eine weitere Zeremonie.


Falls Du nocheinmal Madre nehmen willst, tu es. Falls du zustark an dem 'alten' hängst - lass' es. Beide Wege sind im Grunde gleich gut.

Entscheide nach deiner Intuition, sofern Du zugang zu deiner Intuition hast. Bewussten Zugang. Lausche Deinen Träume. Lass dich

nicht von Deinem Verstand zer-denken. ;)



Die Phase die du durchlebst ist sehr wertvoll. :2daumen:

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Sonntagskind
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

21. Jan 2013, 08:02

aneurysma hat geschrieben: Gute Besserung! :umarm: Ist bei euch auch alles kalt, nass und weiß?
Danke! :knuddel:
Beginnendes Halsweh ist mittlerweile weg, aktuell niese ich ein bissi rum und die Nase geht zu - aber das schiebe ich gerade mal einer noch nicht getroffenen Entscheidung in die Schuhe; glaube nicht, dass das noch ein Schnupfen wird. :D
aneurysma hat geschrieben: Hier wurde es gestern statt joggen ein langer Spaziergang, war leider viel zu rutschig zum Laufen. Immerhin danach noch geschafft unter Leute zu gehen, was tatsächlich eine schöne Ablenkung war, zumindest größtenteils.
:2daumen:
aneurysma hat geschrieben: Das Gummiband kenne ich auch in anderem Kontext, als Skill für BPD-Patienten. ;)
;) Auch im Kontext mit Suchterkrankungen habe ich davon gehört; aber das ist vielleicht eine Henne-Ei-Frage...
aneurysma hat geschrieben: Danke für die Buch-Empfehlung!
:bow: Wechselduschen klingen auch gut.

Wie es aussieht, hast du das Fleischessen ja angetestet; wie war dabei/danach dein Erleben? Könnte das eine Möglichkeit sein/werden oder eher nicht so?
aneurysma hat geschrieben: Gesangsworkshop *beeil*
:2daumen:
Hab auch große Lust, mir einen Chor zu suchen. :)

BTW:
aneurysma hat geschrieben: Und was man wegdrückt, geht ja bekanntlich im Keller Gewicht heben.
:lol: Hab ich so auch noch nie gehört! :D
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~~ ~~ ~~ ~~ vulnerability ~~ ~~ ~~ ~~

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

21. Jan 2013, 18:19

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

21. Jan 2013, 23:35

Mao hat geschrieben:hoffe du kannst diese schwierige Zeit bald hinter dir lassen. Hab vertrauen, dass es wieder besser wird. Lass dich auf Menschen ein. Sei offen und erlaube es dir die Welt in Zweifel zu ziehen, gestatte es dir traurig zu sein, versuch zu fühlen...., vllt kannst du hier und da mal drüber lachen was dein kopf dir so alles vorschwatzt...und wenns akut richtig scheiße ist, versuche auszuharren und dich darauf zu konzentrieren, dass auch das wieder vorbei geht unds wieder bergauf geht. :)
Danke :bow:
Letzteres ist das, was wirklich schwierig ist. Es ist nicht so, dass ich die ganze Zeit fürchterlich unzuversichtlich, paranoid und verängstigt bin, und auch wenn die emotionale Färbung meines Eingangsposts wohl den Eindruck erweckt haben muss ;) , habe ich insgesamt doch immer wieder kleinere Durchbrüche, Einsichten, kann akzeptieren. Aber in regelmäßigen Abständen kommen die Gefühle dann mit grenzwertig überwältigender Kraft, so dass ich wirklich gar nicht mit ihnen arbeiten oder überhaupt klar denken kann, mich auch nicht in sie fallen lassen und hineinspüren kann, da es mich schier wahnsinnig macht. Immerhin sind diese Abstände mittlerweile ganz gut vorhersehbar...
Mao hat geschrieben:Zur Medikation: Ich glaub es ist nicht verkehrt mal zu probieren was zB ein benzo am gegenwärtigen zustand macht. allein schon um zu sehen, dass es auch wieder alles sorgenfrei sein kann und die sorge ein produkt des kopfes ist und nicht ein problem kosmischen, existentiellen ausmaßes. (heißt ja nicht dass du gleich zur dauermedikation übergehen musst) Ich kenne leider diese Derealisationsgefühle und existenzphilosphischen inneren Dauermonologe, die eigentlich nur ein tiefer liegendes negatives Grundegfühl gegenüber dem Leben nähren. Suckt mächtig und man ist dem Denken so ausgeliefert.
Aber wirklich ganz genau so empfinde ich es.
Mao hat geschrieben:Ein anderer - Weg wäre es, nochmal in den psychedelischen Abbys zu springen und der Angst auf den Grund zu gehen aber das ist natürlich riskant und nur dann möglich wenn du Vertrauen hast und solange dir das fehlt eh nicht in Erwägung zu ziehen. Und mit alledem was dich rumtreibt und dich trennt und von der Welt entfremdet wirst du dich so und so außeinandersetzten müssen, egal auf welchem Weg. Ich glaube dass diese Trennung und Entfremdung JEDER in sich trägt, nur die meisten dieser nicht mehr bewusst sind (das Gefühl verdrängt haben) und durch starke psychedelische Erfahrungen können diese Urerfahrungen der Trennung wieder verstärkt in das Wach-Normal-bewusstsein treten und dann konstant erlebt werden. Vielleicht gelingt es dir diese schwierige Phase als Chance zu begriefen, als Prüfstein, als etwas woran du wachsen kannst...
Ich denke, bis ich das wagen könnte, wird noch einige Zeit vergehen. Im Moment brauche ich aber so oder so nicht viel Fremdeinfluss um der Angst auf den Grund zu gehen, sie ist ja noch sehr gut zugänglich und ich bemühe mich, sie nicht zu verdrängen, wobei ich es vorziehe, wenn sie in Dosen kommt, mit denen ich arbeiten und mich auseinandersetzen kann. In den letzten beiden Tagen etwa war das misstrauische, unsichere Grundgefühl immer wieder aus heiterem Himmel da, allerdings nicht so überwältigend wie in den zwei Wochen davor. Da war es dann möglich, tief hineinzuspüren ohne das gleich der ganze Widerstand losgeht, und Ja dazu zu sagen.
Und ja...als Prüfstein kann ich die Situation schon immer wieder sehen. Nur schaffe ich es noch nicht, dieses Vertrauen lange aufrecht zu erhalten. Aber ich merke schon selbst, dass es auch viel zu früh dafür und die Erwartung unrealistisch wäre, Misstrauen, das ich ein Leben lang mit mir herumschleppe in ein paar Monaten loszulassen. Immerhin ist da überhaupt etwas außer dem Misstrauen :)
Mao hat geschrieben:Auf jeden Fall alles Gute. Bist ein toller Mensch. Du packst das schon :umarm:
Vielen Dank, Mao :umarm:

Und auch für den Almaas-Link danke! Sehr interessant! Zufälligerweise habe ich erst heute etwas sehr Plausibles und damit Deckungsgleiches über diese beschriebene Haltlosigkeit gelesen.




Foulfellow hat geschrieben:Der Verstand ist aber nur "dein" Werkzeug.. das bist nicht du... du bist das ultimative Bewusstsein. Der Kontakt besteht jederzeit.
Ja, das stimmt. Aber ich merke schon, dass ich mich noch sehr sehr oft mit dem Werkzeug identifiziere und es manchmal wirklich nicht schaffe, seine verzerrten Urteile als etwas anderes als die offensichtliche und einzige Realität zu interpretieren. Im Gegensatz dazu drängt sich das höhere Bewusstsein nicht gerade auf und entsprechend fühle ich mich davon abgeschnitten, spüre es nur sehr selten. :nixplan:

Foulfellow hat geschrieben:Sehe es als einen Vorteil. Klar - am Anfang kaum möglich und sehr schwierig, aber gib dem Zeit. November? 3 Monate?

Gib dem ganzen mehr Zeit. Diese Phase die du durchlebst ist durchaus "wichtig".
Da hast du Recht, im Grunde ist das sehr wenig Zeit für eine wirklich große Entwicklung, und ich habe auch das Gefühl, dass sich schon in dieser Zeit einiges entwickelt hat. Bloß sehe ich das alles nicht wenn die Gefühle zu stark werden, dann erscheint mir die Situation einseitig negativ und hoffnungslos und ich kann nicht glauben, dass es so in Ordnung und richtig ist, woraus Ablehnung, Katastrophengedanken und weiteres Hineinsteigern folgen.
Aber heute sehe ich es :)

Foulfellow hat geschrieben:Vielleicht (ich werde jetzt sicher von vielen Menschen kritisiert für diesen "Tipp") würde es sich lohnen noch eine weitere

Session zu starten mit dem Ziel : "Konfrontation". Definiere nicht, durchlebe. Klar klingt alles einfach und es kann durchaus

schwieriger werden als es ist. Aber im Grunde ist das eine geniale Sache. Es kann dir langfristig sehr viel Ruhe geben. Einklang.
In nächster Zeit werde ich dazu keine Gelegenheit haben und denke auch, dass erstmal genug an der Oberfläche ist und ich mich der Konfrontation so oder so nicht werde entziehen können. Außerdem meinte die Organisatorin der Zeremonien, ich solle kein Ayahuasca mehr trinken, was mich jetzt auch nicht gerade ermutigt, in näherer Zukunft einen weiteren Versuch zu starten. Ich will aber nicht kategorisch Nein sagen, sondern, wie du sagst, versuchen, auf meine Intuition zu hören.

Zum Rest: Einfach nur vielen Dank! :bow:


Sonntagskind hat geschrieben:Beginnendes Halsweh ist mittlerweile weg, aktuell niese ich ein bissi rum und die Nase geht zu - aber das schiebe ich gerade mal einer noch nicht getroffenen Entscheidung in die Schuhe; glaube nicht, dass das noch ein Schnupfen wird. :D
:D :2daumen:
Sonntagskind hat geschrieben:Wie es aussieht, hast du das Fleischessen ja angetestet; wie war dabei/danach dein Erleben? Könnte das eine Möglichkeit sein/werden oder eher nicht so?
Habe ich angetestet, ja. Ich tue mich ein bisschen schwer, mein Erleben mit dem Fleischessen in Bezug zu bringen, denn in den letzten Tagen habe ich überhaupt einiges ausgetestet, viel schwerer als sonst gegessen, körperliche und soziale Erfahrungen gesucht. Ich werde noch etwas experimentieren müssen, bevor ich was dazu sagen kann. Eine Möglichkeit bleibt es jedenfalls.
Und im Moment fühle ich mich tatsächlich weniger abgehoben als noch am Donnerstag, habe deutlich weniger Energie im Kopf als in den zwei Wochen davor und mehr Klarheit.
Sonntagskind hat geschrieben:Hab auch große Lust, mir einen Chor zu suchen. :)
Singen oder auch bewusst sprechen ist auch ein guter Zugang zur direkten Erfahrung und weg vom Verstand, habe ich jedenfalls am Wochenende so empfunden. :)
Sonntagskind hat geschrieben: :lol: Hab ich so auch noch nie gehört! :D
Ist aber keine Eigenkreation ;)




Gute Nacht! :gaehn:

SinusModul
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

22. Jan 2013, 09:20

Versuch mal in Situationen in denen dich die Angst oder Panik überkommt in dich hinein zu spüren und versuch zu entdecken woher die Angst auf körperlicher Ebene kommt.

Jede Emotion und Gefühl ist eine Verflechtung zwischen deinem Geist und einer körperlichen Reaktion. Wut fühlst du im Bauch. Liebe im Herzen. Angst meist im Solar-Plexus oder in der Brust. Schreck zB im Hals (dir bleibt ein Klos im Hals stecken...). Erleichterung im Herz ('dir fällt ein Stein vom Herz') etc.

Und genau so hat auch deine Angst/Panik einen Ort in deinem Körper wo sie sich manifestiert. Finde diesen!

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

22. Jan 2013, 10:29

Ich spüre die Angst vor allem körperlich - ganz klar in der Solar-Plexus-Gegend und etwas im Bereich von Schultern, Nacken und Brust. Ich atme da immer wieder rein, beobachte und versuche loszulassen. Während der Zeremonien hat das wirklich sehr gut funktioniert und mich nach einer Weile in einen selig-vertrauensvollen Zustand geführt, allerdings erst als die schlimmste Nacht schon überstanden war und "nur" noch die Überreste der Panik als große Anspannung und Energie im Bauch zu fühlen waren.

Erinnert mich an etwas, was mir jetzt schon mehrfach aufgefallen ist, zuletzt gestern: Nach längerem Hineinatmen in diesen "Angst-Ort" entsteht dort ein sehr unangenehmes, inneres Jucken, wie bei einer Wunde, die gerade verheilt (mir fällt kein besserer Vergleich ein, ich will aber nicht implizieren, dass dort irgendwas heilt). Unangenehm, weil daraus vage Impulse entstehen (z.B. das Jucken aus dem Bauch "reißen" oder schreien), die natürlich ins Leere laufen, und ich nichts weiß, was die Energie regulieren könnte.
Das scheint immer nach dem Runterkommen von einer sehr schlimmen Phase zu geschehen, wenn akzeptierendes Einfühlen wieder besser möglich ist.

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

23. Jan 2013, 21:10

Ketatripping Angel hat geschrieben: Edit: Oh, habe gerade gelesen, dass selbiger Vorschlag schon kam, wie gesagt, ein einmal gemachter Horror auf einer bestimmten Tripebene ereignet sich auf der selben nie wieder.
Meine Beobachtung: Wenn der "Horror" das Wiedererleben bestimmter Erfahrungen mit einbezieht, die als traumatisch erlebt und verdrängt wurden, dann können sie durchaus wieder so erlebt werden.

Auch weil es u.U. nicht möglich ist sie voll zu durchleben - imho eine Voraussetzung für Heilung. Solche Erfahrungen aber wieder voll zu durchleben setzt ein entsprechendes Energieniveau (und imho auch Stabilität und Struktur) voraus - ergo ist nicht jedem zu jeder Zeit möglich schwere traumatische Erfahrungen wirklich von Grund auf zu durchleben. Auch braucht es für das Wiedererleben auch nicht unbedingt psychoaktive Hilfsmittel.
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

23. Jan 2013, 21:47

aneurysma hat geschrieben: und ich nichts weiß, was die Energie regulieren könnte.
deine imagination ;)
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

24. Jan 2013, 06:49

Ketatripping Angel hat geschrieben:Meine Beobachtung: Das eventuelle Wiederdurchleben der unangenehmen Situation vollzieht sich dann auf einer anderen Ebene, man kann durch sie hindurchgehen, ohne Angst oder Schmerzen zu haben, sozusagen aus einer Beobachterposition und alles, was nötig ist, daraus lernen. So war es jedenfalls bei mir, okay, vielleicht solte ich nicht von mir auf andere schließen. Sorry.
Ja, schon möglich das das Wiederleben (grundsätzlich) auf einer anderen Ebene geschieht (im Einzelfall habe ich es so auch beobachtet) - imho wird es aber nicht jedem möglich sein, dass ohne Angst und Schmerzen wieder-zu-erfahren, sondern es läuft darauf hinaus, wieder und wieder dieser starken Intensität an Schmerz und Verzweiflung ausgesetzt zu sein und das wiederholen dieser emotionalen Notstände muss imho nicht immer förderlich bzw. kann u.U. auch too much sein...

Mein "aufbrechen" geschah während einer psychedelischen Erfahrung - und auch während der nächsten psych. Erfahrungen erlebte ich immer wieder sehr intensiv diesen Riss (u.a. in Form von Gefühlen der Zerissenheit), aus dem die ganzen unbewussten bzw. verdrängten Gefühle hochquollen bzw. indem die Selbstbildlügen mir offen ins Gesicht sprangen. Ich konnte da immer nur eine Wiederholung des Wiedererlebens dieser Abgründe beobachten und erst als der Großteil der damit verbundenen Inhalte an der Oberfläche war (was ein natürlicher Prozess war und nicht fokussiert werden musste) begann der Prozess der Heilung.
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

24. Jan 2013, 07:14

raterz hat geschrieben:
aneurysma hat geschrieben: und ich nichts weiß, was die Energie regulieren könnte.
deine imagination ;)
Um das vllt. noch ein wenig auszuführen. Du könntest dir z.B. mit dem reinatmen vorstellen, in deinen Bauch Liebe (aus dem nächst höheren Chakra) zu leiten. Oder versuchen die Energie aus dem Bauchzentrum in andere Regionen zu lenken - einfach vorstellen, wohin die Energie fliessen soll und dann mit jedem Atemzug genau das imaginieren. Wobei ich leider keine Idee habe was für dich und deine spezifische Reaktion ("kribbeln") jetzt das Richtige wäre. Vielleicht experimentierst du damit ein wenig.. (z.B. versuchen die mit dem kribbeln verbundene Energie über die unteren beiden Chakren aus dir "rauszuleiten"). Aber vielleicht ist es ja auch so, wie du schreibst, richtig & gut, dass es da jetzt kribbelt? Kannst du das kribbeln nicht versuchen genau so anzunehmen oder gar versuchen zu fokussieren? Vielleicht lässt das kribbeln bei dir die Impulse des "rausreissens" entwickeln, weil es in direkter Verbindung zu deinem Grundtraumata- bzw. Schmerz steht und es so nicht das kribbeln ist, was eigentlich unangenehm ist...
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

24. Jan 2013, 07:24

Jo imho gillt es da auch ein gesundes Mittelmass zu finden.
Einerseits wird man dem Schmerz dauerhaft nicht aus dem Weg gehen koennen und schmerzhafte Situationen vollkommen zu meiden ist praktisch nicht machbar.
Auf der anderen Seite halte ich es auch nicht fuer foerderlich, sich immer wieder zwangshaft mit solchen Situationen zu konfrontieren. Man sollte da auf sein Bauchgefuehl hoeren. Wenn sich gewisse Handlungen von vornherein nicht besonders gut oder richtig anfuehlen, dann muessen sie meiner Meinung nach auch nicht ausgefuehrt werden. Ich finde es wichtiger, die innere Balance zu finden.
So wie die Metapher mit den Wanderschuhen: Wenn man erstmal gute Wanderschuhe hat, dann ist es nicht mehr noetig, all den Disteln und Steinen auf dem Weg auszuweichen. Aber wer noch keine guten Wanderschuhe hat, dem ist nicht geholfen auf jeden Stein und jede Distel zu latschen. :freak:

Und was nun gute Wanderschuhe sind muss wohl jeder fuer sich selbst herausfinden. Festigkeit und Struktur im Leben sind imho fuer ernsthafte spirituelle Praxis auf jeden Fall wesentlich. :bow:
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

24. Jan 2013, 12:41

Ketatripping Angel hat geschrieben: Aber, was mir absolut geholfen hat: Wieder trippen! Ist natrülich erst einmal eine große Überwindung, aber einen Horror, den Du einmal auf einer bestimmten Ebene des Bewusstseins auf Trip erfahren hast, wirst Du auf der gleichen nie mehr erfahren, nein, ich vermute, dein neurosomatischer Schaltkreis hat jetzt eine stark negative Prägung bekommen, da ist das einzige Mittel: Neuprägung. Und das geht eben am einfachsten mit Psychedelika. Es muss ja nicht gleich wieder Ayahuasca sein, Psilocybin vielleicht. Ist jetzt nur meine Sicht der Dinge. Etwas unkonventionell vielleicht, aber letztlich musst Du selbst entscheiden.
Im Moment fehlt mir dazu wirklich der Mut.
Einerseits ist da schon die Neugier, ob eine erneute Erfahrung nicht, wie du sagst, die Negativprägung aufheben könnte. Andererseits überlege ich, ob nicht gerade diese Prägung zukünftige Trips in eine Richtung lenken könnte, die für mich nicht manageable ist, und es nicht besser wäre, zunächst ohne psychedelische Hilfsmittel an einer Neuprägung zu arbeiten.
Außerdem habe ich es, wie Erraphex, schon erlebt, dass schwierige Themen in Trips wiederholt wurden, zum Teil sogar intensiver als zuvor, was ich ebenfalls dadurch erklären würde, dass sie nicht vollständig zugelassen wurden.
Was ich vllt. noch dazu sagen muss: Ich habe ja nicht nur ein mal, sondern nach der sehr schlimmen Nacht noch zwei weitere Male (weniger) getrunken. Habe davor sehr mit mir gehadert, hatte aber das Gefühl, es wäre nicht gut, an diesem kritischen Punkt auszusteigen und das alles so unaufgelöst zu lassen. Die nächsten zwei Nächte waren dann zwar auch hart, aber gemäßigter. Ich habe die Zeremonien also nicht an dem schlimmsten Punkt verlassen (überlege aber im Nachhinein, ob ich nicht hätte mehr trinken sollen :nixplan: ).
Ketatripping Angel hat geschrieben:Das eventuelle Wiederdurchleben der unangenehmen Situation vollzieht sich dann auf einer anderen Ebene, man kann durch sie hindurchgehen, ohne Angst oder Schmerzen zu haben, sozusagen aus einer Beobachterposition und alles, was nötig ist, daraus lernen.
Erraphex hat geschrieben:Imho wird es aber nicht jedem möglich sein, dass ohne Angst und Schmerzen wieder-zu-erfahren, sondern es läuft darauf hinaus, wieder und wieder dieser starken Intensität an Schmerz und Verzweiflung ausgesetzt zu sein und das wiederholen dieser emotionalen Notstände muss imho nicht immer förderlich bzw. kann u.U. auch too much sein...
Ich glaube, dass es bei mir noch nicht so weit ist, dass ich die Situation ohne jeglichen Widerstand wieder durchleben könnte. Sehe aber eine Chance darin, dass die Gefühle immer wieder mit voller Wucht kommen, in mittlerweile recht gut vorhersehbaren Zyklen, die in ihrem Ablauf der Entwicklung während der Zeremonien ähneln. Vielleicht täusche ich mich da, oder es ist Wunschdenken, aber mir kommt es eigentlich nicht so vor, als bräuchte im Moment ein Mittel, um wieder mit der Situation in Kontakt zu kommen, da der angefangene Prozess ja nicht zum Abbruch gekommen ist sondern seitdem immer wieder dieselbe Abfolge von Misstrauen, Angst und Dissoziation, dann Vertrauen und schließlich Akzeptanz durchlebt wird, vielleicht, bis ich auch in dem tiefen Misstrauen akzeptieren kann (?).
raellear hat geschrieben:Auf der anderen Seite halte ich es auch nicht fuer foerderlich, sich immer wieder zwangshaft mit solchen Situationen zu konfrontieren. Man sollte da auf sein Bauchgefuehl hoeren. Wenn sich gewisse Handlungen von vornherein nicht besonders gut oder richtig anfuehlen, dann muessen sie meiner Meinung nach auch nicht ausgefuehrt werden. Ich finde es wichtiger, die innere Balance zu finden.
Stimmt wohl. Die zwanghafte Auseinandersetzung mit schwierigen Gefühlen kann den Fokus einseitig auf das Negative verlagern, sodass die leichten, positiven Dinge aus den Augen verloren und nicht geschätzt werden, habe ich z.T. so erfahren. Und außerdem muss ein gewisses Maß an Abwehr eben nicht immer nur schlecht sein.
Erraphex hat geschrieben: Um das vllt. noch ein wenig auszuführen. Du könntest dir z.B. mit dem reinatmen vorstellen, in deinen Bauch Liebe (aus dem nächst höheren Chakra) zu leiten. Oder versuchen die Energie aus dem Bauchzentrum in andere Regionen zu lenken - einfach vorstellen, wohin die Energie fliessen soll und dann mit jedem Atemzug genau das imaginieren. Wobei ich leider keine Idee habe was für dich und deine spezifische Reaktion ("kribbeln") jetzt das Richtige wäre. Vielleicht experimentierst du damit ein wenig.. (z.B. versuchen die mit dem kribbeln verbundene Energie über die unteren beiden Chakren aus dir "rauszuleiten"). Aber vielleicht ist es ja auch so, wie du schreibst, richtig & gut, dass es da jetzt kribbelt? Kannst du das kribbeln nicht versuchen genau so anzunehmen oder gar versuchen zu fokussieren? Vielleicht lässt das kribbeln bei dir die Impulse des "rausreissens" entwickeln, weil es in direkter Verbindung zu deinem Grundtraumata- bzw. Schmerz steht und es so nicht das kribbeln ist, was eigentlich unangenehm ist...
Danke für die Anregungen! Den Energiefluss kann ich in dieser Region (noch?) nicht groß beeinflussen, ist wie ein großer Knoten. Und der Impuls des Rausreißens, ist, als wolle ich konkret diesen Knoten entfernen, eine große Energie, die dort sitzt. Nach weiteren Überlegungen fällt mir jetzt aber recht viel ein, warum die Regulation dieser Energie sich so dringend anfühlt und warum sie im Moment nicht möglich sein könne.
Wahrscheinlich muss ich zunächst erkunden und tiefer einzuspüren. Auch das Unangenehme und die Impulse zuzulassen, ist wohl Trainingssache. Ich muss mal geduldiger sein ^^

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