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raellear
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Re: Anders leben (Sammelthread)

10. Jan 2014, 20:01

Was ich an so einem Projekt interessant und wertvoll finde (und damit auch vergleichbar mit anderen Konzepten wie Einsiedelei, Klosterleben etc.) ist der Gedanke, sich in eine Situation zu begeben in der man von den bisher ueblichen, als 'unterdrueckend' empfundene Zustaenden getrennt ist.
Das kann sicher einige sehr wertvolle Einsichten bringen. Mir war es frueher auch sehr wichtig aus dem 'System' raus zu kommen, mittlerweile denke ich persoenlich aber dass sich auch innerhalb dieser Gesellschaft bewegen kann ohne sich in die Muehle enzuzwaengen.
Was ja auch ein Problem an dem ganzen Hippie-Kommunen-Zeugs ist, dass der Lebensstil wiederum eine Quelle fuer grosses Attachment und Leiden werden kann, imho zumindest.
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raterz
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Re: Anders leben (Sammelthread)

10. Jan 2014, 21:13

du siehst das zu negativ. anstatt leiden kann gemeinschaftsleben auch eine große quelle für wachstum sein - und natürlich passiert das durch reibereien usw. man muss da sicherlich einiges investieren, bekommt aber sicherlich auch einiges heraus. ich hab jetzt die letzten tage auch intensiv darüber nachgedacht und bin zu dem entschluss gekommen, dass für mich die zeit dazu noch nicht reif ist. lieber erstma noch schön ohne verantwortung rumdödeln ^^
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Re: Anders leben (Sammelthread)

10. Jan 2014, 23:07

@n19
Okay gut, dann hab ich das nen bisschen missverstanden verstanden. Klar, gut gehen kann sowas schon, aber das kommt einfach sehr stark auf die Leute an.

raterz hat geschrieben: jup, das bringt unser finanzsystem, welches auf schulden + zinsen basiert, endgültig aus dem ruder. das schneeballsystem endet halt, wenn es keine neuen idioten findet, die kredite aufnehmen.
Jeglicher zivilisatorischer Fortschritt basiert auf Schulden und Zinsen. Wirtschaften führt zu Kapitalakkumulation, Kapitalakkumulation führt zu Investition und Investition führt zu Fortschritt. Das zu investierende Kapital muss aber nicht vom Unternehmer stammen, es kann auch von Investoren beigesteuert werden, das Ergebnis wird dadurch nicht beeinflusst, da (in der natürlichen Ordnung) der Investor eben das Risiko übernimmt (was logischerweise Zinsen voraussetzt). Dass das ganze 'aus dem Ruder gerät', liegt nicht im Kern der Sache selbst begründet, sondern darin, dass es keinen Goldstandart gibt und die im Umlauf befindliche Geldmenge sich (da sie keinen tatsächlichen Wert hat) beliebig inflationieren lässt - das ist das kranke an dem ganzen System und ermöglicht wird das durch den Staat, da dieser ja einzig den Tauschwert von eigentlich nutzlosem Papier garantiert, nicht die freie Marktwirtschaft.
raterz hat geschrieben: nö das ist kein kindergarten, sondern sowas wie optimistischer pessimismus ^^ wenn wir uns global gesehen frühzeitig selbst schach matt setzen, könnte es noch rechtzeitig genug sein, die ganze idee mit dem grenzenlosen wachstum in einer endlichen welt nochmal zu überdenken, bevor unsere ressourcen endgültig verschwunden sind und wir uns sozusagen den ast endgültig abgesägt haben, auf dem wir saßen.
Jede Exponentialfunktion strebt nach der Steigung 'unendlich', auch wenn sie einen irdischen Wachstumsvorgang beschreibt. Das sich der Wachstumsvorgang deshalb bis ins unendliche fortsetzt, glaubt trotzdem keiner. Wo Menschen auf Ressourcen treffen, werden sie sie nutzen, wenn dem nicht so wäre, wären wir jetzt nicht hier. Dass man sich dadurch selbst ins Jenseits befördert, halte ich absolut für Schwarzmalerei, im schlimmsten Falle ließe sich der Lebensstandard eben nicht länger aufrecht erhalten.
raterz hat geschrieben: wenn man sich die neuen technologien anguckt, die an den startlöchern stehen, dann könnte vielleicht klar sein, warum man gegen so etwas sein könnte, weil die menschheit dafür einfach nicht reif ist. bestes beispiel ist die gentechnik.
Reine Spekulation.
raterz hat geschrieben: und um auf deine krankheiten zu kommen: die meisten davon sind sehr wohl durch unseren gesellschaftlichen fortschritt beding - bspw. durch fehlernährung.
minimalismus ist eben die antwort auf die frage, wie man glücklich wird. bestimmt nicht mit noch neueren technologien.


'Kindersterblichkeitsrate'. Das reicht im Grunde schon aus um dieses Argument zu entkräften. Warum starben 'in einfacheren Zeiten' gut und gerne mal 50% aller Kinder vor Erreichen des Erwachsenenalters? Fehlernährung? :rofl: Minimalismus ist eine Antwort. Gut, wie bereits gesagt, ein bisschen Minimalismus schadet sicherlich nie, aber das Extremum ist selten 'die' Lösung und dass Habgier und Maßlosigkeit nur auf diesem Wege effektiv vermieden werden können, stimmt ganz einfach nicht.
raterz hat geschrieben: es fehlt vielmehr die geistige technologie. meditation und entspannungsübungen sollten pflichtfächer in den schulen werden. das wäre richtiger fortschritt ;)


Für sein eigenes Glück ist jeder selbst verantwortlich. Bei gesellschaftlicher Kooperation gehts nunmal ums Wirtschaften, da Kooperation hierbei, und nicht beim Meditieren, notwendig ist.
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Re: Anders leben (Sammelthread)

10. Jan 2014, 23:59

ohne vernünftiges "Wirtschaften" läuft nix. Aber was ist "vernünftig", was ist das Ziel vom Wirtschaften. Versteht die "Kommune" sich als Profitcenter, oder steht Nachhaltigkeit und langfristige Lebensqualität im Vordergrund. Wenn über die Ziele keine Einigkeit besteht, scheitert sowas. Meditation hilft u.U. etwas Gelassenheit in die Struktur zu bringen und ist vielleicht bei manchen der Weg zur Kooperation zu finden. Ich seh da keinen Widerspruch.
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Re: Anders leben (Sammelthread)

10. Jan 2014, 23:59

raellear hat geschrieben:Was ja auch ein Problem an dem ganzen Hippie-Kommunen-Zeugs ist, dass der Lebensstil wiederum eine Quelle fuer grosses Attachment und Leiden werden kann, imho zumindest.
Kannst du diesen Satz noch etwas ausführen? Bin mir gerade nicht sicher, was du damit meinst...
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Re: Anders leben (Sammelthread)

11. Jan 2014, 17:31

n19 hat geschrieben:oder steht Nachhaltigkeit und langfristige Lebensqualität im Vordergrund
Mit solchen Begriffen kann man (wie du ja offensichtlich nur zugut weißt) bei so ziemlich jedem Publikum punkten. Ist doch klar, dass daraus jemand Kapital schlägt? Produkte mit dem 'Bio-Siegel' u.Ä. beweisen es.
n19 hat geschrieben: Wenn über die Ziele keine Einigkeit besteht, scheitert sowas. Meditation hilft u.U. etwas Gelassenheit in die Struktur zu bringen und ist vielleicht bei manchen der Weg zur Kooperation zu finden. Ich seh da keinen Widerspruch.
Naja ein Wahlpflichtkurs sollte trotzdem genügen, oder? :D

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Re: Anders leben (Sammelthread)

11. Jan 2014, 23:58

ohne Moos nix los ;)
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Re: Anders leben (Sammelthread)

12. Jan 2014, 19:22

Sonntagskind hat geschrieben:
raellear hat geschrieben:Was ja auch ein Problem an dem ganzen Hippie-Kommunen-Zeugs ist, dass der Lebensstil wiederum eine Quelle fuer grosses Attachment und Leiden werden kann, imho zumindest.
Kannst du diesen Satz noch etwas ausführen? Bin mir gerade nicht sicher, was du damit meinst...
Das in den Waeldern sein, an der frischen Luft sein, sein eigenes Gemuese essen etc.
Gehoert fuer mich auch zu den Dingen von denen man loslassen koennen muss.
Ich weiss noch als ichauf dieser langen Radtour war und jede Nacht draussen unterm Sternhimmel geschlafen hab, War schon geil, kann ich garnicht anders sagen, aber jetzt leb ich in einer Grossstadt und fuehl mich nicht weniger gluecklich als damals bzw. hab ich mittlerweile einen anderen Blick drauf.
Wobei ich natuerlich auch dafuer bin dass nachhaltig gewirtschaft wird, sinnvoll mit der Umwelt umgegangen werden sollte etc. Und da braucht es natuerlich Leute, die diesen Weg gehen und sich mit diesen Fragen und Problemen auseinandersetzen. Solange die geistige Haltung und die Intention stimmt ist ja auch alles tutti
Vielleicht bin ich auch einfach nicht der Typ fuer diese Form des Hippielebens/Kommunenlebens. Oder das kommt dann wenn die Zeit reif ist ^^
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Re: Anders leben (Sammelthread)

29. Mai 2014, 11:14

Als die Anarchosurrealisten 2010 plötzlich in Reykjavik nach der Pleite Islands 2008 die Wahl gewannen... schöner Artikel über Menschen, die sich humorvoll einmischen. Ein Fazit nach 4 Jahren in der Politik: Mehr Punk, weniger Hölle!
Im Wahlkampf

«Unsere Strategie für den Wahlkampf war, eine komplette Gegenwelt zu entwerfen», erklärte Wahlkampfmanagerin Heida Helgadottir später. «Politik ist von alten Männern dominiert, die rituell Giftpralinen austauschen. Wir dagegen setzten auf Lebenserfahrung, Aufrichtigkeit, Humor. Und wir hatten den perfekten Kandidaten. Jon ist Stand-up-Comedian: gut im Timing und gut im Lesen des Raums. Er beherrschte, worum es bei guter Politik geht: die Wahrnehmung der Umgebung.»

Tatsächlich machte die Beste Partei im Wahlkampf alles anders als andere Parteien: keine Spenden, kein Geld, keine Plakate. Auf den Podien erzählte Gnarr Anekdoten, statt sich mit den anderen Politikern zu streiten. Die Profipolitiker lächelten.

Sie hörten damit auf, als die Beste Partei in den Umfragen auf 10 Prozent stieg. Der Ton schlug um. Man warf Gnarr vor, Lage und Bevölkerung nicht ernst zu nehmen. Auch die Presse hörte auf, die Sache lustig zu finden. In einem TV-Interview wurde Gnarr auseinandergenommen. Nach seinem Standpunkt zum Flughafen gefragt, sagte er: «Ich habe keine Ahnung.» Er verliess das Studio, gedemütigt, mit dem Gefühl, ein Idiot zu sein. Zu seiner Verblüffung gratulierten ihm die Leute: «Endlich einer, der es zugibt!» Bei der nächsten Umfrage erzielte die Beste Partei 20 Prozent.

Und dann folgte das Video, vielleicht das fröhlichste der Politikgeschichte. Es war eine umgetextete und von den Kandidaten gesungene Version von Tina Turners «Simply the Best» – mit einer kurzen, mitreissenden Rede von Gnarr, die mit dem Satz begann: «Mitbürger, es wird Zeit, dass ihr in eure Herzen seht und abwägt: Wollt ihr eine leuchtende Zukunft mit der Besten Partei? Oder wollt ihr Reykjavik in Trümmern?»

Das Video war, wie Ottarr Proppe später sagte, «keine aufwendige Sache. Bei Musikvideos waren wir ja Profis.» Und trotzdem ist es das schönste politische Video, das je gedreht wurde: Wer es sieht, ist danach zwei Stunden guter Laune. Es riss die Leute hin. Es überzeugte sie. Zwei Wochen vor der Wahl stand die Beste Partei bei 38 Prozent.

Das war der Moment, als Gnarr ans Aufgeben dachte. Er fühlte sich müde und fremd. Die Politiker irritierten ihn: Sie machten vor und nach der Debatte Small Talk, dazwischen beschimpften sie ihn. Er merkte, dass er von den Dossiers keine Ahnung hatte, aber anfing, so zu tun. Er bekam Angst.

Nach Tagen der Depression verkroch er sich in der Badewanne. Dort kamen ihm zwei Gedanken. Der erste: «Die Beste Partei war eine Idee. Sie war gewachsen, also musste ich ihr folgen. Selbst gegen meine Interessen. Sie war grösser als ich. Ich wurde zur Figur im eigenen Stück. Meine Freiheit war zwar passé. Ich war gefangen. Aber neugierig.» Der zweite Gedanke, der ihn überzeugte, war ein Scherz.

Am Tag darauf stieg die Schlussdebatte. Gnarr ging ans Rednerpult und sagte: «Wir von der Besten Partei haben immer gesagt, wir machen es so lange, wie wir Spass haben. Inzwischen ist alles sehr ernst geworden. Hiermit ziehe ich meine Kandidatur als Bürgermeister und die Beste Partei von den Wahlen zurück.» Eine lange Stille folgte. Das Publikum schwieg, die anderen Politiker sahen sich an. Und Gnarr sagte: «Jooooooke!»

Die Zeitungen kommentierten, dass das der letzte Scherz von Jon Gnarr gewesen sei. Die Beste Partei habe alle Glaubwürdigkeit verspielt. Zwei Wochen später gewann sie die Wahl.

Später sagte Gnarr: «Es war ein Wahlkampf, ganz wie der Satz von Mahatma Ghandi: Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du.»
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Re: Anders leben (Sammelthread)

19. Aug 2014, 09:56

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Re: Anders leben (Sammelthread)

5. Sep 2014, 13:05

The Buy Nothing Year: How Two Roommates Saved More Than $55,000

A little over a year ago, Geoffrey Szuszkiewicz, a 31-year-old accountant in Calgary, began analyzing his monthly spending. What he saw, he says, was eye-opening: “I was spending so much every month, no matter how much I made it never seemed like I was getting ahead. It was typical lifestyle creep.”

Around the same time, his good friend Julie Phillips, 29, a communications advisor at the University of Calgary, was about to move into a new apartment when it fell through. “Geoff said, ‘You can move in with me, but I only have a bedroom for you to rent,’” she says. “The rest was packed with his stuff. So I got rid of over 80% of my stuff within three days.” (She was thinking she might move in a year and if so, she’d have to get rid of many of her belongings then.) But then she had a meltdown. “I was like, ‘Oh my god. What did I do?’ And then I was like, ‘Why do I need things anyway?’”

Over their first bottle of wine as roommates, they questioned their need for the objects that had drained their bank accounts, and, on a whim, decided to spend a year not buying anything. The domain name and Twitter handle for the obvious designation, Buy Nothing Year, were available. Julie recalls, “I said to this guy, ‘I can’t believe the name was available,’ and he said, ‘I can! You guys are crazy! Who would do that?’”

Within a week, they became a national news sensation. They suddenly realized that with the country watching, they had to follow through.


They spent the first three months (August through October) phasing out all consumer items, such as household objects, electronics and clothes. Then, they cut out all services, including dining out, salon haircuts, and gas and instead began hosting lots of dinner parties — and biking or walking everywhere, even during Calgary’s long, cold winter. (For his 35-minute walk to work, Geoff would don long johns, winter boots, scarf, mittens and a hat. Though he was already fit when the year began, he lost an additional 10 pounds. When he had to go especially far, he took the bus.) They made their own laundry detergent and surface cleaners, but made a concession for store-bought dish soap, since the homemade version left a gross film on their dishes.
The Forbes eBook To Succeed In A Brutal Job Market
Don’t let a rotten economy spoil your goals. Use the career and money advice in The Millennial Game Plan to get and stay ahead for good.

During the last phase, meant to start this July, they intended to stop buying food and grow their own with their aquaponics system and garden, but couldn’t produce enough to feed themselves. (Harvesting season begins in August, and their project ended August 3.) By then, Geoffrey says, “Buy Nothing Year had already accomplished a lot of what we wanted to accomplish, which was to live this downshifted lifestyle.”

They had also saved a lot of money: Geoffrey amassed $42,300 (46,000 CAD) and Julie set aside $13,800 (15,000 CAD). (Julie’s explanation as to why Geoffrey squirreled away so much more: “As much as Geoff saved, I don’t make per year.”) Here’s how they achieved their feat, how the project changed their lives and what habits they’ll retain. Plus, the slide show contains their top tips on having a Buy Nothing Year of your own.

7 Tips For Having Your Own Buy Nothing Year

What were your spending habits like before?

Geoffrey: I used to live paycheck to paycheck. Via Buy Nothing Year, I saved 65% of my take-home pay. I graduated in 2012 and was going through this kick of, Now I can buy grownup stuff! I bought a car, a fancy couch, fancy things for the house, was going on a lot of trips. Anything I liked, I would just buy. I had no qualms about going to the Bay [Hudson Bay Company — Canada’s version of Nordstrom] and dropping $1,000. Just typical consumerism. I traveled to the U.S. a lot, I went to Berlin, I go to Burning Man every year, I’d go to San Francisco or Vancouver, and take weekend trips to mountains.

Julie: I’ve always been pretty busybody and social and involved with lots of things and friends, so I would eat out a lot, go out for drinks, coffee. Geoff convinced me to reconcile my accounts every month and I was blown away by where my money was going — $15 for drinks here, $40 for dinner there. I was never super-extravagant, going out for hundred bottles of wine. It was just the frequency.

G: A lot of my money went out to drinking and dining out, and I spent $150 on hair cuts every month.

J: I would spend $250 on my hair for cut and color every three months, so I saved over a grand in the last year just on hair. I would go into London Drugs to buy toothpaste or one simple thing and leave with $75 worth of stuff — makeup, a magazine, shampoo. I just wouldn’t think about it. Now, I don’t go into stores that much except to buy groceries.

What were your feelings at the beginning? Was it a new sense of power or a sense of struggle? Was there a transition period?

J: The emotional piece is really interesting, because when we started, there was a lot of excitement: we had a blog, we were doing media interviews.

G: Then when you’re doing it, you’re like, Holy fuck, I didn’t know it was going to be like this.

J: It’s a lot of — not loneliness but adjusting. Everything in our life changed in the past year, and that doesn’t usually happen unless you have a baby or get married or move cities. And we are living in the same house with the same friends where we suddenly can’t do the same things we used to.

Geoff has a background in psychology, so we used a model called acceptance and commitment therapy where you commit to something but accept that you’re human and you’ll make mistakes. So Geoff and I allowed for conscious cheats. There were days when it was below 40 and I had a shitty day, so I would just order a pizza.

It felt like a fast or an addiction program where you’re slowly changing your behaviors and patterns from something you’re addicted to or that’s habitual for you. The piece I struggled with the most was with coworkers and friends. I remember one night that was really sad — my coworkers and I were going out to an event during the evening and they had dinner beforehand, and it was winter. I had pasta in a Tupperware on a bench outside, and they were all in this nice warm restaurant drinking wine. I felt like that little boy from A Christmas Carol, Tiny Tim. It was like, Oh my gosh, this is what my life has come to. Why am I doing this?

What were the hardest things to give up? What were the easiest things to give up?

J: I found clothes really easy to give up. What was hard to give up was eating out, going out with friends for drinks and coffee. And not driving. I liked being busy and taking on a lot, and not driving forced me to slow down. I couldn’t fit as much into a day.

G: I found clothes really easy to give up too. Giving up haircuts at first was hard. I remember the first two or three months, I was like, I want a haircut — a real haircut. I just missed that experience. I’ve been getting fancy salon cuts since I was 15. It was a huge part of my life to be able to go to a salon and change my hair on a whim. I even thought about being a hair stylist at one point. Now I don’t even think about it. A lot of things were like that — hard to give up initially but after a month or two, I didn’t miss them anymore. Not eating out was hard due to logistics: Okay, I’m getting home at 10pm and then I’m making dinner, so I’m going to bed at 11pm, and I have to make lunch or wake early. Giving up my car was easier than I thought it would be.

Did you lose or make new friends over it?

G: That’s was the hardest part. Not all of our peers signed up for it and so they’re trying to interact with us in the typical consumer way and inviting us to things that cost money and slightly guilting us too — ‘It sucks, I haven’t seen you in so long.’ So there were times when I felt out of sync with my own life, and lonely, especially when summer hit. Calgary summer only lasts for a month, so everyone wants to go out and drink and go to the beach.

I got humorous, snide remarks from friends and coworkers, like ‘I’ll do a Buy Everything Year instead of a Buy Nothing Year,’ or ‘Why would you do that?’ Now that they’ve seen the results of the project, a lot of them have come around. Now when my coworkers or friends ask me about it, they’re more serious and interested in how much money I saved, so we convinced people this was worthwhile. But in the beginning, a lot of people distanced themselves from me or I distanced myself from them because our friendship was based around spending money and they didn’t want to modify those behaviors. I get it — that’s their choice.

Through the project, we also found a lot of allies in unexpected places, like people in the arts and downshifting community and people involved with food security and urban farming.
Julie Phillips and Geoffrey Szuszkiewicz cooked a lot during their Buy Nothing Year (Kevin Jesuino)

Julie Phillips and Geoffrey Szuszkiewicz built an aquaponics system and cooked a lot during their Buy Nothing Year (Kevin Jesuino)

How did it feel to lose those friends? Did it make you question doing the project?

G: It definitely made me question it. I almost quit, actually. I almost quit when I fell off my bike and knocked out my tooth and it cost me $5,000. I came home and cried to Julie, Why are we doing this?

J: I definitely shifted the types of things I was doing with friends. I have this group of friends that love to go camping and on trips and to concerts, and spend $150 for Coachella or Vegas, if there are cheap tickets. I haven’t done anything with that group for six months. They’ve stopped calling. They are working corporate jobs and making probably twice as much as me. I’m totally keeping up with the Joneses! I’ve had these friends since I was young. But we’re in a different bracket now.

I’m a maid of honor this summer, and I had to buy the dress and shoes before Buy Nothing Year ended. Since it was my best friend’s wedding, of course I wanted to be part of it, but it did make me think about the social pressures we have to spend. This is a dress and shoes I’ll wear for one day that I didn’t pick, and this happens all the time. You can decline it, but what I said to my girlfriend was, ‘I’m not going to be weird.’ I know she has a lot of other pressures for the wedding. I didn’t want to say, I’ll barter for the dress, and I’ll find a pair of shoes that look the same. If I ever get married, I will never ask my friends to buy a specific dress. I’ve seen how not everyone has the means to do that.

I believe in consciousness or choice. It’s easy to get swept up in lifestyle expectations —

G: or social obligations.

J: Yeah. People ask Geoff and I all the time how to get started, and we always say, start with a week of no spending, or a month. Once you start, you’ll recognize where those temptations are for you. That awareness can really help people.

How has your life has changed?

J: This project, which started out as a challenge between Geoff and I and fun between roommates, ended up having a lifetime effect. The frugality I’ve learned is going to stick with me. It only takes 30 days to get into a new habit, so after a year it feels pretty engrained.

I’ve developed a lot of mindfulness in my life. Spending money was the theme, but it’s made me conscious of what I do with my time, how I get around. What I’m spending time, energy and money on is kind of interchangeable. It shows where you put your focus or attention. I used to constantly want things — more, better, nicer and cheaper. I haven’t done that in a year, so my life is richer. It’s a spiritual outcome, which I didn’t expect at all.

I’m really involved in my day and my surroundings because I’m not in my car all the time. I’m riding my bike and walking, and it’s caused me to think about the bigger picture in our society — here’s the flows of money, here’s the temptations. Calgary is a wealthy city. There’s an expectation that you go out for drinks after work and you have this certain lifestyle if you’re working at a corporation. What does it mean to resist that and think about where your products are coming from and to see the global flow of objects?

G: Where we come from, Alberta, is the economic engine of Canada. It’s got some of the highest wages in all of Canada, but also the highest debt ratio. People like to spend money here. It’s constantly in our faces — look at these cars, these clothes. In our society, being a consumer is the default setting.

One of the biggest lessons I learned is that there is an alternative to being a consumer — which is to be a saver. If we want money, we have to learn how to manage money. Before, it was just, I have enough money to buy this thing, so I can buy it. As long as I wasn’t going over my paycheck every month but just bringing it down to $0, I was doing okay.

Now, I would rather not just bring my paycheck down to $0 but to save half of it, because with that money comes freedom and opportunities. If I save enough, I can look at other career paths not focused on money because I have this huge buffer and I’ve learned how to live on a lot less, which is a skill that will serve me for the rest of my life. I won’t be afraid of making less money or to make choices that aren’t motivated by money. I can look at choices more holistic with my life approach that serve me in a spiritual, mental or community-oriented way.

Now that the year is over, what new habits do you plan to keep?

G: I plan on continuing it, not at the same level, but I’m putting in a budget for eating out and things like that. I’m hoping to save more this year. I’m interested in the downshifting movement and something called financial independence — when people who live frugally and save big portions of their income take early retirements anywhere from early 30s to early 40s. (For example, Mr. Money Mustache retired when he was 30.)

J: The journey for me has been about meaning and finding the people and relationships and things that are enriching my life, and not just happening. I see how if I’m mindless, I end up back in these old habits. For example, yesterday was my cousin’s birthday, and I asked my aunt what I should bring, and she said, I have the food worked out — bring her a balloon. And I was like: A balloon for my 28-year-old cousin. Oh my god, that’s $5 on a balloon! I have not done that in a year. A year ago I wouldn’t have thought about it, but now I’m like, I don’t like this feeling, I don’t want to buy stupid things.

So, same as Geoff, I’ll loosen up on eating out and doing social things and definitely going on trips, since that’s something I really enjoy but because going on a holiday is a time when I’m lax with spending, I’ll see how can I, while I’m away, stay on budget.

How would you recommend people get started?

J: Pay attention to what makes you feel good. Reconcile your accounts every month. I don’t know if it has to be as extreme as Geoff and I have done. Make it fun and do it with friends or family. Part of the reason we kept going was that Geoff and I had each other.

G: It is a huge personal change, so it helps to have someone to talk to about those changes. Other friends couldn’t relate or didn’t understand or weren’t particularly sympathetic. They were like, You’re saving all this money, what do you have to complain about? And it’s like, Yes, but there are changes happening that are difficult to process.

J: I hope the project inspires people to think differently about their consumer habits and that they feel empowered to make changes in their personal financial lives. You’re not trapped. Even if you’re making a small income, there are still ways to live within your means so you’re not stressed out about money. It can actually be a lot of fun. It doesn’t need to be this big lifestyle shift where you’re crying in the snow in a bench. There’s a lot of beauty that can come from being mindful. The benefits outweigh the challenges.

http://www.forbes.com/sites/laurashin/2 ... han-55000/
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Re: Anders leben (Sammelthread)

12. Sep 2014, 21:21

Noise and Resistance

Noise & Resistance (2011), DE Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 16.06.2011

von Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade
"Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm Noise and Resistance. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich: Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.
Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchstlebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS – Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands aus Schweden – immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung »Do it yourself!« zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhundert geworden ist."
Website
http://www.noise-resistance.de/

Trailer
http://vimeo.com/21515642

ganze Doku (englisch mit türkischen Untertiteln)
http://vimeo.com/54711233
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Re: Anders leben (Sammelthread)

13. Sep 2014, 19:43

und noch ne Doku :)

Bar25 – Tage außerhalb der Zeit
ist ein Film über vier junge Menschen , die gesellschaftliche Ziele, Muster und Regeln aufbrechen, als Entwurf einer Gegenkultur im 21 Jhd.
Wie die Beat Generation in den 60ern, die Hippies in den 70ern und die Punks in den 80ern stellen sie bürgerliche Konventionen und Moralvorstellungen auf den Kopf.
Die Protagonisten nutzen urbane Nischen und die noch existierenden Freiräume ihrer Stadt, um für sich und andere eine Parallelwelt zu schaffen. Utopia im Herzen Berlins.
Sie bieten eine grüne Idylle zum wohnen mitten in der stadt, einen enthierarchisierten Arbeitsplatz an demGewinnmaxmimierung und Lohnforderung keine Rolle spielen, eine Plattform für künstlerischen Ausdruck und einen Freiraum für grenzenlose Extase.
in voller Länge
http://vimeo.com/63704525

:popcorn:
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Re: Anders leben (Sammelthread)

2. Okt 2014, 05:46

-
Bildung ohne Schule oder Die Grenzen der Freiheit

Sendezeit:
30. September 2014, 19:15 Uhr
Autor:
Horster, Theo
Programm:
Deutschlandfunk
Sendung:
Das Feature
Länge:
43:42 Minuten
Immer wieder stehen in Deutschland Familien vor Gericht, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Wie kommt es dazu, dass Eltern – und Kinder – sich für einen solchen Weg entscheiden?
Was treibt sie an, wie sieht ihr Alltag aus? Juristisch ist eine Kindheit ohne Schule in der Bundesrepublik nicht vorgesehen, anders als in fast allen anderen Ländern Europas. Für die meisten Deutschen ist schon der Gedanke eine Provokation.
"Das Feature" zeichnet das Porträt einer fast in jeder Hinsicht normalen Mittelschichtsfamilie, die sich für den Weg in die Illegalität entschieden hat: Die Kinder besuchen weder Schule noch Kita. Wie lebt man mit der Angst vor Entdeckung? Wie reagiert das Umfeld auf den radikalen Entschluss? Wie geht es den Kindern? Die Schulpflicht ist eines der letzten Tabus in der scheinbar liberalen deutschen Gesellschaft.
bei interesse bald runterladen, bevor es im orkus verschwindet ;)

http://www.deutschlandradio.de/audio-ar ... rau:play=1
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