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aneurysma
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Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 07:53

Ist mir etwas unangenehm, das hier breitzutreten, zumal einige es sich schon mehrfach anhören mussten und es einen ganz ähnlichen aktuellen Fred gibt, der mich nun als Heuchlerin dastehen lässt, aber im Moment einigermaßen "dringend" und vielleicht hat schon jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht, sie erfolgreich verarbeitet und mag berichten. Oder hat eine Idee, die ich gerade vor lauter Bäumen nicht sehen kann.

Nach einer viertägigen, sehr heftigen Ayahuasca-Zeremonie im November habe ich sozusagen keinen Boden mehr unter den Füßen.
Symptome in kurz: Ich denke ständig an die unheimlichen Erfahrungen zurück, habe ein unbegreiflich großes Misstrauen in alles, was mich umgibt und die "Wirklichkeit" selbst, paranoide Gedanken, das Leben ist mir nicht mehr vertraut. Darüber dann natürlich auch die Angst, verrückt zu werden, alle Kontrolle zu verlieren, durchzudrehen.
Regelmäßig bekomme ich Panik, die nicht zu vertreiben ist, und in unkontrollierbaren Zitter- oder eher Krampfanfällen am ganzen Körper endet. Und dann immer größere Hoffnungslosigkeit und Leere angesichts des anhaltenden Extremzustands und des Gefühls, alles sei fremd und nicht so wie es mir scheint oder früher erschienen ist.


Nun ist mir schon klar, dass ich die ein oder andere Diagnose verpasst bekommen könnte und glücklicherweise bin ich auch in Therapie, bei einem Therapeuten, der selbst Ayahuasca-Erfahrung hat. Trotzdem ist es sehr schwer und mir fällt langsam nichts mehr ein, womit ich mir selbst helfen könnte, außer, was ich eigentlich gerne vermeiden wollte, Medikation.
Daher die Frage: Wie landet man nach Erfahrungen, die das gesamte Weltbild ins Wanken bringen und der Wirklichkeit ihre Vertrautheit nehmen? Legt sich das "von selbst"? Was sind Faktoren, die der Integration im Weg stehen oder sie begünstigen können?


Danke schonmal :) :bow:

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Eulenspiegel
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 08:10

aneurysma hat geschrieben:.... die unheimlichen Erfahrungen ....
1.) Was war an Deinen Erfahrungen so unheimlich?
2.)"Medikation" ist blödsinn.
3.) »Legt sich das "von selbst"?« Ja.

Zu 3.) aus meiner Sicht: leider. Die Rückkehr zur "Normalität" halte ich nicht für sooo erstrebenswert - aus viellerlei Gründen.
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SinusModul
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 11:12

Hi Aneurysma,

hm das hört sich nicht leicht an, was du da erfährst. Ich hatte vor einem Jahr eine ähnliche Episode in meinem Leben (allerdings nicht in Verbindung mit Drogen sondern durch intensive Meditation & Selbstbeobachtung) in der sich durch gewisse Erfahrungen und dadurch resultierende Erkentnise mein komplettes Weltbild aufgelöst hat (und seit dem nicht mehr existiert). Das ist sehr schwierig. Zu erfahren, dass das kollektive Bewusstsein von 7 Miliarden Menschen nur ein kompletter Hirfick ist und unsre eigene Realität auf einer so unglaublich, unvorstellbaren tieferen Ebene erfahren werden kann (wenn man sich dem öffnet) das es einfach nur schmerzt.
Mein komplette Vorstellung von meinem (damals geglaubten) Selbst wurde einfach auf jeglicher Ebene von meinem wahren Selbst durchschaut. Daraufhin konnte ich für eine längere Zeit kaum mehr mit Menschen in Kontakt treten, da ich immer nur in der Rolle meines Egos mit anderen Menschen in Kontakt trat, sich dieses Ego aber auflöste und reine Wahrnehmung an dessen Stelle trat.

Ich habe mir daraufhin einfach sehr viel Zeit und Ruhe gegönnt und musste für eine Weile nahezu alle Kontakte zur Außenwelt auf das aller nötigstes reduzieren. Ich habe aber zum Glück ein gesundes Urvertrauen weswegen ich ständig wusste das dies nur ein temporärer Prozess ist den ich schlicht durchlaufen muss.

Und sei dir sich, wie Eulenspiegel schreibt: Es wird vorüber gehen! Vertraue!
Und trenn dich, auch wie Eulenspiegel sagt, von dem Gedanken wieder normal wie alle anderen werden zu müssen! Sei einfach wie du bist! Denn das bist du bereits :) Egal wie! Es ist immer richtig!

Werfe jegliche Vorstellung über dich und die Welt über bord! Du musst statt dessen auch kein neues Weltbild kreieren! Lebe ohne ein Weltbild oder einer Vorstellung von dir Selbst! Wenn du diese Angst völlig ablegen kannst wirst du sehr frei! DU musst nix wissen! Du musst nix verstehen! Du musst lediglich JETZT sein! Und das tust du bereits, egal was ist! Du bist immer, perfekt so wie du jetzt bist! Und das was da grad mit dir abläuft muss jetzt in diesem Moment genau so sein wie es ist, sonst wär es ja schließlich nicht so! Aber es ist so wie es ist!

Gönn dir einfach soviel Ruhe wie möglich, mach dich von allen äußeren Verflechtungen und Anforderungen frei so weit es nur geht und hab einfach das Vertrauen und die Gewissheit, das es vorbei gehen wird!

Alles gute!

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Psychedelicious
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 11:17

Habe mich gerade mit jemandem drüber unerhalten der auch einige Erfahrung hat. Hab ihm auch von deinen Versuchen mit verschiedenen Meditationen erzählt.
Er meinte du sollest mal lieber erdende Sachen machen, spazieren gehen, Sport, mehr unter Leute gehen und dich nicht nonstop mit dir und deinem Problem beschäftigen. Also dich vermehrt in die gesellschaftliche Konsens-"Realität" begeben.

Alles gute dir :umarm:
Zuletzt geändert von Psychedelicious am 17. Jan 2013, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 11:22

Ach ich möchte noch anmerken: Du musst nix integrieren oder konkret aktiv 'tun' um das Erfahrene zu verarbeiten. Das geschieht von selbst ;)

Du musst lediglich loslassen es verstehen zu wollen!


Verstehe garnix mehr!

Was kann schon passieren! Was kann dir jetzt in diesem Moment passieren!

Wenn du komplett loslässt es verstehen oder integrieren zu wollen, dann bleibt das übrig was jetzt in diesem Moment ist. Und dann kuck dich mal um und frag dich was gerade jetzt in diesem Moment nicht in Ordnung ist! Und insofern du dich nicht gerade in einem Heizofen oder in mitten einer Schar von Hoologans oder was weiß ich befindet möcht ich wetten das in 99,9% aller Fälle alles in Ordnung ist :)

(Dies bedeutet nicht, dass wenn du den Drang verspürst etwas tun zu müssen, dass du dem auch nicht folgen solltest! Nur musst du garnix! Es wird einfach passieren!)

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raterz
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 11:33

Hast du Erfahrung mit Meditation? Ich würds mit Metta probieren. Mitgefühl ist der Aspekt von Leerheit, der durch Drogen induzierte Erkenntnisse in der Richtung häufig fehlt.

Und natürlich auch wieder der Tip den eigenen Haus-Schamanen nen Blick drauf werfen lassen ;)
Don't worry, nothing is under control.

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 17:33

Vielen Dank für eure Antworten! :bow:

Eulenspiegel hat geschrieben:1.) Was war an Deinen Erfahrungen so unheimlich?
2.)"Medikation" ist blödsinn.
3.) »Legt sich das "von selbst"?« Ja.

Zu 3.) aus meiner Sicht: leider. Die Rückkehr zur "Normalität" halte ich nicht für sooo erstrebenswert - aus viellerlei Gründen.
1.) In den Zeremonien kam ein großes großes Misstrauen in alles auf. Gedanken waren: Die wollen mich verzaubern, es geschieht etwas Böses mit mir, ich kann niemandem vertrauen, es ist eine Verschwörung...davon dann zu: jemand (zB. einer von den Helfern oder sie alle) ist in meinem Kopf und kontrolliert mich...weiter zu: Ich werde verrückt, das ist eine Psychose, ich werde nie wieder normal...und schlussendlich: Das alles existiert nicht, die Wirklichkeit gibt es nicht, alles Illusion und Einbildung und dahinter steckt irgendetwas "Böses", Unheimliches. War das Beängstigendeste, was ich bisher erlebt habe, und es lässt mich nicht los :nixplan:
2.) Ist wie gesagt auch die mir unliebsame Variante und eher für den "Notfall" reserviert.
3.) Aus welchen Gründen? Sehe ich momentan zwiegespalten. Normalität ist mir immer noch lieber als die permanente emotionale Hölle.

SinusModul hat geschrieben:Zu erfahren, dass das kollektive Bewusstsein von 7 Miliarden Menschen nur ein kompletter Hirfick ist und unsre eigene Realität auf einer so unglaublich, unvorstellbaren tieferen Ebene erfahren werden kann (wenn man sich dem öffnet) das es einfach nur schmerzt.
Mein komplette Vorstellung von meinem (damals geglaubten) Selbst wurde einfach auf jeglicher Ebene von meinem wahren Selbst durchschaut. Daraufhin konnte ich für eine längere Zeit kaum mehr mit Menschen in Kontakt treten, da ich immer nur in der Rolle meines Egos mit anderen Menschen in Kontakt trat, sich dieses Ego aber auflöste und reine Wahrnehmung an dessen Stelle trat.

Das kann ich mir vorstellen. Wie hat sich dein Kontakt zur Außenwelt denn wieder "normalisiert", bzw. wie gestaltet er sich jetzt?
Bei mir ist es doch ein wenig anders. Meine Entwurzelung gründet nicht auf einer tieferen Erfahrung der Wirklichkeit oder gar meines wahren Selbst, sondern vielmehr auf dem Zweifel an allem. Das heißt, an Stelle meines alten Weltbildes ist keine neue Wahrheit getreten, es wurde lediglich das alte weggerissen und jetzt ist mein Verstand von morgens bis abends dabei, sich auszumalen, was er alles in Frage stellen und wovor er sich fürchten kann. Der Verstand wohlgemerkt, mit meinem wahren Selbst bin ich nicht in Kontakt. Urvertrauen ist wohl so ein Punkt. Ich glaube, das muss bei mir erst noch entwickelt werden.

SinusModul hat geschrieben:Und sei dir sich, wie Eulenspiegel schreibt: Es wird vorüber gehen! Vertraue!
Und trenn dich, auch wie Eulenspiegel sagt, von dem Gedanken wieder normal wie alle anderen werden zu müssen! Sei einfach wie du bist! Denn das bist du bereits :) Egal wie! Es ist immer richtig! Werfe jegliche Vorstellung über dich und die Welt über bord! Du musst statt dessen auch kein neues Weltbild kreieren! Lebe ohne ein Weltbild oder einer Vorstellung von dir Selbst! Wenn du diese Angst völlig ablegen kannst wirst du sehr frei! DU musst nix wissen! Du musst nix verstehen! Du musst lediglich JETZT sein! Und das tust du bereits, egal was ist! Du bist immer, perfekt so wie du jetzt bist! Und das was da grad mit dir abläuft muss jetzt in diesem Moment genau so sein wie es ist, sonst wär es ja schließlich nicht so! Aber es ist so wie es ist!
Danke! :) Versuche ich mir, vor Augen zu halten...
SinusModul hat geschrieben:Du musst lediglich loslassen es verstehen zu wollen!

Verstehe garnix mehr!

Was kann schon passieren! Was kann dir jetzt in diesem Moment passieren!

Wenn du komplett loslässt es verstehen oder integrieren zu wollen, dann bleibt das übrig was jetzt in diesem Moment ist. Und dann kuck dich mal um und frag dich was gerade jetzt in diesem Moment nicht in Ordnung ist! Und insofern du dich nicht gerade in einem Heizofen oder in mitten einer Schar von Hoologans oder was weiß ich befindet möcht ich wetten das in 99,9% aller Fälle alles in Ordnung ist :)
Hört sich sehr richtig an - natürlich gibt es nachts um 4 in meinem Bett keine konkrete Bedrohung - aber trotzdem ist das Bedrohungsgefühl sehr intensiv da. Das Vertrauen, dass alles in Ordnung ist, scheint irgendwie zu fehlen, ich scheine mich vor einer unsichtbaren, unbekannten Bedrohung zu fürchten, die ich aber natürlich durch mein Fürchten auch nicht loswerde, weswegen ich eigentlich genauso gut loslassen und nachgeben könnte. Ich frage mich selbst, warum ich es momentan nicht hinbekomme, nur zu sein, wo es doch so befreiend wäre. :nixplan:

Psychedelicious hat geschrieben:Habe mich gerade mit jemandem drüber unerhalten der auch einige Erfahrung hat. Hab ihm auch von deinen Versuchen mit verschiedenen Meditationen erzählt.
Er meinte du sollest mal lieber erdende Sachen machen, spazieren gehen, Sport, mehr unter Leute gehen und dich nicht nonstop mit dir und deinem Problem beschäftigen. Also dich vermehrt in die gesellschaftliche Konsens-"Realität" begeben.
Danke :umarm: Ein bisschen schwierig mit der Konsens-Realität, da ich es auch in ihr schaffe, ganz im Kopf und im Misstrauen zu bleiben - und unter Menschen fühlt sich die Trennung doppelt mies an. Außerdem fällt mir im Moment sehr wenig ein, was mir in der materiellen Umwelt Freude macht oder mich interessiert. Das meiste (zB. Sport, Spaziergänge, unter Leute gehen ^^) wird eher aus dem Gefühl "Ich sollte eigentlich, sonst verliere ich ja ganz den Realitätsbezug" getan. Und zur Meditation - nach Meinung deiner Quelle erst mal gar nicht mehr, oder wie?

raterz hat geschrieben:Hast du Erfahrung mit Meditation? Ich würds mit Metta probieren. Mitgefühl ist der Aspekt von Leerheit, der durch Drogen induzierte Erkenntnisse in der Richtung häufig fehlt.

Und natürlich auch wieder der Tip den eigenen Haus-Schamanen nen Blick drauf werfen lassen ;)
Metta bis jetzt nur ein paar Male probiert, werde ich mal wieder tun.
Ich befürchte, zu dem Haus-Schamanen, wenn es denn einen gäbe, würde mir unter den gegebenen Umständen das Vertrauen fehlen ;)
Zuletzt geändert von aneurysma am 17. Jan 2013, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 17:34

Psychedelicious hat geschrieben:Er meinte du sollest mal lieber erdende Sachen machen, spazieren gehen, Sport, mehr unter Leute gehen und dich nicht nonstop mit dir und deinem Problem beschäftigen. Also dich vermehrt in die gesellschaftliche Konsens-"Realität" begeben.
Sehe ich sehr ähnlich. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole... ;)
Was allerdings passieren kann: Beim Treffen mit mir lieben, *hüstel* "normalen" Menschen (keine Erfahrung jenseits der einen oder anderen Rauchware - aber das liegt teilweise auch schon Jahr/zehnt/e zurück...) waren gerade anfänglich die "WTF?!?"-Momente bei mir sehr häufig. Ich musste mich innerlich permanent wundern, über was man/frau sich so aufregen kann - und kam mir unter ihnen demnach eher fremd vor. Dann habe ich mir angeschaut, warum ich eigentlich genau so gerne mit diesen Menschen zusammen bin - und ich habe sie weiterhin und immer wieder getroffen... Die genannten Momente wurden weniger. Und nein, IMHO hört "es" (das Anderssein [als früher], die veränderte Wahrnehmung) nicht gänzlich auf; ich erlebe durchaus eine Veränderung vielfältiger Art, über die ich - mittlerweile (!) - aber glücklich bin, sie als Geschenk erlebe und diesbezüglich dankbar bin.

Natur empfinde ich in allen Lebenslagen als wohltuend; das Joggen darin sehe ich als die ideale Verbindung im Hinblick auf sportliche Betätigung (alternativ: Wanderungen/ausgedehnte Spaziergänge).

Außerdem plädiere ich weiterhin und immer wieder für das Essen von Fleisch, besonders in diesem Kontext. Fleisch erdet. Ich freue mich wirklich alle 7-10 Tage auf ein ausgewähltes Stück und esse es mit Genuss und Dankbarkeit.
aneurysma hat geschrieben:Daher die Frage: Wie landet man nach Erfahrungen, die das gesamte Weltbild ins Wanken bringen und der Wirklichkeit ihre Vertrautheit nehmen?
IMHO ausschließlich in der Annahme des IST-Zustands.
Gibt es nicht noch etwas, was sich neben der von dir genannten Hoffnungslosigkeit und der Leere zeigt? Vielleicht etwas Neues, Unbekanntes, was erkundet werden möchte? :)
aneurysma hat geschrieben:Was sind Faktoren, die der Integration im Weg stehen... können?
IMHO Ungeduld - und ja, ich weiß, wovon ich spreche.^ ^

Last but not least: Warum solltest du dich der Option der Medikation berauben wollen? Und: Was empfiehlt dir denn dein Therapeut diesbezügllich aktuell (vermutlich ein echter Glücksfall jemanden mit einem solchen Hintergrund zu finden...)?

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

17. Jan 2013, 18:29

Danke dir :umarm:
Sonntagskind hat geschrieben:Sehe ich sehr ähnlich. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole... ;)
Was allerdings passieren kann: Beim Treffen mit mir lieben, *hüstel* "normalen" Menschen (keine Erfahrung jenseits der einen oder anderen Rauchware - aber das liegt teilweise auch schon Jahr/zehnt/e zurück...) waren gerade anfänglich die "WTF?!?"-Momente bei mir sehr häufig. Ich musste mich innerlich permanent wundern, über was man/frau sich so aufregen kann - und kam mir unter ihnen demnach eher fremd vor. Dann habe ich mir angeschaut, warum ich eigentlich genau so gerne mit diesen Menschen zusammen bin - und ich habe sie weiterhin und immer wieder getroffen...
Was die sozialen Kontakte angeht, bin ich wohl in einer etwas ungünstigen Situation. Von denen gab es nämlich schon zuvor nicht sehr viele. Ich gehe davon aus, dass sie im Moment hilfreich, wenn auch schwierig wären, nur finde ich es noch schwieriger, in meiner jetzigen Lage neue Kontakte zu knüpfen als mich mit den wenigen alten zu treffen (vor allem wegen des Misstrauens - fremden Menschen misstraue ich offenbar stärker als alten Bekannten, sodass der Kontakt eher noch mehr Angst auslöst als dass er "erdend" wirkt).
Sonntagskind hat geschrieben:Natur empfinde ich persönlich in allen Lebenslagen als wohltuend; das Joggen darin sehe ich als die ideale Verbindung im Hinblick auf sportliche Betätigung (alternativ: Wanderungen/ausgedehnte Spaziergänge).
Vielleicht wird morgen früh wirklich mal gejoggt, voraussichtlich das Wetter ist nicht übertrieben schlecht. Es hört sich auch sehr schön an - nur habe ich im Grunde bei jeder Tätigkeit das Problem, nicht aus meinem Kopf heraus zu kommen, nicht in die Wahrnehmung/in den Körper gehen zu können, besonders jetzt. Sogar beim Sport, Yoga, einem Spaziergang verlasse ich meinen Körper ständig und zerdenke alles. Vermutlich sind körperzentrierte Beschäftigungen genau die richtige Übung für mich, aber es wird wohl lange dauern, bis ich mich dabei richtig spüren kann.
Sonntagskind hat geschrieben:Außerdem plädiere ich weiterhin und immer wieder für das Essen von Fleisch, besonders in diesem Kontext. Fleisch erdet. Ich freue mich wirklich alle 7-10 Tage auf ein ausgewähltes Stück und esse es mit Genuss und Dankbarkeit.
Das muss ich mir wirklich mal überlegen. Im Moment esse ich mehr oder weniger vegan, Fleisch oder Fisch wäre schon eine gewisse Überwindung, aber ich bringe Fleisch intuitiv auch mit Erdung in Verbindung und körperlichen Genüssen in Verbindung und vielleicht ist es, zumindest in dieser Phase, keine schlechte Idee.
Sonntagskind hat geschrieben:IMHO ausschließlich in der Annahme des IST-Zustands.
Gibt es nicht noch etwas, was sich neben der von dir genannten Hoffnungslosigkeit und der Leere zeigt? Vielleicht etwas Neues, Unbekanntes, was erkundet werden möchte? :)
Annehmen - ich versuche es. Manchmal geht es erstaunlich gut, manchmal ist es schier unmöglich, den Widerstand aufzugeben.
Neben der Hoffnungslosigkeit und Leere gibt es immer wieder mal kurz das Gefühl "Vielleicht wird ja doch alles gut", bis vor ein paar Wochen auch etwas Erkundungsfreude, allerdings scheint das im Moment alles, permanent von den vorherrschenden negativen Gedanken zerdacht zu werden. :doh:
Sonntagskind hat geschrieben:IMHO Ungeduld - und ja, ich weiß, wovon ich spreche.^ ^
:D
Sonntagskind hat geschrieben: Last but not least: Warum solltest du dich der Option der Medikation berauben wollen? Und: Was empfiehlt dir denn dein Therapeut diesbezügllich aktuell (vermutlich ein echter Glücksfall jemanden mit einem solchen Hintergrund zu finden...)?
Ich habe bereits Erfahrung mit Medikation gemacht und obwohl sie damals "geholfen" hat, habe ich Zweifel, ob es richtig wäre. Ich habe immer das ungute Gefühl, die Erfahrungen aus dieser Zeit seien nicht "echt" und diese Persönlichkeit nicht Ich. (Die Frage, ob man sich überhaupt mit Persönlichkeiten identifizieren sollte, mal außen vor gelassen :D )
Der Therapeut ist in der Regel gegen Medikation und Diagnosen (in der Hinsicht auch ein Glücksfall :) ), meinte aber, man könnte sich überlegen, ob ich eine Notfallmedikation für die große Panik bekomme.

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

18. Jan 2013, 00:22

misstrauen statt vertrauen...
urangst statt urvertrauen...
selbstzweifel satt selbstvertrauen...
unglück statt glück...
ohnmacht statt macht...
angst statt mut...
verzweiflung statt hoffnung...
starrheit statt flexibilität...
hass statt liebe...

da ist wohl deine mudda verantwortlich, hat mit ihrer erziehung null pädagogisches geschick bewiesen...

oder dein soziokulturelles umfeld, wir leben in einer herzlosen, kalten, profitorientierten zeit....

oder das ayahuasca. hat dir wohl deinen hirnstoffwechsel aus der balance gebracht....

oder....

oder...

oder...

du armes aneurisma, du opfer, du.

:fies:



wer im sumpf versinkt muss die kraft in sich selbst finden sich am eigenen schopf heraus zu ziehen oder untergehen.

DU musst lernen die verantwortung für dein leben selbst zu tragen.

DU selbst bist verantwortlich dafür, dass sich

misstrauen in vertrauen...
urangst in urvertrauen...
selbstzweifel in selbstvertrauen...
unglück in glück...
ohnmacht in macht...
angst in mut...
verzweiflung in hoffnung...
starrheit in flexibilität...
hass in liebe....

...VERWANDELT.

du selbst bist verantwortlich, niemand sonst!

verwandle dein leben, lerne zu zaubern.

:lol:

wie das gehen soll?

üben, üben, üben...

DU hast die macht, diese verwandlung zu bewirken!!!

und hast du diese macht noch nicht, dann hast du doch zumindest den willen zur macht und damit alles, was du brauchst.

ALLES, was ist, hat diesen willen zur macht.

ein stein, ein berg, ein gebirge...

eine pflanze, ein gänseblümchen, eine sequoia...

ein tier, ein molch, ein tiger...

du...

ALLES, was ist, hat diesen willen zur macht.

lebe du deinen willen aus!!!

es gibt nichts, was dich glücklicher machen wird, glaub dem alten molch das...

:messias:
dios ha muerto

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

18. Jan 2013, 07:03

Achja, noch ein Nachtrag:
aneurysma hat geschrieben:Was sind Faktoren, die der Integration im Weg stehen oder sie begünstigen können?
Als begünstigend habe ich ein offenes Ohr für mein persönliches Zeter und Mordio erlebt. Das Dasein und Aushalten und somit Mitbegleiten des Prozesses; Kommentare o.ä. waren dabei eher sekundär.
aneurysma hat geschrieben:Danke dir :umarm:
Gerne. :umarm:
aneurysma hat geschrieben:Was die sozialen Kontakte angeht, bin ich wohl in einer etwas ungünstigen Situation. Von denen gab es nämlich schon zuvor nicht sehr viele. Ich gehe davon aus, dass sie im Moment hilfreich, wenn auch schwierig wären, nur finde ich es noch schwieriger, in meiner jetzigen Lage neue Kontakte zu knüpfen als mich mit den wenigen alten zu treffen (vor allem wegen des Misstrauens - fremden Menschen misstraue ich offenbar stärker als alten Bekannten, sodass der Kontakt eher noch mehr Angst auslöst als dass er "erdend" wirkt).
Hm, ja, klar, neue Kontakte sind momentan vielleicht eher nicht ganz so spielerisch zu knüpfen... :knuddel:
aneurysma hat geschrieben:Vielleicht wird morgen früh wirklich mal gejoggt, voraussichtlich das Wetter ist nicht übertrieben schlecht.
Dann drücke ich dir die Daumen! :)
Hatte es heute früh auch vor, aber stattdessen trinke ich gerade Salbeisud. Nun hab ich monatelang keine Erkältung gehabt, aber gerade scheint sich da was anbahnen zu wollen, da hab ich keine Lust drauf. Also: Statt Bewegung gibt's nu langsam machen...
aneurysma hat geschrieben:Es hört sich auch sehr schön an - nur habe ich im Grunde bei jeder Tätigkeit das Problem, nicht aus meinem Kopf heraus zu kommen, nicht in die Wahrnehmung/in den Körper gehen zu können, besonders jetzt. Sogar beim Sport, Yoga, einem Spaziergang verlasse ich meinen Körper ständig und zerdenke alles. Vermutlich sind körperzentrierte Beschäftigungen genau die richtige Übung für mich, aber es wird wohl lange dauern, bis ich mich dabei richtig spüren kann.
Fällt mir dabei gerade ein: Kennst du das Gummiband am Handgelenk? Habe ich zwar mal in einem etwas anderen Kontext kennengelernt, könnte aber vielleicht auch hier relativ umgehend funktionieren: Immer, wenn du (z.B. bei der Bewegung draußen) merkst, dass du davon wegkommst, den Boden unter deinen Füßen, den Vogel auf dem Baum neben dir, den Spaziergänger mit dem Hund etc. wahrzunehmen und dich wieder mehr in Gedanken verstrickst, zupfst du kurz an dem Gummi am Handgelenk, das darf ruhig ein bisschen auf der Haut brennen - weil es dich in die Wahrnehmung bzw. in die Gegenwart zurück bringt (bringen soll)...
Was wohl erst eingeübt werden müsste: eine Technik wie z.B. das Klopfen (Buchverweis aus dem Selbstfürsorge-Thread: http://pantorise.net/viewtopic.php?p=28335#p28335)
aneurysma hat geschrieben:Das muss ich mir wirklich mal überlegen. Im Moment esse ich mehr oder weniger vegan, Fleisch oder Fisch wäre schon eine gewisse Überwindung, aber ich bringe Fleisch intuitiv auch mit Erdung in Verbindung und körperlichen Genüssen in Verbindung und vielleicht ist es, zumindest in dieser Phase, keine schlechte Idee.
Vielleicht wäre es einen Versuch wert; natürlich nur, wenn du dich nicht ekelst o.ä.
aneurysma hat geschrieben:Annehmen - ich versuche es. Manchmal geht es erstaunlich gut, manchmal ist es schier unmöglich, den Widerstand aufzugeben.
Hm, Annahme ist ja auch quasi die Standardantwort. ;) Wüsste aber nicht, wie ich eigenes Erlebtes anders beschreiben könnte... :verwirrt:
aneurysma hat geschrieben:Neben der Hoffnungslosigkeit und Leere gibt es immer wieder mal kurz das Gefühl "Vielleicht wird ja doch alles gut", bis vor ein paar Wochen auch etwas Erkundungsfreude, allerdings scheint das im Moment alles, permanent von den vorherrschenden negativen Gedanken zerdacht zu werden. :doh:
Kannst du denn irgendwie zur Erkundungsfreude zurück kehren? Was war da Neues, was konnte deine Aufmerksamkeit außerdem noch auf sich ziehen? Ich denke, wenn du den Fokus dahingehend etwas und immer ein Stückchen mehr verschieben könntest bzw. das, was dir gefallen hat, wieder aufnehmen könntest und es schlichtweg tun, wäre das ganz hilfreich.
aneurysma hat geschrieben:Ich habe bereits Erfahrung mit Medikation gemacht und obwohl sie damals "geholfen" hat, habe ich Zweifel, ob es richtig wäre. Ich habe immer das ungute Gefühl, die Erfahrungen aus dieser Zeit seien nicht "echt" und diese Persönlichkeit nicht Ich. (Die Frage, ob man sich überhaupt mit Persönlichkeiten identifizieren sollte, mal außen vor gelassen :D )
Der Therapeut ist in der Regel gegen Medikation und Diagnosen (in der Hinsicht auch ein Glücksfall :) ), meinte aber, man könnte sich überlegen, ob ich eine Notfallmedikation für die große Panik bekomme.
Und so war's ja auch eher gemeint von mir: Die Option der Medikation für den Notfall. Der Gedanke daran kann doch vielleicht bereits etwas entlastend wirken...?

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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

18. Jan 2013, 07:54

Wegen der Ernaehrung: Hab mal in Indien einen recht Erfahrenen Hobby-Saddhu getroffen, der hat mir lang und breit erklaert wie simpel das ist, Einfluss auf seine Chakren durch das Essen bestimmter Sachen zu nehmen. Kartoffeln zum Beispiel helfen bei der Erdung, weil sie im Boden wachsen; das gleiche gillt fuer Karotten etc. wohingegen Fruechte vom Baum dann eher die oberen Chakren ansprechen.
Da muss man kein Fleisch fuer Essen imho. Auch erdnaher Sport wie Laufen wird helfen, denk ich mir.
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

18. Jan 2013, 15:20

Eine idee, die mir kam, als ich deine beschreibungen las:

Du hast angst vor der bewusstseinsverzerrung, vor dem wegdriften, vor der unwirklichkeit, vor der entfremdund der realität etc. Passiert das insbesondere, wenn du dich selbst danach beobachtest? Dann ist eher die angst vor der selbstbeobachtung ein problem.

Leider tut man das, was man vermeiden will, zu tun, gerade dann am häufigsten. Deswegen ist es sinnvoll, sich für dinge, die man im alltag nicht mehr tun will, zeit zu reservieren. Es ist leichter, etwas auf einen bestimmten zeitpunkt zu verschieben, als sich zu sagen: das darfst du nicht tun / denken / fühlen etc.

Eine technik kann sein:
Phasen der selbstbeobachtung einplanen. Zum beispiel jeden tag 10 min auf einen stuhl setzen und dich intensiv der selbstbeobachtung und dem wegdriften in andere bewusstseinszustände und all den gefühlen / wahrnehmungen, die beängstigend für dich sind, hingeben. Dabei eine wertneutrale beobachtungsperspektive einnehmen. Sehen, was zu sehen ist. Fühlen, was zu fühlen ist. Anschließend etwas tun, was erdend ist und wobei du den körper spürst. Sport zum beispiel oder eine massage.

So könntest du nach und nach lernen, dass nicht die bewusstseinsveränderung an sich das problem ist, sondern die angst vor dieser und vor der selbstbeobachtung.

Vielleicht liege ich aber auch völlig falsch mit meiner annahme.

Was du gegen panikattacken und so weiter tun kannst, besprich besser mit deinem therapeuten.
"Starke Drinks und schöne Frauen"
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

18. Jan 2013, 17:08

aneurysma hat geschrieben:1.) In den Zeremonien kam ein großes großes Misstrauen in alles auf. Gedanken waren: Die wollen mich verzaubern, es geschieht etwas Böses mit mir, ich kann niemandem vertrauen, es ist eine Verschwörung...davon dann zu: jemand (zB. einer von den Helfern oder sie alle) ist in meinem Kopf und kontrolliert mich...weiter zu: Ich werde verrückt, das ist eine Psychose, ich werde nie wieder normal...und schlussendlich: Das alles existiert nicht, die Wirklichkeit gibt es nicht, alles Illusion und Einbildung und dahinter steckt irgendetwas "Böses", Unheimliches. War das Beängstigendeste, was ich bisher erlebt habe, und es lässt mich nicht los :nixplan:
2.) Ist wie gesagt auch die mir unliebsame Variante und eher für den "Notfall" reserviert.
3.) Aus welchen Gründen? Sehe ich momentan zwiegespalten. Normalität ist mir immer noch lieber als die permanente emotionale Hölle.
Bin leider bis Donnerstag weg :nixplan: - vielleicht morgen früh noch was.

Zu 1.) Kiffst Du & falls ja: wie lage schon & wie viel?

Zu 3.) Würde jetzt hier zu weit führen, nnur so viel: Lies mal den Quote. :bow:
And I'll spread my wings 'till sun and moon, singing the song of life, dancing the dance of life, becoming life itself, no longer knowing, that I am.

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aneurysma
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Re: Schwierige Erfahrungen mit Ayahuasca integrieren

19. Jan 2013, 09:12

Noch einmal danke für die vielen Antworten und guten Ratschläge :bow:


de mollech:
Danke für den Pep Talk :D
Ja, natürlich trage ich allein die Verantwortung. Ist auch ganz gut, das mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, es könnte sein, dass ich in letzter Zeit eher Kopf in den Sand stecken und weg wünschen betrieben habe, also eine Weigerung, verantwortlich zu sein. Sicherheit und Vertrauen müssen aber ja von innen kommen, da ist es denkbar ungünstig, in Leichenstarre zu gehen.
de mollech hat geschrieben:DU hast die macht, diese verwandlung zu bewirken!!!
Das Gute an diesem Zustand ist wohl, dass es (vermutlich) keine Möglichkeit gibt, unverwandelt aus ihm herauszukommen, dass ich also zu dieser Macht werde finden müssen. Auf die Alternative, "unterzugehen", versuche ich mich, nicht zu konzentrieren.

Sonntagskind hat geschrieben:Als begünstigend habe ich ein offenes Ohr für mein persönliches Zeter und Mordio erlebt. Das Dasein und Aushalten und somit Mitbegleiten des Prozesses; Kommentare o.ä. waren dabei eher sekundär.
Ja :)
Sonntagskind hat geschrieben:Dann drücke ich dir die Daumen! :)
Hatte es heute früh auch vor, aber stattdessen trinke ich gerade Salbeisud. Nun hab ich monatelang keine Erkältung gehabt, aber gerade scheint sich da was anbahnen zu wollen, da hab ich keine Lust drauf. Also: Statt Bewegung gibt's nu langsam machen...
Gute Besserung! :umarm: Ist bei euch auch alles kalt, nass und weiß? Hier wurde es gestern statt joggen ein langer Spaziergang, war leider viel zu rutschig zum Laufen. Immerhin danach noch geschafft unter Leute zu gehen, was tatsächlich eine schöne Ablenkung war, zumindest größtenteils.
Sonntagskind hat geschrieben:Fällt mir dabei gerade ein: Kennst du das Gummiband am Handgelenk? Habe ich zwar mal in einem etwas anderen Kontext kennengelernt, könnte aber vielleicht auch hier relativ umgehend funktionieren: Immer, wenn du (z.B. bei der Bewegung draußen) merkst, dass du davon wegkommst, den Boden unter deinen Füßen, den Vogel auf dem Baum neben dir, den Spaziergänger mit dem Hund etc. wahrzunehmen und dich wieder mehr in Gedanken verstrickst, zupfst du kurz an dem Gummi am Handgelenk, das darf ruhig ein bisschen auf der Haut brennen - weil es dich in die Wahrnehmung bzw. in die Gegenwart zurück bringt (bringen soll)...
Was wohl erst eingeübt werden müsste: eine Technik wie z.B. das Klopfen (Buchverweis aus dem Selbstfürsorge-Thread: http://pantorise.net/viewtopic.php?p=28335#p28335)
Das Gummiband kenne ich auch in anderem Kontext, als Skill für BPD-Patienten. ;) Es wäre mal einen Versuch wert, wobei ich wirklich sehr schwer in meinen Körper zurückzubekommen bin. Wenn ich aufmerksam bin, spüre ich schon die Oberfläche unter meinen Füßen, die Bewegung, die Kälte/Wärme etc., aber ich bin eben nur aufmerksam und nicht achtsam, nicht in der reinen Wahrnehmung, sondern in einer halbherzigen Wahrnehmung, die von Gedanken wie "das ist nicht"/"das gibt es nicht" begleitet wird. Komme also nicht von der Interpretation weg und ins Spürbewusstsein, weswegen ich die Realität auch prima anzweifeln kann, denn durch diese Verkopfung bin ja auch nicht in der materiellen Welt :strubbel:
Im Moment probiere ich es immer wieder mit Schütteln am ganzen Körper oder Wechselduschen. Klopfen könnte ich auch mal versuchen, ich habe schon irgendwann mal was zu EFT gelesen, aber ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr in Erinnerung. Danke für die Buch-Empfehlung!


Zum Thema Fleisch: Wird gleich heute mal probiert und gesehen, wie es mir damit geht. Ich habe keine grundsätzlichen ethischen Bedenken, Tiere zu essen (und das Unterstützen einer höllischen Industrie lässt sich ja zumindest in Grenzen halten, indem man ausgewähltes Fleisch kauft), habe es bisher nur für unnötig gehalten und stehe auch nicht unbedingt auf "schwere" Nahrung. Im Sinne der Bodenhaftung wird hier aber wohl eine Umstellung erfolgen müssen, ob es nun in Form von Fleisch oder Wurzelgemüse ist.
Sonntagskind hat geschrieben:Hm, Annahme ist ja auch quasi die Standardantwort. ;) Wüsste aber nicht, wie ich eigenes Erlebtes anders beschreiben könnte... :verwirrt:
Immerhin kann man, wenn man schon nicht in der Lage ist anzunehmen, versuchen, anzunehmen, dass man nicht annehmen kann ;)
Sonntagskind hat geschrieben:Kannst du denn irgendwie zur Erkundungsfreude zurück kehren? Was war da Neues, was konnte deine Aufmerksamkeit außerdem noch auf sich ziehen? Ich denke, wenn du den Fokus dahingehend etwas und immer ein Stückchen mehr verschieben könntest bzw. das, was dir gefallen hat, wieder aufnehmen könntest und es schlichtweg tun, wäre das ganz hilfreich.
Das ist schwierig. Im Moment sehe ich nicht viel mehr als "mein Problem", alles andere scheint nebensächlich, aber davon muss ich wohl bewusst weg, dem Nebensächlichen mehr Raum geben und mir bewusst sagen, das hier ist nicht unwichtiger als die Ängste und Grüblereien. Was meine Aufmerksamkeit noch auf sich ziehen könnte, ist Musik, deswegen gehts auch gleich zu einem Gesangsworkshop *beeil*
Sonntagskind hat geschrieben:Und so war's ja auch eher gemeint von mir: Die Option der Medikation für den Notfall. Der Gedanke daran kann doch vielleicht bereits etwas entlastend wirken...?
Ja, schon. Ich laufe derzeit auch immer mit Passionsblütenextrakt rum, allerdings wirklich nur für den Fall, dass es gar nicht mehr auszuhalten ist. Und das beruhigt schon ein kleines bisschen.

:umarm:

raellear hat geschrieben:Wegen der Ernaehrung: Hab mal in Indien einen recht Erfahrenen Hobby-Saddhu getroffen, der hat mir lang und breit erklaert wie simpel das ist, Einfluss auf seine Chakren durch das Essen bestimmter Sachen zu nehmen. Kartoffeln zum Beispiel helfen bei der Erdung, weil sie im Boden wachsen; das gleiche gillt fuer Karotten etc. wohingegen Fruechte vom Baum dann eher die oberen Chakren ansprechen.
Da muss man kein Fleisch fuer Essen imho. Auch erdnaher Sport wie Laufen wird helfen, denk ich mir.
Danke auch dir für den Tipp! Mit meiner momentanen Ernährung spreche ich offenbar fast nur die oberen Chakren an, das werde ich auf jeden Fall, zumindest bis auf Weiteres, ändern. Wie oben schon geschrieben: Fleisch werde ich mal probieren und nachspüren, wie es sich auf mich auswirkt und was mein Gefühl sagt.

ohn hat geschrieben:Du hast angst vor der bewusstseinsverzerrung, vor dem wegdriften, vor der unwirklichkeit, vor der entfremdund der realität etc. Passiert das insbesondere, wenn du dich selbst danach beobachtest? Dann ist eher die angst vor der selbstbeobachtung ein problem.

Leider tut man das, was man vermeiden will, zu tun, gerade dann am häufigsten. Deswegen ist es sinnvoll, sich für dinge, die man im alltag nicht mehr tun will, zeit zu reservieren. Es ist leichter, etwas auf einen bestimmten zeitpunkt zu verschieben, als sich zu sagen: das darfst du nicht tun / denken / fühlen etc.
Ja, da hast du auf jeden Fall Recht. Die Angst vor dem, was ich an mir beobachte, ist zwar nicht alles, aber ich denke, dass sie immer wieder eine zentrale Rolle spielt und das, was ich für das ursprüngliche Problem halte, eine Art existenzieller Verunsicherung, mehr und mehr aufbläht. Manchmal ist es wirklich nicht mehr die Angst davor, dass alles wirklich "böse" und fremd ist, sondern die Angst vor diesem Gefühl, weil es möglicherweise bedeuet, dass ich die Verbindung zu allem verliere, verrückt werde, "untergehe".
Deine Technik ist eine gute Idee - merke ich schon daran, dass ich mich instinktiv dagegen sträube, denn das Ausleben der Derealisation und damit verbundenen Gedanken und Ängste kann ich tatsächlich schwer zulassen. Und was man wegdrückt, geht ja bekanntlich im Keller Gewicht heben.
Werde ich mal ausprobieren. Danke :bow:

Eulenspiegel hat geschrieben:Zu 1.) Kiffst Du & falls ja: wie lage schon & wie viel?

Zu 3.) Würde jetzt hier zu weit führen, nnur so viel: Lies mal den Quote. :bow:
1.) So ziemlich nie (die Erfahrungen kann man wohl an zwei Händen abzählen).
Ähnliche absurd misstrauische Gedanken hatte ich bisher nur auf LSD, aber auch nur ein einziges Mal, ist ewig lange her und nach dem Trip dann restlos zurückgegangen. :nixplan:
3.) Danke :bow: (Psychose - ein Reizwort :D )
Ich bin allerdings nicht so sicher, dass mein Zustand in Richtung Ich-Auflösung geht, denn die Entwicklung scheint eher vom Denken gesteuert zu sein, mein Kopf stellt also alles und jeden in Frage, um das große Gefühl des Misstrauens zu erklären. Daher erfahre ich auch keine Verbundenheit, wie es eine Ich-Auflösung zur Folge hätte(?), sondern absolute Trennung. Ich schätze mal (bin aber, wie gesagt, nicht sicher), in meinem Fall wird es wird die Kombination aus biographisch bedingtem Misstrauen und einem energetischen Ungleichgewicht zugunsten der oberen Chakrens sein.
Wobei du natürlich schon recht hast damit, dass "Zurück in die Normalität" nicht erstrebenswert ist, denn in der Normalität wird es all das auch schon gegeben haben, nur eben unter einer Schicht Abwehr und Ablenkung. Angenehmer war die Normalität allerdings schon.



(PM's schaffe ich gerade leider nicht mehr, muss schnell los. Kommen aber noch heute Abend oder morgen früh. Vielen Dank :bow: )

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