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Re: Buddhismus und Psychedelika

3. Feb 2013, 22:51

Hier ein sehr spannender wenn auch etwas polemischer Vortrag in dem der Dalai Lama und generell der Vajrayana-Buddhismus auseinander genommen werden.


Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama (Vortrag Univ. Wien 18.05.2012)
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n19
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Re: Buddhismus und Psychedelika

3. Feb 2013, 23:20

ich gucks gerade :) und les hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/b ... 10439.html

hast du ne Ahnung, warum der Goldner so polemisch daherkommt?
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raterz
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 00:10

der vortrag hat starke sachliche mängel und ist eigtl. nicht ernst zu nehmen..
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 02:10

n19 hat geschrieben:...
hast du ne Ahnung, warum der Goldner so polemisch daherkommt?
:nixplan:

Hier mal die Sicht von W.K.Essler
(ein Philosophieprofessor aus Frankfurt, in seinem Bereich (analytische Wissenschaftstheorie) relativ angesehen)

raterZ hat geschrieben:der vortrag hat starke sachliche mängel und ist eigtl. nicht ernst zu nehmen..
Joar, da sind schon paar gröbere Mängel drin und überhaupt eben wie Lobbyarbeit aufgemacht, ... ...aber ...
"nicht ernst zu nehmen" würd ich mich da, an deiner Stelle, nicht zu schreiben trauen :blacklol: ;)

Der Goldner verwurstet da schon auch belegte Fakten. Oder warum meinst du dass der Vortrag nicht Ernst zu nehmen sei?
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 07:43

Mhmm. Inhaltlich mag er durchaus Recht haben. Und natuerlich laeuft in Tibet vieles nicht richtig. Die Polemik finde ich unnoetig. Und wenn ich seinen Vortrag mit einem Dhamma-Talk von einem Rinpoche im tib. Zentrum vergleiche, dann weiss ich aber, wo ich lieber hingehe. ^^
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 10:07

inhaltlich ist da mehr falsch, als richtig. also über varjayana hat er 0 ahnung, dass kann man so stehen lassen. über die politik kann man sprechen. natürlich war das ganze system feudal. aber so als schreckensherrschaft würde ich das wohl nicht ansehen. das leben in tibet war natürlich hart, und fortschritt gab es kaum. aber ist das jetzt schlecht? ich mag sowas nicht bewerten können.
fakt ist, dass die chinesen nicht aus menschengründen nach tibet kamen, sondern wegen dem wasser und anderen ressourcen.
er übertreibt so polemisch, dass das schon eine konstruktive kritik an dem damaligen system völlig abgewürgt wird.
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 10:26

Inhaltlich insofern richtig, als dass halt viele Fakten wie die herstellung von Ketten aus Knochen etc wohl stimmen. Aber er ordnet das emotional und spirituell vollkommen falsch ein. IMHO hat er die Message einfach nicht verstanden. Und den Dalai Lama zu kritisieren weil er mit Harrer rumgehangen hat ist auch echt ne schwache Leistung. Sind wir hier im Kindergarten? ^^
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 10:40

ich musste nochmal darüber lachen bei der vorstellung, dass die chinesen wegen menschenrechten kamen :rofl:

was für ein gutmenschentum :doh:

um es noch bildlich zu sagen:
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 11:21

raterz hat geschrieben:inhaltlich ist da mehr falsch, als richtig. also über varjayana hat er 0 ahnung, dass kann man so stehen lassen. über die politik kann man sprechen. natürlich war das ganze system feudal. aber so als schreckensherrschaft würde ich das wohl nicht ansehen. das leben in tibet war natürlich hart, und fortschritt gab es kaum. aber ist das jetzt schlecht? ich mag sowas nicht bewerten können.
Was ist da genau mehr falsch als richtig?
Das er generell ein sehr triviales Verständniss vom Buddhismus hat ändert IMHO nichts an den Tatsachen.
Ob du das als Schreckensherrschaft ansiehst oder nicht ist völlig egal, solange die Personen die dort lebten es als solche ansehen, und das tun viele.
Du kommst mir grad rein wie ein amerikanischer Neonazi der meint dass das 3. Reich gar nicht soo übel war - Nie dort gewesen, nie mit betroffenen gesprochen aber eben eine sehr starre (romantisch verklärte) Meinung haben....
raterz hat geschrieben:fakt ist, dass die chinesen nicht aus menschengründen nach tibet kamen, sondern wegen dem wasser und anderen ressourcen.
er übertreibt so polemisch, dass das schon eine konstruktive kritik an dem damaligen system völlig abgewürgt wird.
Was bringt konstrukitve Kritik an einem untergegangenem System ...
Relativ egal wie polemisch er da herkommen mag, viele von ihm angesprochene Dinge sind Fakten die man anhand anderer Quellen verifizieren kann.
(Die Hilfe des CIA, vom Dalai Lama akkreditierte Waffengewalt und Folterpraxis der Mönchspolizei .... nur als sehr kleiner Ausschnitt)

Ich gehe auch öfters mal ins Tibet-Haus hier, kann blos relativ wenig mit diesen romantischen Verklärungen einer Kultur anfangen.
Vor allem nicht wenn es eine bitterböse Schreckensherrschaft ist.
Gibt ja Leute die meinen die tibetischen Geistigen und Adligen bekommen gerade ihr Gruppenkarma ausgezahlt.
Generell kann man ja schon am Prunk und Protz des tibetischen Buddhismus, den es während den ganzen Hungersnöten der Leibeigenen auch schon so gegeben hat, recht gut das Maß des "Selbstlose Mitgefühls" ablesen...
An Ereignissen wie der Karmapa-Streiterei, der Konflikt zwischen dem Dalai Lama und dem Staatsorakel und dem Dorje Shugden-Problem sieht man eigentlich recht gut dass es auch im tibetischem Klerus eben fast nur noch um Macht geht.

Ganz abgesehen davon freue ich mich auf den Besuch von Namkhai Norbu im Sommer.

Hier mal was aus ganz anderer Richtung über Bodhi-Geist für unsere Bodhisattvas hier
(ganz besonders für die Bodhisattvas die was gegen Muggels haben/hatten :fies: )
Der ganze Vortrag ist nett - so köchelt man das leben...

Ist der Herr hier öfters mal an eurer Uni, Reallear?
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 11:44

Kann ich nicht beurteilen, ist mir noch nicht ueber den Weg gelaufen. Das Video werd ich mir auf jeden fall anschauen, sieht interessant und fundiert aus. Ich werde die naechsten Semester von Religionswissenschaft auf Buddhismuskunde als Schwerpunkt wechseln. Dann finde ich das wohl heraus.
Mein Prof ist dann Michael Zimmermann, der auch ein heimlicher Theravada ist (war auch glaube ich Moench eine Zeit lang, aber weiss ich nicht). Im Pali-Kurs haben wir z.B. einen Theravada-Moenchen aus Sri Lanka sitzen, der mit Zimmermann zusammen den Pali-Kanon durchgeht. Das ist superspannend.
Ich persoenlich bin eh recht beeindruckt von der Buddhismuskunde in Hamburg. Das hat Hand und Fuss.
http://www.amazon.de/Achtsamkeit-buddhi ... 3456851545 das hat Zimmermann mit Spitz zusammen geschrieben, werd ich mir in den Semesterferien mal durchlesen...
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 11:49

Kritik am tibetischen Buddhismus und am Dalai-Lama-System
Zwei neue Bücher - ihre Schwächen und Stärken

http://info-buddhismus.de/Kritik-Dalai_ ... olzio.html

auch interessant :)

Goldner sieht von seinem durch und durch antireligiösen Standpunkt vieles richtig, neigt häufig aber zu Übertreibungen oder stellt Umstrittenes als faktisch richtig dar. [...] Wenn man sein Buch als Korrektiv zur Vielzahl der verklärenden Schwärmerliteratur liest, kann ihm eine gewisse Berechtigung auf dem Büchermarkt nicht abgesprochen werden. Allerdings gab es in der ferneren (so wurde zum Beispiel Schulemann erwähnt) und jüngeren Vergangenheit immer wieder Publikationen, die sich um eine neutralere Darstellung bemüht haben, nicht zuletzt das von Goldner (ohne es anzumerken) in seinem historischen Abriß ausgiebig zitierte Werk Die vierzehn Wiedergeburten des Dalai Lama (Bern, München, Wien 1997), das von mir in Zusammen­arbeit mit Pietro Bandini verfaßt wurde.

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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 12:13

raellear hat geschrieben:Ich werde die naechsten Semester von Religionswissenschaft auf Buddhismuskunde als Schwerpunkt wechseln.
Passt IMHO besser.

Mal zu einem Theravada Konzept: Stromeintritt

Ich hatte mal auf nem recht hoch dosiertem Iboga-Trip eine Vision vom Strom bzw Stromeintritt (war generell ein ur-buddhistischer Trip).
War auf jeglicher multidimensionalen Ebene sehr beeindruckend. Leider fehlen mir die Worte um das dort Gesehene und Erlebte auch nur annähernd zu beschreiben.
Wie geht ihr mit diesem Konzept um?
Haltet ihr es für eher kontraproduktiv (es wird ein Verlangen geschürt) - oder ist es ein Konzept dem ihr etwas abgewinnen könnt?

An der Stelle sei mal auf diese Schatztruhe verwiesen: Buddha Dhamma

Viele schöne kurze Texte die auf verschiedene Aspekte des Erwachens eingehen.
Neben dem Text zum Stromeintritt finde ich die Betrachtung zu den Daseinsbereichen recht nett, eigentlich alles auf der Seite.
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raellear
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 12:32

Ich schaue es mir heute Nachmittag/Abend mal an, wenn ich etwas Zeit habe :)
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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 13:54

@ Psychedelicious

Frag dich mal was dir deine Erfahrung/Erfahrungen genau in diesem jetzigem Moment nutzt(en). Bringen sie dich weiter dich 'genau jetzt' gut und ausgeglichen zu fühlen? Was ist nötig um Jetzt und für immer (das ist das gleiche) es dir so gut wie möglich gehen zu lassen?

Das Jetzt ist ewig, weshalb diese Fragen eine Lebensaufgabe ist.

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Re: Buddhismus und Psychedelika

4. Feb 2013, 14:04

Zu dem Schatztruhen Link:

Diese ganzen Buddha Lehren sind schön und gut allerdings stammen sie aus ganz anderen (kulturellen und sozialen) Gegebenheiten.

Sie führen imho weg von dem was ist. Stelle dir die Frage 'was ist nötig um mich genau Jetzt gut zu fühlen'. Mach diese Frage zum Mittelpunkt deines Daseins und deiner Handlung und deiner Denkweisen!
Dafür muss man auch nicht viel Wissen und vor allem rennt man nicht ständig anderen Lehren hinterher.

Man Selbst weiß immer am besten was in diesem Moment am besten für einen ist! Damit hört man auf sich im Außen zu orientieren und switcht hin zu der Orientierung aus seinem Inneren, die immer die wichtigste sein sollte.

Denn niemand weiß besser was gut für dich ist, außer du selbst!

Niemand kennt dich so gut wie du selbt!

Und dann mach lediglich diesen Moment zu deinem besten Freund! Immer und Ewig!

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