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Sonntagskind
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Verhaltensforschung: Warum Vögel mit Eiern reden

22. Aug 2016, 06:29

Verhaltensforschung: Warum Vögel mit Eiern reden

Zum Ende der Nistzeit zwitschern Vögel ihren Eiern zu. Offenbar berichten Eltern ihrem Nachwuchs vom Wetter - die Küken profitieren.

Kleine Zebrafinken erfahren einer Studie zufolge schon im Ei vom Wetter. Ihre Eltern zwitschern dem Nachwuchs immer dann zu, wenn die Temperaturen über 26 Grad Celsius steigen, berichten australische Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science".

Auf diese Weise könne sich der Stoffwechsel der Küken wahrscheinlich schon vor dem Schlüpfen optimal an das Klima anpassen, spekulieren die Forscher. Der gefundene Zusammenhang biete ein Beispiel dafür, auf welchen Wegen sich Lebewesen an veränderte Umweltbedingungen einstellen können.

Mylene Mariette und Katherine Buchanan von der Deakin University in Waurn Ponds (Staat Victoria) hatten 61 in Außengehegen nistende Zebrafinken-Paare (Taeniopygia guttata) in ihre Analyse einbezogen.

Sie beobachteten, dass die Vögel jeweils zum Ende der Nistzeit begannen, ihren Eiern zuzuzwitschern - aber immer erst bei Temperaturen über 26 Grad. Um die Auswirkungen zu erforschen, spielten die Forscherinnen Eiern im Brutschrank entweder solche speziellen Brutrufe oder normales Finken-Gezwitscher vor.

Die mit den temperaturabhängigen Rufen beschallten der insgesamt 130 Küken waren nach dem Schlupf kleiner. Möglicherweise führe das reduzierte Gewicht zu besserer Gesundheit unter Hitzestress, mutmaßen die Forscher. Gestützt werde diese Vermutung durch einen Folgeversuch: Die leichteren Küken hätten später in ihrer ersten Brutsaison mehr Nachwuchs bekommen.

Möglicherweise werde nicht nur das Wachstum, sondern auch das Verhalten über die Brutrufe generationenübergreifend beeinflusst, ergänzt das Forscherduo. Mit den Rufen beschallte Männchen nisteten demnach später an wärmeren Plätzen als die Kontrolltiere.

Von vielen Vogelarten ist bekannt, dass die Embryos im Ei am Ende der Brutphase das Gezwitscher ihrer Eltern zu hören vermögen - und mitunter auch schon selbst Töne von sich geben.

Studien haben gezeigt, dass dies unter anderem den Schlupf synchronisiert, elterliche Fürsorge erzeugt oder die Hirnfunktion der Küken verbessert. Die Studie habe nun erstmals eine Programmierung auf klimatische Bedingungen über solche Rufe gezeigt, schreiben Mariette und Buchanan.

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