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DrSpaCe
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Re: Unvergänglichkeit?

5. Jun 2008, 15:32

ginkgo hat geschrieben:Echte Liebe transzendiert das Ego. Und nur daran kann man sie erkennen.
ich weiss nicht, ob das so stimmt! sicherlich muss man das ego ablegen um echte liebe für alles und jeden erfahren zu können.

aber braucht man nicht auch ein stück ego um überhaupt ne partnerschaft eingehen zu können?!

sei´s nun um sich interessant zu machen, die initiative zu ergreifen auf den potentiellen partner zuzugehen oder um mögliche kollektiven beeinflussungen zu bewältigen, die bei der partnersuche so auftreten können :)

oder glaubt ihr wirklich daran, dass ihr ego-los strahlend durch die weltgeschichte rennen könnt und dann die große liebe trefft, bei der dein gefühl mir ihrem überein stimmt?! und das dann ganz ohne menschen, die euch dabei stören?

hm... vielleicht passiert das manchmal... aber ich denke, die regel isses nicht :)

naja, ich hoff meine gedanken sind nicht zu destruktiv und ihr versteht wie ich das mein ;)
Hab Spaß am Leben! Denn wer nicht lebt ist selber schuld!

... eigentlich macht irgendwie den satz kaputt!

ginkgo
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Re: Unvergänglichkeit?

5. Jun 2008, 16:48

aber braucht man nicht auch ein stück ego um überhaupt ne partnerschaft eingehen zu können?!
In einer Partnerschaft geht es nicht nur um Liebe, weswegen das Ego hilfreich ist.

Zudem gibt es Situationen wann das Ego hilft, und in manchen wo es keinen Platz hat.

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Leary
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Re: Unvergänglichkeit?

5. Jun 2008, 21:36

Ich mein transzendierung des Ego jetzt in dem Fall garnicht total, total kann es wohl nur durch die absolute Liebe zu allem (von mir aus nennt es zu gott) transzendiert werden.

Hier in dem Fall mein ich dann eher das Eogismus und Selbstbezug transzenidert werden kann.

Ich liebe diese Frau, über alles, und natürlich "will" ich sie.

Aber das alles spielt keine rolle mehr wenn ich sehe wie glücklich sie ist mit ihrem Freund. Es wäre sicher noch schwerer das durchzuziehen wenn man sich trennt wegen einem anderen, da könnte ich das denke ich nicht, in diesem fall spielt sicher auch eien Rolle das sie ebend ne sehr gute freundinn ist.

Der Punkt ist, das sie nicht mehr ist als eine freundinn hat aufgehört weh zu tun, als ich gemerkt habe wie sehr sie ihn liebt, und wie glücklich sie ist, das ist ein wirklich gutes gefühl, ich liebe sie, und das mehr, als ich sie brauche.

Gruß
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luni
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Re: Unvergänglichkeit?

6. Jun 2008, 14:33

Freut mich echt zu hören, Leary, dass du dein seelischen Frieden doch gefunden hast! :2daumen:
Noch in den alten df diskussionen hat es nicht so geklungen ;)

das was du beschreibst sieht imho wirklich wie eine echte Liebe aus. Genau wenn das glück des anderen wichtiger ist als sein eigenes...
Was mich immer interessiert hat ist es ob ein Spruch "die richtige Liebe muss auf gegenseitigkeit berühren" stimmt? Das was du schreibst und wozu die meisten Diskussionsteilnehmer (wie ich es verstanden habe) neigen: die Liebe ist in einem Menschen selbst drin, unabhängig von dem partner.
(dieses Vergleich mit den Ringen fand ich sehr toll, DrSpaCe!)

Was ich aber an eigenem Beispiel verstanden habe, ist dass die Liebe auch wenn sie echt ist, ohne den Partner unvollständig bleibt. Damit sie voll enflammen kann braucht sie beide Seiten die diese Flamme halten.

Bis ich das erlebt habe wusste ich nicht das sowas möglich ist!

Es freut mich trotzdem zu hören dass es einseitig auch funktioniert... Aber das auszuprobieren will ich nicht.. Muss ich aber wohl, da der Mensch den ich geliebt habe vor 3 Monaten gestorben ist. Ich liebe ihn aber trotzdem weiter. Ich versuche ihn jetzt in allem was mich umgibt zu finden und es durch ihn lieben zu lernen. Ist aber sehr harte Schule!

aber ich glaube wir haben uns ganz weit vom Thema entfernt :computer:
Grüß
Luni
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Leary
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Re: Unvergänglichkeit?

6. Jun 2008, 14:44

luni hat geschrieben: Was ich aber an eigenem Beispiel verstanden habe, ist dass die Liebe auch wenn sie echt ist, ohne den Partner unvollständig bleibt. Damit sie voll enflammen kann braucht sie beide Seiten die diese Flamme halten.
Das ist so auch ganz gut, sonst würde ich ja ewig auf sie warten obwohl ich weiß das das mit ihrem freund was fürs Leben sein könnte. (sicher weiß man es nie, aber ich halte es für wahrscheinlich wenn ich höre wie sie über ihn redet, wenn ich sehe wie sie leidet weil sie mist gebaut hat, wenn ich sehe wie froh sie war als er ihr verziehen hat und wie ihr steine vom herzen fielen)

Ich denke aber nicht das die Liebe so einfach aufhört, es wird hoffentlich eine platonische Liebe daraus werden, eine echte Freundschaft, ok, das ist es jetzt schon, wir sind uns durch das ganze Chaos auf einer ebene Nahe gekommen, wo jeder genau weiß das er mit dem anderen über alles reden kann, wo jeder weiß das der andere immer da ist wenn mal was nicht so läuft, das zeigt ja auch das sie mit mir über ihre beziehungsprobleme redet, und über fehler die sie macht, und das sie dann sogar meinem rat vertraut, obwohl ich dafür ja vielleicht eigentlich nciht gerade der erste ansprechpartner wäre.

Da wird schon irgendwann eine andere frau kommen in die ich mich verliebe, wird schon alles, beschweren kann ich mich momentan nicht. Aber noch vor einiger Zeit tat es immer tierisch weh wenn sie ihren Freund besucht (ist ne fernbeziehung) jetzt ist sie wieder übers WE bei ihm, und es tut nicht weh, sie ist glücklich, und ich auch, weil das was wir haben gut ist, wieviele Freunde hat man schon mit denen man über alles redet, die jede schwäche kennen, das ist wertvoll, und es wird eine andere Frau kommen in die ich mich verliebe.

luni hat geschrieben:Es freut mich trotzdem zu hören dass es einseitig auch funktioniert... Aber das auszuprobieren will ich nicht.. Muss ich aber wohl, da der Mensch den ich geliebt habe vor 3 Monaten gestorben ist. Ich liebe ihn aber trotzdem weiter. Ich versuche ihn jetzt in allem was mich umgibt zu finden und es durch ihn lieben zu lernen. Ist aber sehr harte Schule!
Ich wünsch dir viel Kraft dabei, mehr kann ich dazu nicht schreiben, weil mir die erfahrung fehlt und ich auch nicht wüsste wie ich damit umgehen sollte.

Alles liebe und viel Kraft

Gruß
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luni
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Re: Unvergänglichkeit?

6. Jun 2008, 15:08

Leary hat geschrieben:
Ich wünsch dir viel Kraft dabei
danke, Leary! ich wünsche dir auch viel Kraft und Glück!

mach weiter so, du scheist auf dem richtigem wege zu sein!

Auch wenn es jetzt unmöglich scheint muss alles irgendwie gut weiterlaufen. V.a. wenn man ansieht dass die Differenzierung zwischen einzelnen Individuen eine Fiktion darstellt, spielt es keine große Rolle wen man liebt. Die richtige liebe soll irgendwann das ganze Universum einschließen (hast du auch glaub ich geschrieben), dann ist man erleuchtet ;)

und solange es noch nicht so ist müssen wir diese weltliche spiele weiterspielen und sich mit dem teil des ganzes vergnügen...
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luni
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Re: Unvergänglichkeit?

8. Jun 2008, 14:59

ohn hat geschrieben: Jetzt stellt sich natürlich auch die frage, ob diese verwandlung von beziehungen zwangsläufig ist. Die vernunft sagt: nein. Liebe muss auch erarbeitet werden, stillstand gibts nicht, beziehungen sind auch arbeit, nicht nur pure harmonie. Diese arbeit in kauf nehmen, um womöglich die "wahre" liebe dauerhaft zu erleben oder einfach immer nur kurze beziehungen führen, in denen harmonie vorherrscht? Letzteres ist der weg des geringsten widerstandes. Wenns schwierig wird, einfach flüchten. Das kanns ja auch irgendwie nicht sein. Aber wo sind die grenzen? Wann merkt man, dass man an einem punkt ist, an dem man nicht mehr weitere kraft investieren möchte? Und wie unterscheidet man, ob der wille die beziehung noch länger aufrecht zu erhalten aus wirklicher liebe zur partnerin entsteht, oder aus abhängigkeit, harmoniesucht, bequemlichkeit (denn es ist ja nett, nicht alleine zu sein) etc pp.
ich wollte nochmal auf die anfängliche frage zurückgreifen, da die diskussion darüber irgendwie "ausgestorben" zu sein scheint und in eine (zwar auch sehr interessante!) richtung umgeleitet wurde.

die frage ist aber imho wirklich sehr wichtig!

was soll man tun wenn man begreift dass die liebe in einer beziehung ausgestorben ist, aber dem partner nicht weh tun will?

vielleicht eine zu praktische seite der sehr schön und ausführlich formulierten frage von ohm ;)

was habt ihr in solchen situation gemacht bzw wie ist sie zu lösen?
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Aitsch_Gee

Re: Unvergänglichkeit?

17. Jun 2011, 23:08

[Schöner Thread.]

FluoTox
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Re: Unvergänglichkeit?

21. Jul 2011, 03:40

Bedingungslose Liebe. Meiner Meinung nach nur möglich wenn beide soweit eigenverantwortlich sind, dass sie ihr komplettes Leben allein und somit absolut selbständig leben könnten. Verlustangst ist imo ein Thema, dass tröpfchenweise die Beziehung "vergiftet". Aus der Angst den Partner zu verlieren, versucht man sich selber zu Beweisen, dass der Partner bei einem bleibt.
Daher rührt auch das :"Mach das, um mir zu zeigen, dass du mich liebst". Aber auch die Eifersucht oder Kontrolle gegenüber dem Partner hängt mit der Verlustangst zusammen.

Wahre Liebe benötigt keine Bestätigung. Wahre Liebe ist nicht konstant. Man findet die Liebe immer wieder aufs neue.

Bedingungslose Liebe, bedeutet zu aktzeptieren, dass alles passieren kann.

"Egal was kommt, was nicht kommt, was sein wird, was nicht sein wird, was sein könnte.... genießen wir einfach unsere Zweisamkeit solange sie währt"

Das setzt jedoch vorraus, dass man zB auch die Möglichkeit aktzeptiert, dass es morgen vorbei sein könnte. Wenn man sich schon einmal damit abgefunden hat, das eigene Leben möglicherweise alleine zu verbringen, aber deswegen nicht unglücklich zu sein, sollte Verlustangst keine Rolle spielen.

Ich bin mit einer wunderbaren Frau zusammen, seit ungefähr einem halben Jahr. Ich hatte mich Anfang des Jahres damit abgefunden wohl nie mehr einen Partner zu haben. Trotzdem konnte ich mein Leben genießen und war alles andere als depressiv.

Doch dann machte ich eben diese eine bedeutungsvolle Bekanntschaft. Eigentlich war ich nur zu einem, von ihr selbst zubereiteten, Essen eingeladen. Seit diesem Tag wohne ich mit ihr zusammen. An diesem Tag kam mir auch genau der Gedanke ("Egal was kommt....") in den Sinn und ich sagte ihr dies auch.

Die ersten 3 Monaten waren einfach genial. Das typische verliebt sein. Noch nie war ich so glücklich am Leben zu sein. Endlich eine Frau die mich verstehen kann. Keine Probleme und keine Sorgen in Sicht.

Natürlich änderte sich dies. Mir fällt immer öfters etwas an ihr auf, dass mich "anscheinend" stört. Nach vielen Gesprächen bin ich nun auf die Ansicht gekommen, dass das was mich "anscheinend" an ihr stört, eigentlich immer dass ist, was sie selber an sich stört. Ich tue dann eben so als würds mich stören, um ihr Resonanz zu bieten. Auch umgekehrt macht sie das bei mir. Daher streiten wir auch nie wirklich.

Auch respektieren wir uns gegenseitig soweit, dass jeder im Grunde machen kann was er/sie will. Somit geben wir uns die Möglichkeit von selbst die nähe des Partners zu suchen und nicht wegen Gewohnheiten oder Bedingungen.

Sie hat mir einst gesagt :" Du bist ein Vogel den man nicht in einen Käfig sperren kann...deswegen versuche ich das auch garnicht... ich genieße einfach die Zeit die du freiwillig mit mir verbringen willst. Klar bin ich manchmal traurig wenn du nicht da bist, aber wenn du dann von alleine zu mir kommst, ist es das ganze Wert. "

Das ist für mich bedingungslose Liebe.

LG

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anima
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Re: Unvergänglichkeit?

21. Jul 2011, 21:24

Ein famoser erster Beitrag :bow:

Erstmal, herrzlich Willkommen! ... und weiters; puuh - ja, kein Plan.
Ein famoser erster Beitrag :D

Erkenne viel von mir in Deinem Text wieder.
Auch wie du schreibst gefällt mir saugut ... wenn das nicht Dein erster und damit gleichsam letzter Beitrag ist/bleibt, dann freue ich mich auf jede folgende Zeile, die wir wechseln werden :)
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Kiyoshi
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Re: Unvergänglichkeit?

16. Mär 2012, 13:35

FluoTox hat geschrieben: Mir fällt immer öfters etwas an ihr auf, dass mich "anscheinend" stört. Nach vielen Gesprächen bin ich nun auf die Ansicht gekommen, dass das was mich "anscheinend" an ihr stört, eigentlich immer dass ist, was sie selber an sich stört. Ich tue dann eben so als würds mich stören, um ihr Resonanz zu bieten. Auch umgekehrt macht sie das bei mir. Daher streiten wir auch nie wirklich.
:denk:

mit der einsicht, dass das was dich an ihr "anscheinend" stört, hat es aufgehört dich scheinbar zu stören, und hast ihr dann unter einsatz schauspielerischer leistung resonanz geboten?

ich durchblicks iwie nicht..

könntest du das etwas näher erläutern?
bzw jemand ders aus eigener erfahrung kennt bzw nachvollziehen kann?
anima?

würd mich freuen
:)

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anima
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Re: Unvergänglichkeit?

16. Mär 2012, 14:45

Ich kann versuchen auszudrücken, wie diese Aussage auf mich wirkt bzw. wie ich sie verstehe :)

Imo beginnt mit der Einsicht, auf die du dich beziehst, nicht die Schauspielerei, sondern sie wurde in dieser Einsicht überhaupt erst als Schauspielerei erkannt, wohingegen sie zuvor noch den Anspruch hatte, als Ausdruck der Beziehung / des Verhältnisses (oder eben des Scheiterns derselben) zum Partner anerkannt zu werden.
An meinem Beispiel: Die Einsicht wäre dementsprechend dann, dass meine Partnerin immer schon mein Verhältnis zu mir selbst für mich/vor mir reflektiert hat und also Dinge, die sie an mir stören, stets/zumeist eben Dinge sind, die mich selbst am meisten an mir stören ... das kann dann soweit gehen, dass kaum etwas von ihr Persönliches dahinter steckt, sondern sie eben tatsächlich (in gewisser Weise) eine schauspielerische Leistung erbringt (bis zur oben genannten Einsicht aller Wahrscheinlichkeit nach völlig unbewusst und eben in dem Gedanken, dass es sich um Dinge handelt, die sie an mir stören).
Kann türlich auch komplett anders sein ... für mich erscheint das wirklich nur möglich und dann auch einleuchtend, wenn sich zwei Menschs gegenüber stehen, die sich lieben ... anders is' das nicht möglich. Ist es keine Liebe, dann gibt's auch kein Schauspiel zu entlarven, sondern der eine findet den andern wirklich plöt ^^
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Re: Unvergänglichkeit?

16. Mär 2012, 15:25

danke anima

die erfahrung hab ich so bisher nicht gemacht.
interessant zu lesen

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Re: Unvergänglichkeit?

18. Mär 2012, 11:28

Kiyoshi hat geschrieben: mit der einsicht, dass das was dich an ihr "anscheinend" stört, hat es aufgehört dich scheinbar zu stören, und hast ihr dann unter einsatz schauspielerischer leistung resonanz geboten?

ich durchblicks iwie nicht..
vielleicht hat es aufgehört beide scheinbar zu stören. schauspielerei ist z.T. auch schein.
FluoTox hat geschrieben:... das was mich "anscheinend" an ihr stört, eigentlich immer dass ist, was sie selber an sich stört. Ich tue dann eben so als würds mich stören, um ihr Resonanz zu bieten. Auch umgekehrt macht sie das bei mir. Daher streiten wir auch nie wirklich ...
ich kann das was du schreibst gut nachvollziehen - mir persönlich fällt es inzwischen jedoch leichter, bei etwas bedingsungslosem (in diesem fall die liebe) offen zu sprechen. resonanz geben - also das verhalten des anderen auf eine gewisse art und weise zu spiegeln - wird für mich problematisch wenn ich zuviele absichten (z.b. jemand anderem zeigen, was ihn an sich stört) dabei habe.

streiten gehört in einer beziehung m.m.n. dazu und ist teilweise wichtig - um klarheit zu schaffen... kann natürlich auch nach hinten losgehen ;)

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Re: Unvergänglichkeit?

11. Jan 2014, 20:07

Könnte hierher passen: Ein Plädoyer für die Ehe.

http://www.arnretzer.de/?download=PH_04 ... 20_24.pdf‎

Ein schöner Text mit vielen tollen Passagen und inhaltlich überhaupt <3.

"Sich einen dauerhaften Partner aussuchen heißt, sich ein paar dauerhafte Probleme aussuchen. Die Art des Umgangs mit Konflikten und Problemen wird zur entscheidenden Dimension. Einigermaßen glückliche Paare versuchen, ihren Schwierigkeiten nicht durch Verletzungen und Verächtlichmachungen zu begegnen, sondern mit Humor, Ablenkung, Zuneigung und Respekt. Eine Lösung ist damit nicht automatisch verbunden, wobei gesagt werden muss: Die Lösung von Problemen in Paarbeziehungen und auch in Paartherapien wird vermutlich stark überschätzt oder ist sogar eine Illusion. Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, sondern sich zu ertragen, ein Arrangement, das man auch als resignative Reife bezeichnen kann."


"Statt sich die vielleicht schweren, aber bei genauer Auswahl erfüllbaren Versprechungen zu machen, verspricht man sich oft lieber etwas so Nebensächliches wie das Glück und wird dabei untröstlich unglücklich, zumindest miteinander. Denn miteinander glücklich sein ist nicht leicht. Man wird heute ständig aufgefordert, seines Glückes Schmied zu sein und etwas aus sich, seinem Leben und auch seinem Eheleben zu machen. Diese Aufforderungen zur autonomen, selbstbestimmten Gestaltung seines Lebens, seines Ehelebens oder seiner sexuellen Verwirklichung bürden der Ehe und den daran Beteiligten die Last der Totalverantwortlichkeit auf. Jedes Scheitern, jedes Misslingen muss man sich dabei als eigenes lebensethisches Versagen, als Selbstmanagementfehler anlasten.

Ehepaare sind von Ratgebern und therapeutischen Hilfsangeboten umzingelt, die zur autonomen Beziehungsgestaltung nötigen. Dadurch verfehlen sie eine Lebens- und Ehekunst, die dem Menschen angemessen ist, und sie sitzen stattdessen der Illusion unbedingter Selbstmächtigkeit auf, die vergessen machen will, dass Leben auch und vor allem geschieht und nur gelegentlich gestaltet wird, das Eheleben ohnehin. Vielleicht ist ja auch gerade der Versuch, das Wunder herstellen zu wollen, dem Wunder abträglich. Auch wenn man das Glück nicht zur Zielgröße seiner Ehe machen sollte, gehört zu einer Ehe wohl auch ein gehöriges Maß an Glück dazu."


"Das Wunder der Ehe steht quer zum Zeitgeist. Unmittelbarkeit, Kurzfristigkeit, Gleichzeitigkeit und Schnelligkeit sind die hohen Werte der Gegenwart. Wie anachronistisch, hoffnungslos überholt, ja geradezu anstößig abweichend muss da die auf Mittelbarkeit, Langfristigkeit, Verlangsamung und Stabilität setzende Ehe wirken. Kein Wunder also, dass sie als Wunder erscheint.
Wer an ihr festhält, selbst dann noch, wenn neue und verbesserte Versionen auf dem Markt sind, oder nicht wenigstens ein entsprechendes upgrading vornimmt, läuft Gefahr, als „nicht normal“ angesehen und entsprechend behandelt zu werden.
Warum sollte man sich mit zeitaufwendigen Reparaturaufgaben belasten, wenn das nicht funktionierende Teil in wenigen Augenblicken ausgewechselt oder weggeworfen werden kann? Da die Verpflichtungen von heute den Möglichkeiten von morgen im Weg stehen, sollte man sie möglichst leicht und locker gestalten, um morgen den Schaden gering zu halten. Aus Verpflichtungen vom Typ „Bis dass der Tod euch scheidet“ werden deshalb heute oft Verträge, die „unter dem Vorbehalt befriedigender Ergebnisse“ und orientiert am Nutzen abgeschlossen und jederzeit einseitig gebrochen werden können. Partnerschaften und Ehen werden wie Dinge behandelt und wahrgenommen, die man konsumieren kann, man behandelt sie nach denselben Kriterien wie alle anderen Konsumgegenstände."
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~~ ~~ ~~ ~~ Γνῶθι σεαυτόν ~~ ~~ ~~ ~~

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