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Vajrayana
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Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

6. Okt 2016, 15:48

Hallo,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Microdosing psychedelischer Substanzen.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Microdosing?

Selbst habe ich bisher eine Erfahrung mit einem 14 tägigen Microdosing von täglich 300mg Iboga Wurzelrinde vor einer Flooddose gemacht.

An einem Tag davon habe ich auch mal 600mg Wurzelrinde genommen, was sich etwas überraschend als eine recht aktive Dosis (inkl. Übelkeit) für mich herausstellte. Die Wirkung war für 2-3 Stunden etwas überhalb der Schwelle, bei der ich beispielsweise kein Auto mehr bedienen würde.

Geht man von einer Wurzelrinde mit 6% Ibogaine aus, entsprächen 300mg Wurzelrinde ca. 18mg Ibogaine.

Es gibt Shops, die Iboga (TA Extrakt) Ethanol-Tinkturen verkaufen, bei der 1 Tropfen ca. 0,67mg TA-Extrakt entspricht.

Im Nexus gibt es iboga-erfahrene Leute, die davon berichten, bereits bei 2 Tropfen (am Besten sublingual eingenommen) eine Wirkung zu verspüren. Das entspräche nur 1,34mg TA-Extrakt (und wir sprechen hier noch nicht einmal von reinem Ibogaine).

1,34mg TA-Extrakt wäre weniger als 1/12 von der 300mg Wurzelrinden-Micrososis (18mg) – kurz gesagt, es wäre eine Microdosis der Microdosis.

Ich persönlich habe die 300mg Variante für mich als bewährte und spürbare Microdosis empfunden. Die Wirkung war klar und körperlich aktivierend - ohne als unangenehm empfundende Nebenwirkungen. Eine Beschreibung der unterschwellig psychedelischen Wirkung fällt mir jedoch schwer – dafür müsste ich ein längeres Experiment mit der Dauer von ca. 3-4 Monaten durchführen. Da Iboga jedoch recht teuer ist, plane ich zukünftig mal solch ein oben beschriebenes 'ultra-microdosing' durchzuführen und den Rest meines TA-Extraktes für diesen Zweck in Ethanol zu lösen.

Besonders das im Körper kumulierende Noribogaine hat interessante Eigenschaften. So wirkt es u.a:

- als Serotinin-Wiederaufnahme-Hemmer (anti-depressive Eigenschaften)
- als NMDA-Antagonist (anti-depressive und analgetische Eigenschaften, ähnlich wie z.B Ketamin)
- Iboga erhöht zudem die Expression des Proteins GDNF ("Glial cell-derived neurotrophic factor"), das für seine neuro-protektive Wirkung auf dopaminerge und anderer Nervenzellen bekannt ist.

Nachteil von Iboga / Iboga-Microdosing: Möglicherweise schwächt es die Wirkung von DMT ab.

---

Ansonsten hatte ich vor ein LSD-Microdosing-Experiment mit 1P-LSD durchzuführen. Habe nur gutes darüber gehört.

Eine erste Einnahme von 5 Mikrogramm wurde als spürbar empfunden.

Eine zweite Einnahme von 8 Mikrogramm + 300mg Iboga Wurzelrinde wurde als zu intensiv empfunden was die lysergsche Komponente betraf.

Von einer Wirkung von LSD als Nootropikum, welches im micro-dose Bereich wie ein nebenwirkungsfreieres Ritalin wirken soll (wie scheinbar früher mal von Albert Hoffmann angedeutet), konnte ich bei mir est Mal nichts feststellen. Das stimulierende lysergsche Grundgefühl war den ganzen Tag hindurch klar spürbar, doch wurde mir bewusst, dass ich eben dieses lysergsche Grundgefühl eigentlich noch nie (auch nicht in höheren Dosisbereichen) als angenehm empfand.

Etwa 3 Stunden nach der Einnahme von 8 Mikrogramm 1P-LSD empfand ich die Wirkung als etwas zu aufdringlich und aktivierend für meine Zwecke und für den Rest des Tages fühlte ich mich irgendwie "verbraucht", mit einem unangenehmen Körperfeeling – etwa so, als hätte ich die Nacht zuvor durchgemacht.

Falls ich das LSD-Experiment fortsetzen werde, um es als Nootopikum z.B während des Studiums zu nutzen, würde ich hier vermutlich im "Mircodosis der Microdosis"-Bereich von ca. täglich 1-2 Mikrogramm weiterarbeiten.

Bin auf Eure Experimente und Erfahrungen gespannnt. :schreib: :)

LG,
Vajra

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Erraphex
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

7. Okt 2016, 04:28

Bisher weder auf die eine, noch auf die andere Art einen Selbstversuch durchgeführt.

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Vajrayana
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

7. Okt 2016, 11:48

Erraphex hat geschrieben:
Interessantes Video. Frage mich ob seine alchemische Idee vom Spirt der Pflanze im Pflanzenöl, Mind der Pflanze in den Alkaloiden und Body der Pflanze in den Mineralien aus seinen eigenen Erkenntnisen stammt, oder auch von alten schamanischen Traditionen geteilt wird. Die Idee sogar die Mineralien durch Einnäscherung und Wasserauszug zu extrahieren ist imho inspirierend. Falls an irgendeiner Stelle im Extraktionsprozess irgendendeine Information der "Pflanzenseele" verloren geht, wäre diese Vorgehensweise, zusammen mit einer geistigen Ausrichtung, allenmal konsequent. Auch in Hinblick aufs Microdosing, das über die Wirkung an irgendwelchen Rezeptoren hinaus, auch einen kontinuierlichen energetischen Link zum Pflanzenspirit herstellen mag. Was mir grade in den Sinn kommt: Klare Bergkristalle lassen sich gut als Speicher und Sender von Vibrationen (beispielsweise dem ausgestrahlten Lichtfeld der lebendigen Pflanze Ayahuasca) verwenden und könnten in einen alchemischen Extraktionsversuch miteinbezogen werden. Ich denke jede DNA, jedes Alkaloid, jedes Molekül, jedes Ion hat auch sein entsprechendes Licht-Informationsfeld. Wird versucht am Meisten aus Beiden (den miteinander zusammenhängenden physischen und nicht-physischen Aspekten der Pflanze) zu bewahren, kann am wenigsten verloren gehen.

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strobo
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

7. Dez 2016, 20:56

Ich selbst hab diesbezüglich noch keine "Langzeitstudie" betrieben. Heute zufällig gelesen;
Wie Deutsche versuchen, durch Mini-LSD-Dosen kreativer zu werden

Die Quelle ist natürlich tendenziell leicht Richtung Boulevard. Was ich aber noch nicht wusste, dass angeblich Albert Hofmann selbst Microdosing betrieb (Ende des Artikels).
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

8. Jul 2017, 04:47

It’s a typical Monday morning for Michael Angel. At 7 a.m., he sits in the opulent kitchen of his 30th floor Upper East Side apartment overlooking the Manhattan skyline and eats his daily serving of Fage yogurt. He walks over to the freezer and takes out a tiny piece of paper and places it on his tongue, following the twice-weekly habit he’s had for the last six months. He waits for a few minutes, allowing the pre-soaked solution to absorb into his tongue and slowly flow into his bloodstream, allowing the escape of the fine molecules of LSD to hit his brain. He then swallows the paper; he’s eaten worse on the weekends.
http://www.playboy.com/articles/creative-juice
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

9. Jul 2017, 06:21

Erraphex hat geschrieben:
8. Jul 2017, 04:47
It’s a typical Monday morning for Michael Angel. At 7 a.m., he sits in the opulent kitchen of his 30th floor Upper East Side apartment overlooking the Manhattan skyline and eats his daily serving of Fage yogurt. He walks over to the freezer and takes out a tiny piece of paper and places it on his tongue, following the twice-weekly habit he’s had for the last six months. He waits for a few minutes, allowing the pre-soaked solution to absorb into his tongue and slowly flow into his bloodstream, allowing the escape of the fine molecules of LSD to hit his brain. He then swallows the paper; he’s eaten worse on the weekends.
http://www.playboy.com/articles/creative-juice
The evidence is primarily anecdotal, even if there is much of it and even if it’s compelling. Matt Johnson, a psychologist at Johns Hopkins University, has studied the behavioral effects of psychedelic drugs and believes such reported effects are plausible. However, there is the risk of placebo effect. Johnson likens microdosing to the caffeinated rush from a cup of coffee. “It falls within that category of barely perceptible, and it’s right in a range where people can so easily fool themselves.”

Ich finde ein "Placebo"-Effekt ist kein Problem, sondern gerade das interessante daran. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, warum etwas wirkt und funktioniert und warum nicht, jedenfalls nicht auf der individuellen Ebene eines Einzelnen, der/die etwas tut damit es ihm/ihr besser geht. Der Trick mit dem Placebo-Effekt ist ja, dass er umso stärker ist, je mehr "Glauben an Heilung" dahinter steckt. Dementsprechend wäre das wissenschaftliche Nachforschen nach Wirkungsbeweisen auch teilweise medizinisch kontraproduktiv, da es eben den Glauben an eine Heilung ins Schwanken bringen könnte. Wie gesagt, wichtig finde ich die Antwort auf die Frage: "Wirkt etwas und welche Auswirkungen hat es?", während: "Warum wirkt etwas und ist es überhaupt möglich, dass es wirkt?" nicht beantwortet werden sollte, außer die Antwort würde wieder eine Stärkung des Glaubens an das Heilverfahren nach sich ziehen.
Gibt es ein Heilverfahren, von dem alle wissen, dass es nur auf einem Placebo-Effekt basiert und das trotzdem funktioniert?

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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

9. Jul 2017, 08:19

Zweischneidiges Schwert. Wenn es einen positiven Effekt hat würde ich nicht unbedingt als "fooling themselfes" bezeichnen. Aber: Ich finde schon nicht uninteressant warum etwas wirkt - vor allem wenn die Methode als hilfreich für xyz empfohlen wird. Gut wäre es doch wenn etwas wirkt, obwohl ich nicht daran glaube. ;) Aber es st natürlich hilfreich an die eigene Heiung oder Wirksamkeit der Methode zu glauben - ohne diesen Glauben wären die meisten "Wunderheilungen" wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Aber Forschverbot, nur weil es bei dem einen oder anderen kontraproduktiv sein könnte darf es nicht geben. Westliche Wissenschaft, ganzheitliche Medizin und traditionelle Heilverfahren müssen sich doch nicht ausschließen. Oder dürfen sich imho nicht ausschließen.

Vielleicht werden dazu ja nochmal "richtige" Studien erstellt, in denen ein Placebo Effekt ausgeschlossen wird.
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Re: Tryptamin- und Ergolin - Microdosing

9. Jul 2017, 10:03

Käseverzehrer hat geschrieben:
9. Jul 2017, 06:21
Gibt es ein Heilverfahren, von dem alle wissen, dass es nur auf einem Placebo-Effekt basiert und das trotzdem funktioniert?
Homöopathie.
Hatte ich in der Diskussion mit raterz bereits diverse Studien zu rausgesucht, die Verlinkungen sollten dazu irgendwo hier noch rumschwirren.
-> https://pantorise.net/viewtopic.php?f=3 ... hie#p31596
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