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Phönix
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Re: Der grosse McKenna Thread

9. Mai 2009, 08:58

Erstmal einen schönen guten Morgen :wink:
Im Grunde bin ich mir ja über den Aspekt auf den du so viel Wert legst bewusst. Habe ihn aber von Beginn an ebenso so bewusst ignoriert. Warum? Weil diese Einsicht in ihrer absoluten Radikalität jedes Gedankenspiel stoppt. Langweilig. ^^
Langweilig....nö. Denn man merkt immer wieder, dass alles noch viel anders und ausgeflipter sein kann, als man es sich mal überlegt hat und es mehr Schönheit gibt, als wir je im stande sind zu erfassen.
Dabei definiere ich die Wahrscheinlichkeit der wahrhaftigen Existenz einer ICHBIN Erfahrung als Maximum. Ich denke also bin ich ist imho nichtig gegenüber dieser Erfahrung. Wenn ich von Wissen schreibe steht es in Bezug zu diesem definierten Maximum. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für die Existenz der ICHBIN Erfahrung auch größer als die Wahrscheinlichkeit der Existenz des vor mir stehenden und dampfenden Tees...
Ah OK, dass macht alles klarer. So kann man natürlich Argumentieren. Das einzig verzwickte ist, dass wir nicht wirklich sagen können, wie hoch eine solche Wahrscheinlich wirklich ist, sondern nur, wie hoch wir sie empfinden ;).
Wahrnehmung ist ja auch ein schönes Wort. Wahr-nehmung. Reine Wahr-nehmung entspricht der reinen Wahr-heit? Vor allem die Wahr-nehmung unseres Selbst. Unser Selbst wahr nehmen. ICHBIN. Sprache ist toll. :herzen:
Hey, das ist mal was schönes. Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Wobei ich denke, dass das Wort mehr verspricht als eigentlich möglich ist.
Es sagt zu mindest aus, dass Zweifel auf der Ebene des dualen Verstandes arbeitet. Das finde ich nicht unwesentlich. Auch ist die Intensität des Zweifels, ja Zweifel ansich, sehr, sehr stark von subjektiver Natur. Ich habe früher an viel, viel, viel, viel mehr gezweifelt und erst mit der Demontage meines westlich-wissenschaftlichen-rationalen Weltbildes wurde der Zweifel leiser und leiser. Was natürlich nur ein Beispiel ist.
Eigentlich beschreibst du hier den Punkt, der mir sehr wichtig ist, nur wir folgern anders. Zweifel ist eine Bewusstseinsfunktion, die auf der Ebene der dualen Wahrnehmung arbeitet. Wenn wir unser Bewusstseinsvorgänge ändern, z.B. duch Meditaion, Demontage des wissenschaftlichen Weltbildes, Drogen, dann ändert sich unsere Wahrnehmung eher zu einer nicht-duales Sicht der Dinge und wird weniger vom Bewusstseinsvorgang Zweifel beeinflusst. Aber nur, weil wir keinen Zweifel mehr empfinden, heißt das noch lange nciht, dass wir richtig liegen. Ein "Du darfst nicht zweifeln" wird auch jedem Sektenjünger eingetrichtert ...
Was hältst du von Intuition?
Viel, wenn es um Entscheidungen geht, um Vorgänge in mir, aber wenig, um was darüber zu sagen was ist.
Und alle sehen dann im Detail doch verschieden aus. Die einen erfahren ein unsterbliches wahres Selbst und wissen dass der Tod eine Illusion ist während z.B. im Buddhismus es keine Vorstellung von einem unsterblichen Kern gibt. Das Konzept dort ist verschieden von dem eines wahren Selbst. Wer weiß denn nun richtiger :nixplan:


Na, und was ist mit der Buddhanatur? Das ist das was andere das wahre oder höhere Selbst nennen. Auch inkarniert sich der Dalei Lama ausgesprochen oft dafür, dass es diese Idee im Buddhisms nicht geben soll.
Hm, in einem Interview mit dem Daila Lama hörte ich mal, dass die Idee der Inkarnation und des Karma oft falsch verstanden wird. Er legte Wert darauf, dass es im Buddhismus eine Vorstellung einer unsterblichen Seele nicht gibt. Es ist vielmehr so, als würde eine Kerze kurz bevor sie abgebrannt ist, eine weitere Kerze entzünden. Beide Lichter existieren unabhängig nur die eine Kerze hat etwas von ihrer Energie auf die andere übertragen (Karma). Dann erlischt die eine Kerze völlig. Buddhanatur ist mehr ein psychologischen Konzept, also etwas was wir Erfahren können.
Ich bin mir nicht so sicher, ob es eine gute Entscheidung ist, sich zu weigern ohne Anworten zu leben. Vielleicht nimmt man dann eher Antworten an, die in die eigene Schablone passen und nach denen man gesucht hat wo es eigentlich nichts zu finden gibt.


Na, das war nicht meine Aussage. Oder ist das deine Einstellung? :verwirrt:
Oh, dann hab ich dich einfach falsch verstanden. Ne meine Einstellung ist es sicher nicht, da ich eher ohne Antworten lebe.
Was meist du mit, dass eine Sicht in sich wahr ist ? Ist es nur "Interessant", ob Sichten ohne weiteres übernommen werden können und wahr bleiben, oder nicht vielmehr fraglich ?


Ich denke nicht, dass diese Frage allgemein zu beantworten ist. Kommt auf die Sicht an. Und auf das Subjekt welches sich der Sicht bedient.
Hm...irgendwie zu schwammig. ICh bezweifel, dass eine Sicht übernommen werden kann und immer noch vollständig wahr ist, weil keine Sicht vollständig wahr ist.


So, ich widme mich jetzt erstmal weiter meinem Frühstück, versuche mal wach zu werden und mich zu entscheiden, obs Tee oder Kaffe zum Frühstück gibt :kaffee:

Viele Grüße,
Phönix
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Re: Der grosse McKenna Thread

9. Mai 2009, 09:41

auch moin.

ich nehme wir meinen hier den guten terence?! (rip) (sein bruder denis ist nämlich ebenfalls n brillanter kopf und n toller erzähler)
interessant (und threagemäß *g*) wäre es zu erfahren wie mckenna über die sache "wahrheit" dachte...

für ihn war immer das wittgensteinsche konzept des "wahr genug" ausgangspunkt. eben um nicht der selbstreferenziellen überlegung zu verfallen und am ende das eigentliche objekt der überlegung aus den augen zu verlieren.

zusätzlich liest und hörte man von ihm oft ein "do not belive me" und ein hervorheben des punktes das alles auf (individueller) erfahrung beruht und seine mühe den zuhörer zu bewegen eigene zu machen.

(mal so ganz nebenbei, mckenna ist einer der ganz wenigen die es geschafft haben ein mathematisches modell für "2012" zu erschaffen und vllt der einzige der in diesem zusammenhang niemals behauptet hat, die welt würde dann untergehen o.ä. also behauptet hat er wisse was dann geschieht.)

zu der evolutionssache:
es gibt eben das problem des missing link. seine idee der integration von psilocybin pilzen in die diät von unseren vorfahren ist schlüssig und beatnwortet viele fragen.
so geht man eben vor in der wissenschaft wenn sich ein problem bietet. man erstellt ne theorie (mit der sich fragen beantworten lassen) die man dann im experiment überprüft.
ich frage mich wo hier ernsthaft n kritikpunkt ist, was genau an diesen erklärungs-modell unschlüssig scheint.

ich bin recht vertraut mit seinen ansichten, schriften und reden und ich habe terence mckenna noch nie sagen hören das realität etwas ist was "kleine würmchen" absondern.^^
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Re: Der grosse McKenna Thread

9. Mai 2009, 09:56

Phönix hat geschrieben:
Phönix hat geschrieben: Ich bin mir nicht so sicher, ob es eine gute Entscheidung ist, sich zu weigern ohne Anworten zu leben. Vielleicht nimmt man dann eher Antworten an, die in die eigene Schablone passen und nach denen man gesucht hat wo es eigentlich nichts zu finden gibt.


Na, das war nicht meine Aussage. Oder ist das deine Einstellung? :verwirrt:
Oh, dann hab ich dich einfach falsch verstanden. Ne meine Einstellung ist es sicher nicht, da ich eher ohne Antworten lebe.
Erraphex meinte, er würde sich nicht weigern Antworten zu erhalten, auch wenn er nicht nach ihnen sucht.. :)
Hm...irgendwie zu schwammig. ICh bezweifel, dass eine Sicht übernommen werden kann und immer noch vollständig wahr ist, weil keine Sicht vollständig wahr ist.
Losgelöst vom Träger der Wahrheit ist das richtig. Zieht man ihn aber immer mit in Betracht, ist es quasi jede..womit widerum auch die Wahrheit, dass keine Wahrheit vollständig wahr ist, vom Wahrheitsträger abhängt.. ^^
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Re: Der grosse McKenna Thread

9. Mai 2009, 09:58

Phönix hat geschrieben: Eigentlich beschreibst du hier den Punkt, der mir sehr wichtig ist, nur wir folgern anders. Zweifel ist eine Bewusstseinsfunktion, die auf der Ebene der dualen Wahrnehmung arbeitet. Wenn wir unser Bewusstseinsvorgänge ändern, z.B. duch Meditaion, Demontage des wissenschaftlichen Weltbildes, Drogen, dann ändert sich unsere Wahrnehmung eher zu einer nicht-duales Sicht der Dinge und wird weniger vom Bewusstseinsvorgang Zweifel beeinflusst. Aber nur, weil wir keinen Zweifel mehr empfinden, heißt das noch lange nciht, dass wir richtig liegen.
Wenn wir nicht dual wahrnehmen können wir unmöglich falsch liegen. Und auch nicht richtig. Weil das ja wieder eine duale Wertung ist. Wir nehmen wahr was ist. Das machen wir jedenfalls wenn wir vollkommen filterlos wahrnehmen.

Wir können nur dann dem Zweifel wirklich trauen - wenn wir unser Über-Ich komplett bewusst gemacht haben. Wenn wir alle Löcher unserer Persönlichkeit gefüllt haben. Sonst können wir uns nie sicher sein auf ein Spiel unseres Egos hereinzufallen. Perfide es arbeitet. Und das ist ein weiter Weg.

Aus diesem Grund traue ich mehr meiner eigenen nicht dualen Erfahrung und weniger meinem Zweifel.
Phönix hat geschrieben: Ein "Du darfst nicht zweifeln" wird auch jedem Sektenjünger eingetrichtert ...
Pfff, alles Ego-Ebene und überhaupt nur schwer zu vergleichen. Die innere Sicherheit und die Indoktrination von außen.
Phönix hat geschrieben:
Was hältst du von Intuition?
Viel, wenn es um Entscheidungen geht, um Vorgänge in mir, aber wenig, um was darüber zu sagen was ist.
Unterschied zwischen einem Vorgang in dir und dem was ist? ^^
Phönix hat geschrieben: Hm, in einem Interview mit dem Daila Lama hörte ich mal, dass die Idee der Inkarnation und des Karma oft falsch verstanden wird. Er legte Wert darauf, dass es im Buddhismus eine Vorstellung einer unsterblichen Seele nicht gibt. Es ist vielmehr so, als würde eine Kerze kurz bevor sie abgebrannt ist, eine weitere Kerze entzünden. Beide Lichter existieren unabhängig nur die eine Kerze hat etwas von ihrer Energie auf die andere übertragen (Karma). Dann erlischt die eine Kerze völlig.
Widerspricht nicht meinem (eigentlich nicht vorhandenen) Bild einer Inkarnation.
Phönix hat geschrieben: Buddhanatur ist mehr ein psychologischen Konzept, also etwas was wir Erfahren können.
Ich halte das Selbst, die Essenz, die Buddhanatur, das Atman nicht nur für ein Konzept. Das Bild der Essenz ist ein Konzept. Aber nicht die Essenz selbst. ICHBIN ist die Wahrnehmung des Selbst. Und ist dabei nur eine von vielen Facetten.

Auf meinem ersten richtigen LSD Trip habe ich direkt nach meiner ersten Ich-Auflösung eine Reise in mein Inneres gemacht. Das was ich sah war eine der Facetten. Ein golden funkelnder Edelstein. Und das obwohl ich mich zu dieser Zeit noch gar nicht mit diesen Themen beschäftigt habe. Jedenfalls findet sich sowohl das Bild eines Edelsteins als auch genau die Farbe in vielen Lehren wieder. Gold steht für die verschmelzende Facette. Das wurde mir erst vor kurzem deutlich und gleichzeitig habe ich es als sehr erhellend wahrgenommen. Es war meine Initiation. Mein Weckruf. Es (das Selbst) hat mich gerufen. Komm zu mir. Yeah!
Phönix hat geschrieben: Hm...irgendwie zu schwammig. ICh bezweifel, dass eine Sicht übernommen werden kann und immer noch vollständig wahr ist, weil keine Sicht vollständig wahr ist.
Kommt auf die Sicht auf die Sicht an. Etwas kann wahr und gleichzeitig unwahr sein. Flexibilität ist etwas tolles. :D
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Re: Der grosse McKenna Thread

12. Mai 2009, 21:47

So endlich ma lwieder ein wenig Zeit für diesen Thread :jepi:
für ihn war immer das wittgensteinsche konzept des "wahr genug" ausgangspunkt. eben um nicht der selbstreferenziellen überlegung zu verfallen und am ende das eigentliche objekt der überlegung aus den augen zu verlieren.
...
ich bin recht vertraut mit seinen ansichten, schriften und reden und ich habe terence mckenna noch nie sagen hören das realität etwas ist was "kleine würmchen" absondern.^^
Hm, kann sein. In seinem Buch "Götterspeisen" beschreibt er aber das Konzept von "wahr genug" nicht eingehend (zumindest habe ich es dort nicht mitbekommen und gerade dies ist mir negativ aufgefallen). Über die Würmchen berichtet er in in "Götterspeisen", in Abschnitten über DMT Erfahrung. Ich habe allerdings gerade nochmal nachgelesen und man könnte es auch wohlwollend so interpretieren, dass er von dem Berichtet, was in der Erfahrung real ist und nicht von dem was wirklich real ist.
(mal so ganz nebenbei, mckenna ist einer der ganz wenigen die es geschafft haben ein mathematisches modell für "2012" zu erschaffen und vllt der einzige der in diesem zusammenhang niemals behauptet hat, die welt würde dann untergehen o.ä. also behauptet hat er wisse was dann geschieht.)
Was 2012 ist, darüber hat er sich ein wenig abwechselnd geäußert. Das mathematische Modell ist jedoch wertlos. Es sind einfach ein paar Formeln, die so ausgerichtet sind, dass 2012 herraus kommt. Da ist nichts schlüssig aus Axiomen hergeleitet. Solche Modelle kann man für alles herstellen....
es gibt eben das problem des missing link. seine idee der integration von psilocybin pilzen in die diät von unseren vorfahren ist schlüssig und beatnwortet viele fragen.
so geht man eben vor in der wissenschaft wenn sich ein problem bietet. man erstellt ne theorie (mit der sich fragen beantworten lassen) die man dann im experiment überprüft.
ich frage mich wo hier ernsthaft n kritikpunkt ist, was genau an diesen erklärungs-modell unschlüssig scheint.
Das ist der Punkt. Es fehlen noch die Fakten. Wissenschaft funktioniert ebend nicht dadurch, dass nur ein Model erschaffen wird, das plausibel erscheint, es muss sich auch in Experimenten und mit beobachtungen decken. Darwins "Entstehung der Arten" hat je nach Ausgabe 600-700 Seiten. McKenna gibt eine Hypothese....interessant...aber ebend nur eine Hypothese.

Aber wie gesagt...ich mag McKenna trotzdem. Nicht als Wissenschaftler, aber als neugierigen, mutigen, belesen, humorvollen Denker.
Wenn wir nicht dual wahrnehmen können wir unmöglich falsch liegen. Und auch nicht richtig. Weil das ja wieder eine duale Wertung ist. Wir nehmen wahr was ist. Das machen wir jedenfalls wenn wir vollkommen filterlos wahrnehmen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das unterstreichen würde, trotz meiner nicht dualen Erfahrung. Ich habe erfahren, was die klarste Form des Geistes ist, aber ob dies direkt korrespondiert mit dem, was ist, da wäre ich mir nicht absolut sicher (ich neige vielleicht zu dieser Annahme, mehr aber auch nicht)
Wir können nur dann dem Zweifel wirklich trauen - wenn wir unser Über-Ich komplett bewusst gemacht haben. Wenn wir alle Löcher unserer Persönlichkeit gefüllt haben. Sonst können wir uns nie sicher sein auf ein Spiel unseres Egos hereinzufallen. Perfide es arbeitet. Und das ist ein weiter Weg.

Aus diesem Grund traue ich mehr meiner eigenen nicht dualen Erfahrung und weniger meinem Zweifel.
Ich würde nicht davon sprechen, dem Zweifel zu trauen, sondern ihn vielmehr zur Kenntniss zu nehmen und zu prüfen, ob der Zweifel vielleicht angemessen ist. Und dies ist auch insbesondere dann der Fall, wenn unser Ego noch nicht völlig gereift ist, denn dann kann uns der Zweifel auf viellerlei Unsinn aufmerksam machen, den wir evtl. glauben können.
Gerade den von mir hervorgehobenen Satz finde ich wichtig. Denn jedes Urteil über das, was ist, ist ein Denkvorgang, der im dualen Entsteht und hier ist mir nicht sicher, ob dieses Urteil nicht von irgendeinem Mechanismus in meinem Bewusstsein beeinflusst wird. Vielleicht verwechsel ich Ebenen, die es in mir gibt, mit Ebenen die ich nicht nur als Teil meines Bewusstseins sehe. Wer weiß....
(Hier möchte ich nochmal auf die Bücher von Wilson hinweisen, der viel ausführlicher und besser auf die Probleme aufmerksam macht, als ich es hier kann. Sowohl Wilson als auch Leary waren beide trotz ihrer zahllosen Expeditionen ins Reich des Bewusstseins Agnostiker)
Phönix hat geschrieben:
Zitat:
Was hältst du von Intuition?

Viel, wenn es um Entscheidungen geht, um Vorgänge in mir, aber wenig, um was darüber zu sagen was ist.


Unterschied zwischen einem Vorgang in dir und dem was ist? ^^
Klar. Ich kann träumen, dass ich Fliegen kann, oder einem andern Menschen begegnet bin und dies in diesem Moment als real erleben, aber dennoch muss dies nicht geschehen sein.
Widerspricht nicht meinem (eigentlich nicht vorhandenen) Bild einer Inkarnation.
Der Unterschied ist im allgemeinen, dass für viele jedes Wesenen ein wahres (individuelles) Selbst besitzt wie eine Seele, die wieder inkarniert. Dies ist im Buddhismus anscheint nicht der Fall. Da ist ein Unterschied.
Ich halte das Selbst, die Essenz, die Buddhanatur, das Atman nicht nur für ein Konzept. Das Bild der Essenz ist ein Konzept. Aber nicht die Essenz selbst. ICHBIN ist die Wahrnehmung des Selbst. Und ist dabei nur eine von vielen Facetten.
Du sagst "ICHBIN ist die Wahrnehmung des Selbst". Ich würde sagen:
ICHBIN ist eine Wahrnehmung. Was deren wirkliche Ursache ist, kann ich aber nicht wissen ;).

Naja, ich denke, wir haben jeweils die Position des anderen ungefähr verstanden. Überzeugen werden wir ja sowieso nicht können aber interessant versuchen zu verstehen, wie andere sehr ähnliche Erlebnisse anders interpretieren.

Viele Grüße,
Phönix
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Re: Der grosse McKenna Thread

13. Mai 2009, 06:37

Phönix hat geschrieben:
Wir können nur dann dem Zweifel wirklich trauen - wenn wir unser Über-Ich komplett bewusst gemacht haben. Wenn wir alle Löcher unserer Persönlichkeit gefüllt haben. Sonst können wir uns nie sicher sein auf ein Spiel unseres Egos hereinzufallen. Perfide es arbeitet. Und das ist ein weiter Weg.

Aus diesem Grund traue ich mehr meiner eigenen nicht dualen Erfahrung und weniger meinem Zweifel.
Ich würde nicht davon sprechen, dem Zweifel zu trauen, sondern ihn vielmehr zur Kenntniss zu nehmen und zu prüfen, ob der Zweifel vielleicht angemessen ist. Und dies ist auch insbesondere dann der Fall, wenn unser Ego noch nicht völlig gereift ist, denn dann kann uns der Zweifel auf viellerlei Unsinn aufmerksam machen, den wir evtl. glauben können.
Oder von der Wahrheit abhalten weil die Wahrheit nicht in das Konzept des Ego passt. Die Spiele des Egos sind in diesem Prozess alles andere als ersichtlich. Sie sind erst dann vollkommen ersichtlich wenn es seine Macht vollkommen abgegeben hat. imho ist unmöglich zu sagen, ob der Zweifel gerechtfertigt ist, oder ob der Zweifel uns von der Wahrheit abhalten soll.

Die einzige Instanz die imho Klarheit verschaffen kann ist unser Selbst - unser eigener weiser Meister. Durch direkten Kontakt, Eingebung, mediale Erfahrungen, Intuition, Gefühl.
Phönix hat geschrieben: Gerade den von mir hervorgehobenen Satz finde ich wichtig. Denn jedes Urteil über das, was ist, ist ein Denkvorgang, der im dualen Entsteht und hier ist mir nicht sicher, ob dieses Urteil nicht von irgendeinem Mechanismus in meinem Bewusstsein beeinflusst wird. Vielleicht verwechsel ich Ebenen, die es in mir gibt, mit Ebenen die ich nicht nur als Teil meines Bewusstseins sehe. Wer weiß....
Ja, genau. Wie kannst du dann der Ansicht sein deinen Zweifel einer Prüfung auf seinen Wahrheitsgehalt unterziehen zu können?

Denken führt weder zum Ziel noch zur Wahrheit. :D
Phönix hat geschrieben: (Hier möchte ich nochmal auf die Bücher von Wilson hinweisen, der viel ausführlicher und besser auf die Probleme aufmerksam macht, als ich es hier kann. Sowohl Wilson als auch Leary waren beide trotz ihrer zahllosen Expeditionen ins Reich des Bewusstseins Agnostiker)
Leary hat zahllose Aussagen über Gott und den Menschen als Gott gemacht die ihn mir nicht als Agnostiker erscheinen lassen. Er hat nur das typische Gottesbild abgelehnt.

Davon abgesehen werte ich meine eigene Erfahrung immer höher als die anderer Menschen - nicht in Bezug auf besser/wertvoller, sondern in Bezug auf das Vertrauen in ihre Wahrhaftigkeit.
Phönix hat geschrieben:
Unterschied zwischen einem Vorgang in dir und dem was ist? ^^
Klar. Ich kann träumen, dass ich Fliegen kann, oder einem andern Menschen begegnet bin und dies in diesem Moment als real erleben, aber dennoch muss dies nicht geschehen sein.
Weisst du das?
Phönix hat geschrieben: Der Unterschied ist im allgemeinen, dass für viele jedes Wesenen ein wahres (individuelles) Selbst besitzt wie eine Seele, die wieder inkarniert. Dies ist im Buddhismus anscheint nicht der Fall. Da ist ein Unterschied.
Für mich stellt es keinen Unterschied dar ob die Seele inkarniert oder ihre Energie auf eine neue Seele übertragen wird. Same, same...
Phönix hat geschrieben: Du sagst "ICHBIN ist die Wahrnehmung des Selbst". Ich würde sagen:
ICHBIN ist eine Wahrnehmung. Was deren wirkliche Ursache ist, kann ich aber nicht wissen ;).
Warum schränkst du dich hier ein? Indem du sagt, dass du es nicht wissen kannst, wirst du es nie wissen können. Vielleicht können wir es ja wissen. ;)
Phönix hat geschrieben: Naja, ich denke, wir haben jeweils die Position des anderen ungefähr verstanden. Überzeugen werden wir ja sowieso nicht können aber interessant versuchen zu verstehen, wie andere sehr ähnliche Erlebnisse anders interpretieren.
Ich will auch nicht überzeugen. Im Grunde muss jede seine eigenen Einsichten gewinnen - allerdings kann ein Austausch helfen den Boden dafür zu bereiten. Abgesehen davon, dass er jedenfalls mir sehr viel Freude bereitet. :)
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Re: Der grosse McKenna Thread

13. Mai 2009, 08:04

http://webcast.berkeley.edu/course_deta ... rid=2009-B

Vielleicht findet diese Vortrags reihe euer Interesse wenn ihr mal sehen wollt was die Psychologen in Berkley über das Bewusstsein glauben zu wissen.

hiob

Re: Der grosse McKenna Thread

16. Mai 2009, 21:54

nein, ich muss gestehen, es interessiert mich nicht sonderlich.
:pfeif:

aber passend zum thema und vor allem um die idee dieses grossen freigeistes noch einmal weiter zu vertiefen, möchte ich folgende wickiseiten verlinken.
link 1 und 2 definieren begriffe, die mckenna selber oft benutz hat.
link 3 fügt meine wenigkeit intuitiv hinzu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Entelechie

http://de.wikipedia.org/wiki/Eschatologie

http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee

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Re: Der grosse McKenna Thread

1. Jul 2009, 18:10

gibt ja eh tonnenweise material von mckenna im netz.
aber das video finde ich recht besonders. ist es doch eins seiner letzten, paar monate vorm grossen sprung ins näxte kapitel.
enjoy:
The Last Word - an interview with Terence McKenna
http://www.zoopy.com/video/11p5/the-las ... rowse=2c8l
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Re: Der grosse McKenna Thread

1. Jul 2009, 19:25

Sehr schön, danke. Vor allem die letzte Antwort fand ich sehr bewegend.
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Re: Der grosse McKenna Thread

19. Sep 2013, 05:53

Hier ein Link, in dem vllt.(?) aus einer etwas anderen Perspektive ein Blick auf den Menschen Terence McKenna genommen wird:

http://www.zaporacle.com/on-the-disillu ... ce-mckenna
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Re: Der grosse McKenna Thread

16. Sep 2014, 05:02

Terrence über DMT:

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Re: Der grosse McKenna Thread

17. Sep 2014, 19:44

danke!...inspirierend!


Space Time Continuum with Terence McKenna ‎– Alien Dreamtime
Label: Astralwerks ‎– ASW 6107-2, Astralwerks ‎– ASW6107-2
Format: CD, Album, Mixed
Country: US
Released: 1993
Genre: Electronic, Non-Music
Style: Spoken Word, Experimental, Ambient

Alien Dreamtime was a multimedia event recorded live on February 26th/27th 1993 at the Transmission Theater, San Francisco, CA.

Electronic music written and produced live by Jonah Sharp. Digitally edited by Jonah Sharp and Naut Humon at the Compound, San Francisco (U.S.A.)
Space Time Continuum with Terence McKenna - Alien Dreamtime [Full Album]



1 Archaic Revival 0:00
2 Transient Generator 12:01
3 Alien Love 19:35
4 Speaking In Tongues 26:43
5 Aerobatic 37:11
6 Timewave Zero 43:37

ab ca. 20:30 schildert Terrence seine erste DMT-Erfahrung recht eindringlich zu Didgeridoo-Klängen und mystic sounds
Dateianhänge
alien-dreamtime-cover.jpeg
alien-dreamtime-cover.jpeg (284.83 KiB) 2457 mal betrachtet
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alien-dreamtime-cover-back.jpeg (217.63 KiB) 2457 mal betrachtet
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Re: Der grosse McKenna Thread

19. Sep 2014, 04:33

6:40 Stunden lange Podiums-Talk mit Riane Eisler über Man & Woman At The End Of History. Auszüge gehört und für interessant befunden.

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Re: Der grosse McKenna Thread

26. Sep 2014, 04:41

6 Minuten über die Zukunft von Gesellschaft(en).

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