Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Habe das für mich auf nem Pilztrip mal in ne einfache Formel gebracht. :P

Erleuchtung ist die Abwesenheit von Neurosen. Heil(ig) sein. Alles außer Buddha ist neurotisch. Bist du nicht Buddha - hast du Neurose. xD

Wenn man sich aber so anguckt, was die Buddhisten da so alles haben.. Befreiung, Erleuchtung, und zich andere Bewusstseinsstufen...

...die haben ganz andere Ansprüche an Erleuchtung, scheint mir. :freak:

Erleuchtung ist schlicht ein psychologisches Phänomen. Aber der Begriff ist halt überladen mit allem möglichem semantischen Unrat. :nixplan:

:2cents:

Gruß
Schuh
~ Resting in Peace ~

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Zum einen heißt Buddha nicht der Erleuchtete, sondern der "der wach ist". Natürlich kann man das vergleichen, mit einem dunklen Zimmer, in dem das Licht angeschaltet wird{oder einem Sonnenaufgang}.

Worum es sich dreht?

Imho geht es darum, die Welt/Wirklichkeit{was auch immer das sein mag}ungefiltert* zu betrachten.

Der Haken an der Erleuchtung ist, daß es eines Zustands bedarf, in dem man wunschlos glücklich ist, damit Erleuchtung sich einstellt und wie bitteschön soll das funzen, wenn man nach Erleuchtung strebt{Streben = Wunsch ≠ Erleuchtung}?!?
Böööse Falle. :D

*: Unsere lebenslange Konditionierung ist, ähnlich wie die rosarote Brille der frisch Verliebten, ein Filter, der uns mit einer Karte ausstattet, die die Welt/Wirklichkeit scheinbar erklärt. Nur starren wir so gebannt auf diese Karte, daß wir blind wie ein Maulwurf durch die Gegend stolpern; so gesehen heißt Erleutung mit diesem Quatsch aufzuhören.
And I'll spread my wings 'till sun and moon, singing the song of life, dancing the dance of life, becoming life itself, no longer knowing, that I am.

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Ketatripping Angel hat geschrieben:Wie definiert ihr Erleuchtung?
Warum definieren? Ich bin immer wieder kläglich daran gescheitert (insbesondere auf Trips ^^). Wie sollte ich es mit dem Verstand auch treffend und adäquat definieren können? Warum sich das Maul fusselig reden oder den Geist franzig analysieren, wenn man einfach nur (mit der augenblicklichen Erfahrung präsent) sein kann?

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Zum Thema Erleuchtung existieren einmal Erfahrungen, Gefühle und Spekulationen. Sinnigerweise sind es am besten die eigenen Erfahrungen und eigene Gefühle und möglichst wenig Spekulationen.
Ich würde sagen es ist ein Bewusstseinszustand, wohl sogar der Ur-Zustand wie er für den Menschen mal gedacht war, und der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass das allem zugrunde liegende Gefühl das einer unbestimmten Zufriedenheit ist, auf das alle anderen Emotionen usw. aufbauen. Darüber hinaus trifft es Aufwachen noch ziemlich gut.
Dabei halte ich es für wichtig sich eben nicht drauf festzunageln wie das alles zu sein hat als gäbe es nichts anderes und einem Zustand den man noch gar nicht oder nur Bruchstückhaft kennt schon im vorraus alles mögliche zuzuschreiben, aufgrund von romantischen Vorstellungen aus einem Buch, sonst prügelt man letzten Endes nur auf sich selber ein wie man "gefälligst zu sein hat". Das kann sich alles von selbst Mitteilen, so tue ich z.B. einen Dreck mir was von grenzenlosem Mitgefühl einzureden wenn sich das nicht aus mir selbst äussert.
Das ist wohl auch der eigentliche Sinn dabei wenn man sagt dass man Erleuchtung "nicht anstreben" soll.

Man kann auch bei gewissen "Werken" nicht davon ausgehen, dass die nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit schreiben. Das sind durchaus auch mal Momentaufnahmen und eben Spekulation und Vorstellungen. Ein "Hört sich stimmig an" muss eben nicht unbedingt was damit zu tun haben wie es tatsächlich ist.
Darum und aus dem Oben genannten Grund halte ich rein gar nichts davon sich eine Definitionen aus verschiedenen Büchern zusammenzuschustern. Warum nicht aus dem eigenen inneren herraus Definieren, auch wenn man eben das Gesamtbild noch nicht kennt.
funny how fallin' feels like flyin' for a little while

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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ich bin froh nicht erleuchtet zu sein...
Wie willst du den froh sein, etwas nicht zu sein, was du noch gar nicht bist/warst. :blacklol:

Gegenüber der Frage des Threadstarters, wie man "Erleuchtung" definiert, bzw. was "Erleuchtung" ist, tue ich mich ebenfalls schwer etwas zu sagen, da ich nicht erleuchtet bin. :D

Nun denn will man es ja nichtsdestotrotz versuchen ^^ : Ein Zustand in dem jede Identifikation mit irgendetwas und damit jede Art der Konditionierung vollständig als Leere durchschaut werden kann und damit keine Anhaftung mehr nötig ist, sodass das volle Potential des Menschseins durch einen durchscheint und hier und jetzt auf Erden in jedem Moment gelebt wird - man wird sich in jedem Moment immer von Neuem als Teil des Göttlichen Gewahr wird und aus eben dieser Realisation der fraktalen Natur des Daseins dient man der ganzen Schöpfung.

Bitte mehr individuelle Wunschvorstellungen davon wie Erleuchtung aussehen mag ! :klug: So können wir uns hier gegenseitig inspirieren und/oder verklären. ;)


peace&love
Take pain as a game.

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Mao hat geschrieben:
ich bin froh nicht erleuchtet zu sein...
Wie willst du den froh sein, etwas nicht zu sein, was du noch gar nicht bist/warst. :blacklol:
Nunja, wenn ich sage, ich bin froh nicht erleuchtet zu sein, meine ich damit, dass ich froh bin, so wie es jetzt ist, und ich keine Lust auf irgendwelche Erleuchtungen habe.


Und wie ich mir Erleuchtung vorstelle?

Ich hatte irgendwie in Erinnerung, dass jeder bereits ein Erleuchteter ist... :irre:

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Na klar, wer hat das nicht :jepi:

Vielleicht ist Erleuchtung aber auch so:
Die Tür ging auf.
»Hallo«, sagte der Mann.
»Äh, Entschuldigung«, sagte Zarniwoop, »ich habe Grund
zur Annahme ...«
»Regierst du das Universum?« platzte Zaphod heraus.
Der Mann lächelte ihn an.
»Ich versuche, es nicht zu tun«, sagte er. »Seid ihr naß?«
Zaphod sah ihn erstaunt an.
»Naß?« rief er. »Sieht‘s nicht so aus, als wären wir naß?«
»Es scheint mir so«, sagte der Mann, »aber welcher Ansicht
ihr darüber seid, das könnte eine ganz andere Geschichte sein.
Wenn ihr meint, Wärme trocknet euch, dann kommt ihr besser
rein.«
Sie gingen hinein.
Sie blickten sich in der winzigen Hütte um - Zarniwoop mit
leichtem Abscheu, Trillian mit Interesse, Zaphod mit Entzücken.
»He, äh ...«, sagte Zaphod, »wie heißt du denn?«
Der Mann sah sie zweifelnd an.
»Das weiß ich nicht. Wieso? Meint ihr, ich sollte einen
Namen haben? Es erscheint mir sehr merkwürdig, einem Bündel
vager Sinneswahrnehmungen einen Namen zu geben.«
Er lud Trillian ein, im Sessel Platz zunehmen. Er setzte sich
auf die Sesselkante, Zarniwoop lehnte steif am Tisch, und
Zaphod legte sich auf die Matratze.
»Mannomann!« sagte Zaphod. »Der Sitz der Macht!« Er
kitzelte die Katze.
»Hör zu«, sagte Zarniwoop, »ich muß dir ein paar Fragen
stellen.«
»In Ordnung«, sagte freundlich der Mann, »du kannst
meiner Katze vorsingen, wenn du möchtest.«
»Würde sie das mögen?« fragte Zaphod.
»Frag sie am besten selbst«, sagte der Mann.
»Kann sie sprechen?« sagte Zaphod.
»Ich erinnere mich nicht daran, ob sie sprechen kann«, sagte
der Mann, »aber auf mich ist überhaupt kein Verlaß.«
Zarniwoop zog ein paar Zettel aus der Tasche.
»Also«, sagte er, »du regierst das Universum, stimmt‘s?«
»Woher soll ich das wissen?« sagte der Mann.
Zarniwoop hakte eine Frage auf dem Zettel ab.
»Wie lange machst du das schon?«
»Ach«, sagte der Mann, »das ist eine Frage nach der
Vergangenheit, oder?«
Zarniwoop sah ihn verdutzt an. Es war nicht ganz das, was
er erwartet hatte.
»Ja«, sagte er.
»Woher soll ich wissen«, sagte der Mann, »ob die
Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden ist um den
Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen
und meiner Geistesverfassung zu erklären?«
Zarniwoop starrte ihn an. Aus seinen durchgeweichten
Sachen stieg Dampf auf.
»Beantwortest du eigentlich alle Fragen so?« fragte er.
Der Mann antwortete schnell.
»Ich sage, was mir in den Sinn kommt, wenn ich meine,
Leute etwas sagen zu hören. Mehr weiß ich nicht«
Zaphod lachte glücklich.
»Darauf trinke ich«, sagte er und zog die Flasche Alten
Janx-Geist hervor. Er sprang auf und reichte die Flasche dem
Beherrscher des Universums, der sie mit Freuden entgegennahm.
»Alles Gute, großer Meister«, sagte er, »ich sag's, wie's ist«
»Nein, hör doch mal zu«, sagte Zarniwoop, »es kommen
doch Leute zu dir, stimmt's? In Raumschiffen ...«
»Ich denke, ja«, sagte der Mann und reichte Trillian die
Flasche.
»Und sie bitten dich«, sagte Zarniwoop, »ihnen Entscheidungen
abzunehmen? Über das Leben von Leuten, über Welten,
über Wirtschaftsfragen, über Kriege, über alles, was da draußen
im Universum geschieht?«
»Da draußen?« fragte der Mann. »Wo draußen?«
»Dort draußen!« sagte Zarniwoop und zeigte auf die Tür.
»Woher weißt du, daß da draußen irgendwas ist?« sagte der
Mann höflich. »Die Tür ist doch zu.«
Der Regen trommelte weiter auf das Dach. In der Hütte war
es warm.
»Aber du weißt, daß da draußen ein ganzes Universum ist!«
rief Zarniwoop. »Du kannst deiner Verantwortung nicht einfach
entgehen, indem du sagst, es gibt sie nicht!«
Der Beherrscher des Universums dachte lange nach,
während Zarniwoop vor Wut zitterte.
»Du bist dir deiner Tatsachen sehr gewiß«, sagte er endlich.
»Ich würde der Vorstellung eines Mannes nicht trauen, der das
Universum - wenn es eins gibt - als selbstverständlich voraussetzt.
« Zarniwoop zitterte immer noch, war aber still.
»Ich entscheide nur über mein Universum«, fuhr der Mann
ruhig fort. »Mein Universum sind meine Augen und meine
Ohren. Alles andere ist nur Gerücht.«
»Aber glaubst du denn an gar nichts?«
Der Mann zuckte die Schultern und nahm seine Katze hoch.
»Ich verstehe nicht, was du meinst«, sagte er.
»Du verstehst nicht, daß das, was du hier in deiner Hütte
entscheidest, das Leben und Schicksal von Millionen von Leuten
beeinflußt? Das ist doch alles absurd und falsch!«
»Ich weiß es nicht. Ich bin all den Leuten, von denen du
sprichst, nie begegnet. Und du, nehme ich an, auch nicht. Sie
existieren nur in Worten, die wir hören. Es ist Unsinn, zu sagen,
du wüßtest, was anderen Leute widerfährt. Nur sie wissen es,
falls es sie gibt. Sie haben ihr eigenes Universum ihrer Augen
und Ohren.«
Trillian sagte: »Ich glaube, ich mach mal eben einen Sprung
nach draußen.«
Sie lief hinaus in den Regen.
»Glaubst du, es existieren andere Leute?« bohrte
Zarniwoop.
»Ich habe dazu keine Meinung. Wie soll ich das wissen?«
»Ich seh besser mal nach, was mit Trillian ist«, sagte
Zaphod und schlüpfte hinaus.
Draußen sagte er zu ihr: »Ich glaube, das Universum ist
wirklich in guten Händen, was?«
»In sehr guten«, sagte Trillian. Sie spazierten durch den
Regen davon.

Re: Was ist Erleuchtung?+ eigene Erfahrung

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Hat es überhaupt eine Relevanz für unser Leben? Vor Erfahrungen dieser Art mag die Beschäftigung damit uns blockieren. Etwas zu wollen, was sich dadurch auszeichnet, nichts zu wollen, ist u.U. schwierig. Und danach? Es gibt ja den Spruch: Vor der Erleuchtung, Wasser holen und Holz hacken und nach der Erleuchtung, Wasser holen und Holz hacken. Same, same - but different?

Und was schwingt da noch mit? Ein Ende? Erlösung? Sind wir dann "fertig"? Tiefste Dualität. Genau das aber dürfte sie nicht sein. ;)

In Anlehnung an den Vorschlag von Loco: Ich bin geneigt zu sagen, ICHBIN. Das was jetzt ist. Ein Prozess. Der im Hier und jetzt abläuft. Ein Moment. Ein zeitloser Moment. In Ewigkeit. Für mich ist genau das der Weg.

Das Hier und Jetzt.

Ein Weg auf dem einiges erlebt werden kann. Zum Beispiel Größenwahn. Sich auserwählt fühlen. Im Grunde etwas vollkommen alltägliches. Auf der anderen Seite gibt es natürlich keinen Weg. Findet ja eh alles nur im Hier und Jetzt statt. Und trotzdem: Der Weg ist das Ziel. Meine Beobachtung zum Weg ist jedenfalls, dass er ins Hier und Jetzt führt. Immer weiter und weiter. Synchronizitäten, wunderhafte Begegnungen, Führung und Fügung in immer neuen Aspekten, einen Schimmer des Göttlichen sind Sehenswürdigkeiten auf diesem Weg. Und natürlich versucht das Ego jede Sehenswürdigkeit auf diesem Weg festzuhalten.

Mit zunehmenden Weg klärt sich die Sicht. Leichtigkeit, Kraft, Liebe und ein Gefühl von grenzenloser Freiheit schimmern durch und werden intensiver. Das Universum beweist jede Menge Humor.

Im Hier und Jetzt gibt es keinen Kampf und ohne Kampf gibt es keine Reibung und ohne Reibung stellt sich ein Fluss ein, der jeden Aspekt des Seins umfassst. Das ist das Tao.

Natürlich leidet (unter dem Wahn alles auf sich zu beziehen) das Ego immernoch. Und seine Techniken werden immer perfider (spirituelles Gedöns ist ein wundervolles neues Kleid). Aber es muss sich schon gehörig anstrengen um seine Macht zu wahren und alles was passiert so zu verbiegen, dass es seine Existenz schützt & stärkt.

Ganz wichtig dabei ist imho Erdung. Sonst gibt es keine Klarheit. Die Energie muss kanalisiert werden. Mein ganz großes Thema. Jedenfalls verliert die rosarote Brille an Farbe. Und hin und wieder macht es *BAMM* und die Brille wird für einen kurzen Augenblick abgenommen. Rar sind diese Augenblicke. Und es bedarf Stille damit es geschehen kann. Stille, die ausschließlich im Hier und Jetzt erfahren werden kann.

Heilung geschieht meiner Beobachtung nach einfach so auf dem Weg der Desidentifikation und Einheit.

Ach, ja, da fragte mich mein Zenmeister was mein größter Wunsch sei - meine Antwort ließ er nicht gelten und antwortete für mich, Einheit. Ja, vielleicht ist das ja Erleuchtung. Aber auch hier gilt imho - es gibt kein Ende.
happiness is the absence of resistance

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